Kanzone (Literatur)
Als Kanzone (ital. Canzóna, "Lied") wird eine lyrische Dichtform, die eine Mischung zwischen dem Lied und der Ode ist und hauptsächlich zum Ausdruck ernster und schwermütiger Betrachtung verwendet wird.
Sie besteht aus mehreren längeren gleich gebauten Strophen, auf welche eine kürzere Schlußstrophe folgt. Bestehen die gleichgebauten Strophen aus mehr als zehn Versen, so zerfällt die Strophe in zwei Teile, die Füße und den Schweif. Erstere bestehen aus zwei gleichgebauten Abschnitten, die untereinander reimen; der letztere enthält mehr Reime, die sich umschlingen oder kreuzen, und ist mit den erstern dadurch in metrische Verbindung gesetzt, daß sein erster Vers mit dem letzten der Füße reimt. In der kürzeren Schlußstrophe findet ebenfalls die Form der Umschlingung und Kreuzung der Reime statt. Die Zahl der Verse, aus denen die Strophe besteht, ist unbestimmt; in der Regel wechseln fünf- mit dreifüßigen Jamben ab. Die Kanzone stammt von den provenzialischen Troubadouren her, erhielt aber erst in Italien, namentlich durch Dante und Petrarca, ihre mustergültige Ausbildung. In Deutschland dichteten Kanzonen außer den Romantikern, wie August Wilhelm Schlegel, auch August Graf von Platen, Friedrich Rückert, Joseph Christian Freiherr von Zedlitz, Ludwig Bechstein, Franz Dingelstedt, Max Waldau.
