Kanaaniter
Die Kanaaniter (auch Kanaanäer) sind die ältesten bekannten Einwohner des syrischpalästinensischen Gebietes, des biblischen Landes Kanaan.
Organisiert in Stadtstaaten beherrschten sie auch nach den zwei großen Völkerbewegungen die landwirtschaftlichen Zentren und fruchtbaren Siedlungsgebiete Kanaans.
Im 13. Jahrhundert v. Chr. drangen Wellen von Seevölkergruppierungen an die Levante-Küste heran, und Anfang des 12. Jahrhundert v. Chr. kam es schließlich zur Ansiedlung der Philister (vermutlich von Kreta oder aus der Ägäis kommend) im nach ihnen benannten Palästina.
Etwas zeitversetzt kam es zu einer zweiten Besiedlung durch die aus der arabisch-syrischen Wüste kommenden Aramäer, welche Herrscher über Babylonien und die syrischen Staatengebilde geworden waren. In Palästina waren es die Hebräer, die sich nun in Nachbarschaft zu den Kanaanäern niederließen.
Die Kanaanäer und die Hebräer lebten im selben Land und existierten über einige hundert Jahre als unterschiedliche Völker durch Religion (Jahwe und Baal-Kulte) getrennt nebeneinander. Durch die "Landnahme" der Hebräer und die mehr oder weniger durch militärische Macht eroberten Städte ging der territoriale Besitz der Kanaanäer mit der Zeit an die Hebräer über, so auch Jerusalem, doch existierten die Abgrenzungen der Völker noch lange durch die Unterscheidung im Glauben.
- Bei der Erwähnung von Hebräern ist wichtig, dass es in vorstaatlicher Zeit kein gemeinsames Handeln aller Hebräer gegeben hat, sondern sich das Autonomiegefühl am stärksten auf die einzelne Sippe oder gegebenenfalls auf die durch territoriale Gegebenheiten entstandenen Gruppierungen konzentrierte.
In den Zeiten der beiden Staaten Israel und Juda, vor allem nach den Einigungsbestrebungen Davids und Salomos war die Vermischung beider Kulturen - der kanaannäischen und der jüdischen - nicht mehr aufzuhalten.
