Kanaanäische Sprachen
Die Kanaanäischen Sprachen (auch Kanaanitisch) sind eine Untergruppe der Semitische Sprachen, die von den antiken Bewohnern Kanaans bzw. Palästinas gesprochen wurde. Die meisten kanaanäischen Sprachen starben schon zu Ende des 1. Jahrtausends v. Chr. aus, nur die Hebräische Sprache wurde durch die religiösen Schriften des Judentums überliefert und im 20. Jahrhundert "wiederbelebt".
Kanaanäische Sprachen sind:
- Ammonitische Sprache (ausgestorben)
- Moabitische Sprache (ausgestorben)
- Edomitische Sprache (ausgestorben)
- Hebräische Sprache (ausgestorben)
- Phönizische Sprache (ausgestorben)
- Punische Sprache (ausgestorben)
- Samaritanische Sprache (ausgestorben)
Die wichtigsten Quellen zur Beschäftigung mit den Kanaanäischen Sprachen sind die hebräische Bibel und einige Inschriften, wie z.B.:
- auf Moabitisch: Mescha-Stele, El-Kerak-Stele
- auf Althebräisch: Gezer-Kalender
- auf Phönizisch: Ahiram-Inschrift, Sarkophag des Eshmunazar[1]
- auf (Neo-)Punisch: Poenulus von Plautus (Anfang des 5. Akts)
Die kanaanäischen Sprachen bilden zusammen mit dem Aramäischen die westsemitischen Sprachen. Merkmale der kanaanäischen Sprachen sind u.a.:
- Das als bestimmter Artikel benutzte Präfix h- (im aramäischen stattdessen das Suffix -a)
- Das Pronomen der 1. Person Singular ʾnk (אנכ - anok(i)) (dagegen Aramäisch ʾnʾ/ʾny) Die kanaanäische Form ist im Gegensatz zur entsprechenden aramäischen Form ʾnʾ/ʾny die alte Proto-Afro-Asiatische Form (vgl. Ägyptisch jnk)
Links
- Einige Westsemitische Inschriften (englisch)
