Kalziumcarbonat

left|25px|Begriffsklärung Dieser Artikel behandelt den Begriff Kalk als Kalziumcarbonat. Für den Kölner Stadtteil Kalk, siehe Köln-Kalk.

Strukturformel
Allgemeines
Name Kalziumkarbonat
Summenformel CaCO3
Andere Namen Kalk
Kurzbeschreibung weiß und fest
CAS-Nummer 471-34-1
Sicherheitshinweise
R- und S-Sätze nicht vorhanden
Handhabung Atemschutz bei Auftreten von Stäuben, Augenschutz, Handschuhe bei Voll- und Spritzkontakt
Lagerung Temperaturbereich, Belüftet, trocken o. ä.
MAK nicht festgelegt
LD50 (Ratte) 6450 mg/kg
LD50 (Kaninchen) x mg/kg
Physikalische Eigenschaften
Aggregatzustand fest
Farbe weiß
Dichte 2,93 g/cm³
Molmasse 100,09 g/mol
Schmelzpunkt 825 °C (Zersetzung)
Siedepunkt (Zersetzung)
Weitere Eigenschaften
Löslichkeit in Wasser 0,014 g/l (20 °C)
Gut löslich inSalzsäure (HCl)
Schlecht löslich in apolaren organischen Lösungsmitteln
Unlöslich in Ethanol
Kristall
Kristallstruktur trigonal
Thermodynamik
ΔfH0s -1207,08 kJ/mol
S0s 0,0929 J/(mol · K)

SI-Einheiten wurden wo möglich verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, wurden Normbedingungen benutzt.

Kalziumkarbonat (Calciumcarbonat) oder Kalkstein ist eine chemische Verbindung mit der chemischen Formel CaCO3. Es ist ein Kalziumsalz der Kohlensäure (Carbonat) und besteht im festen Zustand aus einem Ionengitter mit Ca2+-Ionen und CO32--Ionen im Verhältnis 1:1.

Kalziumkarbonat ist auf der Erde weit verbreitet. Es kommt als Mineral Kalzit beziehungsweise Aragonit beispielsweise in Kalkstein, aber auch in Knochen und Zähnen sowie im Außenskelett von Krebstieren, Korallen und Einzellern vor. Eine weitere Modifikation des CaCO3 ist der Vaterit, welcher besonders in übersättigten Lösungen als mikroskopisch kleine Kristalle ausfällt.

Kalziumkarbonat selbst ist in reinem Wasser kaum löslich. Die Verwitterung des Kalkgesteins erfolgt unter Bildung des leicht löslichen Kalziumhydrogenkarbonats Ca(HCO3)2, beschleunigt durch Säuren (Kohlensäure aus dem Kohlenstoffdioxid und Schwefelige Säure aus dem Schwefeldioxid der Luft).

Inhaltsverzeichnis

Gebrannter Kalk

Ab einer Temperatur von etwa 800 °C wird Kalkstein entsäuert, das heißt CO2 wird ausgetrieben, und es entsteht der gebrannte Kalk (Kalkbrennen), chemisch Kalziumoxid CaO (auch ungelöschter Kalk). Weichbrannt entsteht bei Temperaturen von 900-1000°C, Hartbrannt bei bis zu 1400°C. Letzterer enthält weniger Poren sowie eine geringere spezifische Oberfläche. Darüberhinaus reagiert er langsamer mit Wasser.

Gelöschter Kalk

Wird Gebrannter Kalk mit Wasser versetzt, entsteht unter Volumenvergrößerung und starker Wärmeentwicklung gelöschter Kalk, chemisch Kalziumhydroxid Ca(OH)2, das zum Kalken von Wänden und als Zusatz zu Kalkmörtel verwendet wird. An der Luft bindet gelöschter Kalk mit Hilfe von Kohlenstoffdioxid wieder zu Kalziumkarbonat ab, womit sich der Kreislauf schließt.

Gebrannter (ungelöschter) Kalk (Kalziumoxid) und gelöschter Kalk (Kalziumhydroxid) sind stark ätzend, Kontakt mit den Augen kann zur Erblindung führen! Gewöhnlicher Kalk ist dagegen harmlos.

Was ist natürliches Kalziumkarbonat?

Kalziumkarbonat ist eine einfache chemische Verbindung mit der Summenformel CaCO3. In der Natur bildet dieses Mineral drei Kalziumkarbonat-Gesteine, die zwar chemisch identisch sind, sich aber sonst in mancherlei Hinsicht unterscheiden.


Kreide ist ein feines, mikrokristallines Sedimentgestein, das durch Ablagerung der Schalen von fossilen Kleinlebewesen wie Coccolithen und Kammerlinge (Foraminifera) entstanden ist. Kreide wird an zahlreichen Standorten entlang des europäischen Kreidegürtels abgebaut, von Großbritannien über Frankreich bis hin zur Insel Rügen in Norddeutschland.


Kalkstein ist ebenfalls biogenen Ursprungs, aber stärker verfestigt als Kreide. Die eigentlichen Gesteinsbildner waren Schnecken und Muscheln sowie gesteinsbildende Korallen und Schwämme. Die Größe der Karbonatkristalle liegt zwischen derjenigen von Kreide und Marmor. Große Kalkstein-Vorkommen befinden sich im französischen Orgon sowie in Burgberg (Deutschland). Kalkgesteine finden sich auch auf der Schwäbischen und Fränkischen Alb, sowie in den Kalkalpen.


Marmor ist ein grobkristallines, metamorphes Gestein, das entsteht, wenn Kreide oder Kalkstein unter dem Einfluss hoher Temperaturen und Drücke umkristallisiert werden. Große Marmor-Vorkommen finden sich in Nordamerika und in Europa beispielsweise in Österreich, Norwegen oder im italienischen Carrara, der Heimat des reinweißen "Statuario", aus dem Michelangelo seine Skulpturen schuf.


Obgleich mehr als 4 Prozent der Erdkruste aus Kalziumkarbonat-Gesteinen besteht, sind nur wenige Lagerstätten für die Gewinnung von Füllstoffen geeignet. Reinheit, Weißgrad, Mächtigkeit und Homogenität sind nur einige der Parameter, die Geologen bei der Prospektion von Kalziumkarbonat-Vorkommen in aller Welt erfassen.

Siehe auch:


Kategorie:Chemische Verbindung


See also: Kalziumcarbonat, Aggregatzustand, Aragonit, Burgberg, CAS-Nummer, Carbonate, Carrara, Chemische Formel, Chemische Verbindung