Kampfbund für deutsche Kultur
Der Kampfbund für deutsche Kultur (KfdK) war eine NSDAP-nahe, wenn auch nicht parteieigene Organisation in der Zeit des Nationalsozialismus unter der Leitung von Alfred Rosenberg.
Die Anfänge des KfdK gehen auf den Reichsparteitag der NSDAP von 1927 zurück, auf dem die Gründung einer Nationalsozialistischen Wissenschaftlichen Gesellschaft erwogen wurde, die das Image der NSDAP aufzubessern sollte; insbesondere bildungsbürgerliche Kreise fühlten sich vom radikalen Gestus der Partei abgestoßen. Die Wissenschaftliche Gesellschaft wurde nie realisiert. Statt dessen beauftragte Hitler Alfred Rosenberg mit dem Aufbau einer Kulturorganisation mit denselben Zielen.
Am 4. Januar 1928 unterzeichneten Rosenberg, Heinrich Himmler, Reichsorganisationsleiter Gregor Strasser, Reichsgeschäftsführer Philipp Bouhler, Reichsschatzmeister Franz Xaver Schwarz und Fabrikant Wilhelm Weiß das Gründungsmemorandum der neuen Organisation, die anfänglich unter dem Namen Nationalsozialistische Gesellschaft für deutsche Kultur firmierte.
Der Mai 1928 veröffentlichte Gründungsaufruf des KfdK verlautbart, man wolle nun im Kampf gegen "Verbastardisierung und Vernegerung unseres Daseins" willensstarke und opferbereite deutsche Männer und Frauen an sich binden, um "artbewußte" Zeitungen und Zeitschriften, bisher "unterdrückte" Gelehrte und Künstler zu fördern, Ausstellungen zu veranstalten und auf die Theaterspielpläne Einfluß zu nehmen.
Zum Förderkreis des KdfK zählten unter anderen der Dichter und spätere Prädident der Reichsschrifttumskammer Hanns Johst, Hitlers Förderin Winifred Wagner, der Komponist Paul Graener, der Architekt Paul Schultze-Naumburg, der die Schrift "Kunst und Rasse" herausgab, der Physiker Philipp Lenard, der die Arbeit Albert Einsteins als "jüdischen Trug" verunglimpfte, und die Witwe des Rassentheoretikers Houston Stewart Chamberlain, Eva Chamberlain.
Zwischen April und Oktober 1929 stieg die Mitgliederzahl des KfdK von rund 300 auf um die 38.000. Trotz des Mitgliederzuwachses erlangten jedoch nur zwei Veranstaltungen KdfK überregionale Aufmerksamkeit.
An der ersten öffentlichen Veranstaltung des KdfK in der Müchner Universität am 23. Februar 1929, ein Vortrag von Otto Spann über "Die Kulturkrise der Gegenwart", nahm Hitler mit zahlreichen Anhängern teil.
Unter dem Motto "Es ist nicht nötig, daß ich lebe, wohl aber, daß ich meine Pflicht tue!" veranstaltete der KfdK Pfingsten 1931 eine Jugend- und Kulturtagung in Potsdam, auf sich Rosenberg in einem Vortrag über "Blut und Ehre" über "Rasse und Persönlichkeit" ausließ und Fliegerhauptmann Hermann Göring zum Thema "Wehrwille sichert die Kultur" sprach.
Seit Oktober 1928 trug die Organisation offiziell die Bezeichnung Kampfbund für deutsche Kultur. Rosenberg gelang es nicht, einen parteiamtlichen Status für den KdfK zu erlangen.
Ab 1934 wurde der Kampfbund in Nationalsozialistische Kulturgemeinde umbenannt, blieb jedoch innerhalb des NS-Regimes weitgehend bedeutungslos.
