Kanone

thumb|Französische 12,5 cm Langkanone thumb|moderne Feldkanone - M-198 Eine Kanone ist ein Geschütz mit einem großen Verhältnis Rohrlänge zu Kaliber (Rohrlaenge/Kaliber\geq 20), die meist zum Flachfeuer verwendet wird.

Moderne Haubitzen verfügen ebenfalls über lange Rohre, können aber zu Flach- und Steilfeuer verwendet werden, so dass der Begriff Kanone nicht mehr scharf gegen Haubitzen abgegrenzt werden kann. Die Bundeswehr lehrt Feldartilleristen eine einfache, wenn auch historisch nicht korrekte, Unterscheidung zur Haubitze: Haubitzen haben grundsätzlich ein gezogenes Rohr - Kanonen ein glattes. (Kanonen verleihen aufgrund der hohen Mündungsgeschwindigkeit dem Geschoss eine relativ gerade Flugbahn, man spricht deshalb auch von Flachfeuergeschützen. Haubitzen ermöglichen gekrümmte Geschossbahnen.)

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schon im 13. Jahrhundert verfügten die Truppen Dschingis Khans über das, was man im mittelalterlichen Europa als "Feuertöpfe" oder "Eisentöpfe" bezeichnet wurde. In Europa selbst treten sie seit dem 14. Jahrhundert auf, wohl erstmals in Italien in der Toskana, dann in Süddeutschland. Kurze Zeit später kamen sie praktisch in ganz Europa vor, so daß man hier von einem ersten Wettrüsten reden kann.

Die ersten Geschosse waren eigenartige gewaltige Brandpfeile, wurden aber bald von der Steinkugel verdrängt. Bald experimentierte man auch mit gußeisernen Kugeln, die aber in der Herstellung wesentlich teurer waren und auch mehr Pulver benötigten. Diese Nachteile sorgten dafür, daß die steinernen Kugeln noch bis zum Ende des 15. Jahrhunderts benutzt wurden.

Die ersten Rohre waren aus Eisen, Kupfer, Bronze oder Messing in einem Stück gegossen, wobei man sich die Erfahrungen der Glockengießer zunutze machte.

Etymologie

Der Begriff stammt vom italienischen Wort canna (französisch quennon), welches für "Röhre" oder "Rohr" steht. Die Endung "-one" bedeutet im Italienischen soviel wie "groß" oder "dick". Cannone = "großes/dickes Rohr".

Rekorde

Die Kanonen mit der höchsten Reichweite und größtem Kaliber waren allesamt Eisenbahngeschütze:

Spezielle Einsatzbereiche der Kanone

Spezielle Kanonen

Verwendung außerhalb des Kampfes

Siehe auch

Feldschlange, Kartaune, Artillerie, Kanonenboot - Kanonenfutter - Kanonenofen - Schneekanone - Die nackte Kanone - Gulaschkanone - Zündeisen - Kanonenkugel

Redensartliches

"Kanonenstiefel" wurden metophorisch hohe und mächtige Stiefel genannt.

Die Redensart "unter aller Kanone" für eine grottenschlechte Leistung hat mit einer Kanone nichts zu tun und geht auf die lateinische Floskel sub omni canone zurück; siehe dazu Dissertation ("Bewertungsstufen").

Weblinks

See also: Kanone, 13. Jahrhundert, 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert, Artillerie, Bronze, Die nackte Kanone, Dissertation, Dschingis Khan, Eisen