Kamm
| 30px | Dieser Artikel behandelt den Kamm als Werkzeug. Für weitere Bedeutungen, siehe bitte Kamm (Begriffsklärung). |
thumb|300px|Ein Kamm zur Körperpflege Der Kamm ist das älteste und am längsten in Benutzung stehende Instrument zur Körperpflege. Mit diesem Hilfsmittel können Haare in eine Richtung ausgerichtet und Verschmutzungen beseitigt werden. Ein Kamm besteht aus einem Griff sowie einer je nach Modell hohen Anzahl mehr oder weniger feiner Zähne.
Ursprünglich bestanden Kämme aus Knochen oder Fischbein, später aus Holz, Metall oder anderen Materialien. Moderne Kämme sind meist aus Kunststoff.
Mythologisch gesehen ist der Kamm ein sehr weibliches Symbol. In antiker Zeit wurden vor allem Wasserwesen mit Kämmen in Verbindung gebracht. So kämmten sich beispielsweise die Sirenen, Meerjungfrauen und Nereiden. Auch vielen Göttinnen – insbesondere Liebes- und Wassergöttinnen – wurde der Kamm als Attribut zugeschrieben: Venus Salacia, Aphrodite Marina, Thetis und Thalassa. [[Bild:Edgar Germain Hilaire Degas 008.jpg|thumb|Edgar Degas: Beim Haarkämmen, spätes 19. Jh.]] Das Kämmen als magische Handlung bzw. der Kamm hatte mehrere Bedeutungen: einerseits als Symbol für die Schönheit bzw. die sexuelle Anziehungskraft von Frauen, aber auch als Symbol für etwas Undurchdringliches, etwas, an dem man nicht vorbeikommt. Diese Vorstellungen haben im Volksglauben überlebt. In den Volksmärchen vieler Kulturen kommen Helden vor, die während der Flucht einen magischen Kamm hinter sich werfen, aus dem anschliessend ein Dickicht oder ein Wald entsteht, der die Verfolger aufhält.
Den Hexen im europäischen Raum wurde nachgesagt, sie könnten durch das Kämmen ihrer Haare das Wetter beeinflussen oder Stürme auslösen.
Obwohl der Kamm zu allen Zeiten mit Weiblichkeit assoziiert war, fand die Archäologie auch Gräber, in denen männlichen Toten ein Kamm mitgegeben wurde.
Textilverarbeitung
Kämme werden nicht nur zur Haarpflege, sondern überall dort eingesetzt wo es gilt, langes, faseriges Material zu reinigen und zu ordnen. So wird in der Textilverarbeitung Wolle und Baumwolle vor der Verarbeitung gekämmt, um kurze Fasern auszusortieren und die Faserlänge zu vergleichmässigen.
Maschinell verwendet die Textilindustrie zu diesem Zweck runde Kämme mit unzähligen kurzen Stahlzähnen.
Bei Webmaschinen wird zudem der Teil der Maschine genannt, der den Schussfaden zum Gewebe drückt (Webblatt).
