Avalokiteshvara
thumb|Lokeshvara (Bayon, Angkor, Kambodscha)
Avalokiteshvara (Sanskrit, m., अवलोकितेश्वर, avalokiteśvara, wörtlich übersetzt „der Herr, der die Welt betrachtet“, von: ishvara – „Herr/Herrscher“, avalokita – „auf die Welt schauen“) ist im Mahayana-Buddhismus der Bodhisattva des universellen Mitgefühls (Skt. karuna).
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Verbreitung
In den ostasiatischen Ländern ist er unter verschiedenen Namen bekannt:
- chinesisch: Guanyin bzw. Guanshiyin ("die Töne der Welt wahrnehmend")
- japanisch: Shô Kannon, auch Kanzeon („die Stimmen der Welt hörend“) oder älter Kanjizai bzw. Kôzeo („die Stimme der Lichtwelt“)
- tibetisch: Spyan ras gzigs, auch Chen rezig
- mongolisch: Nidubarüsheckchi
- vietnamesisch: Quan-âm
verschiedene Erscheinungsformen
Avalokiteshvara ist jener Bodhisattva, von dem die meisten unterschiedlichen Erscheinungsformen bekannt sind. Obwohl Bodhisattvas, da in ihnen alle Gegensätze als überwunden gelten, eigentlich keine Geschlechtszugehörigkeit haben, und es auch in den kanonischen Texten des Buddhismus keine Hinweise auf weibliche Bodhisattvas gibt, haben sich in China, Vietnam und Japan auch weibliche Darstellungen Avalokiteshvaras (Guanyin, Quan-âm, Kannon) entwickelt und hohe Popularität erlangt.
Daneben gibt es noch weitere Erscheinungsformen des Avalokiteshvara:
- Lokeshvara, wörtlich: „Herrscher der Welt“ (Sanskrit: ishvara - „Herrscher“, loka - „Ort/Welt“); Lokeshvara war bis zum 14. Jahrhundert insbesondere im historischen Khmer-Reich von Angkor verbreitet, danach war die Bevölkerung zum Theravada-Buddhismus gewechselt, der als einzigen Bodhisattva Maitreya kennt
- Padmapani, wörtlich: „der den Lotos (Padma) in der Hand hält“
Elfköpfiger Avalokiteshvara
In den esoterischen (tantrischen) Traditionen wird Avalokiteshvara oft mit elf Köpfen und 1000 Armen dargestellt, die viele verschiedene Attribute halten oder Blumen regnen lassen. Die 1000 Arme symbolisieren die mitfühlende Aktivität aller 1000 Buddhas, die nach der Überlieferung in diesem glücklichen Kalpa (buddhistisch-mythologisches Zeitalter) erscheinen werden. Im tibetischen Kulturkreis ist insbesondere das Ritual auf den elfköpfigen Avalokiteshvara (Nyungne-Ritual) von großer Bedeutung. Es wurde von der indischen Nonne Palmo im 10. Jahrhundert in Tibet verbreitet. Diesem Ritual werden starke Heilwirkungen zugeschrieben und es trägt daher auch den Namen "Allgegenwärtiges Heil". Palmo erlangte durch die Praxis auf Avalokiteshvara Erleuchtung.
Anrufung Avalokiteshvaras
Im Tibetischen Buddhismus Vajrayana werden viele Meister, darunter insbesondere der Dalai Lama als eine Verkörperung (Emanation) Avalokiteshvaras angesehen. Eine populäre Invokationsformel (Mantra) lautet: om mani padme hum (eine der möglichen Übersetzungen lautet: "O du Juwel in der Lotusblüte", das Juwel steht für allumfassendes Mitgefühl, daher wird dieses Mantra auch als das Mantra des Mitgefühls bezeichnet. Eine andere Deutung bezieht sich auf den Berg Kailash inmitten seiner Himalaya-Umgebung).
