Kapstadt

thumb|Blick auf Kapstadt von Robben Island Kapstadt (afrikaans: Kaapstad, englisch: Cape Town) ist nach Johannesburg und Durban die drittgrößte Stadt Südafrikas. Seit 2004 bildet sie den ausschließlichen Sitz des südafrikanischen Parlaments (davor: nur während der Wintermonate). Darüber hinaus ist Kapstadt die Hauptstadt der Western Cape Provinz (Westkap). Da Kapstadt die erste Stadt war, die in der Kolonialzeit im heutigen Südafrika gegründet wurde, wird sie von den Südafrikanern auch gern als die "Mutterstadt" bezeichnet. Sie hat 2.375.910 Einwohner in der eigentlichen Stadt und 4.302.232 in der Agglomeration, d.h. inklusive der Vororte und der Townships. (Stand jeweils 1. Januar 2005)

Berühmt ist Kapstadt vor allem aufgrund des Tafelberges - dem Wahrzeichen der Stadt. Seine markante, plateau-förmige Oberfläche dominiert zusammen mit Signal Hill und Lions Head das gesamte Stadtbild (siehe nebenstehendes Foto) und macht die Skyline weltweit so unverwechselbar. Die See an der Kaphalbinsel ist als unruhig bekannt, was dazu führte, dass das ca. eine Autostunde von Kapstadt entfernte »Kap der guten Hoffnung« auch unter dem Beinamen »Kap der Stürme« bekannt wurde.

Nicht richtig ist die (weit verbreitete) Annahme, das Kap der guten Hoffnung sei auch der südlichste Punkt des afrikanischen Kontinents, denn dies ist das - weit weniger bekannte - Kap Agulhas, wie ein Blick in die Karte schnell klar werden lässt. Damit wird ebenfalls deutlich, dass der Werbeslogan von der »einzigen Stadt auf der Welt, die an zwei Ozeanen liegt«, mit dem Kapstadt immer wieder beworben wird, nicht ganz korrekt ist. Denn der Atlantische und Indische Ozean »treffen« sich erst am ca. 200 km östlich entfernten Kap Agulhas.

[[Bild:Satellite image of Cape peninsula.jpg|thumb|Kapstadt (NASA)]]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

thumb|Historische Karte (um 1888)

Im Jahre 1652 ging der Holländer Jan van Riebeeck in der Tafelbucht an Land und gründete dort eine Versorgungsstation für die Handelsschiffe der Niederländische Ostindien-Kompanie (Vereenigde Oost-Indische Compagnie; VOC) auf ihrer Route nach Indien. Der Ort war gewählt worden, weil sich eine geschützte Bucht als natürlicher Hafen anbot. Die Holländer vertrieben die Ureinwohner von den Stämmen der Khoi und San, die bisher das Gebiet besiedelt hatten, und erbauten umgehend zu ihrem eigenen Schutz das "Fort de Goede Hoop" - das heutige "Castle Of Good Hope". Da sich die Ureinwohner (von den Holländern auch als "Hottentotten" bezeichnet) weigerten, mit den Eroberern Handel zu treiben, war die VOC gezwungen, Sklaven aus ihren Handelsgebieten in Madagaskar, Indien, Malaysia und Indonesien zu importieren. Da aber nicht nur ein Mangel an Arbeitskräften, sondern auch an Frauen in der noch jungen Kolonie herrschte, wurden die Sklavinnen in doppelter Hinsicht ausgebeutet: für Arbeit und Sex. Die daraus resultierende Durchmischung von Europäern, importierten Sklaven und den schwarzafrikanischen Ureinwohnern ist der Ursprung der heutigen "Cape Coloured" Population.

Tourismus

thumb|Blick vom Tafelberg auf Kapstadt bei Tage

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Blick vom Tafelberg, im Hintergrund Robben Island

Die "Perle am Kap" - wie Kapstadt auch genannt wird - bietet Touristen vielfältigste Möglichkeiten. Wer einmal in Kapstadt ist, sollte sich entweder zu Fuß oder mit der Seilbahn auf den Tafelberg begeben und die Aussicht auf die Stadt und Umgebung genießen. Allerdings ist der Berg häufig wolkenverhangen. In solchen Fällen ist von einer Besichtigung abzuraten, da nicht nur die Sicht sehr stark eingeschränkt ist, sondern insbes. bei Aufstiegen zu Fuß nicht zu unterschätzende Gefahren lauern.

Um die Abendzeit ist der Signal Hill ein guter Tipp für Touristen, da sich hier bei einem netten Picknick die berühmten Sonnenuntergänge besonders gut genießen lassen. Seit Dezember 2003 ist zudem der sogenannte Chapmans Peak Drive, Südafrikas schönste Küstenstraße, wieder geöffnet. Entlang der Hout Bay Bucht kann man bei der Fahrt mit dem Auto immer wieder in dafür vorgesehenen Parktaschen halten und das tolle Panorama genießen. Die Straße ist allerdings gebührenpflichtig, eine Tour kostet ca. 20 Rand (ca. 2,5€). Eine Investition, die sich aber sehr lohnt.

Vom Hafen aus können Touren zur bekannten ehemaligen Gefängnisinsel Robben Island gebucht werden, auf der Nelson Mandela und andere führende ANC-Mitglieder jahrelang inhaftiert waren. Das Besondere an diesen Führungen ist, dass sie ausschließlich von ehemaligen Gefängniswärtern und Gefangenen gehalten werden, die aufgrund ihrer eigenen, leidvollen Erfahrungen authentische Einblicke in das damalige Leben auf der Gefängnisinsel geben können.

In der Kapstädter City laden zahlreiche Museen, Parks, Kunstausstellungen oder das Planetarium zu einem Besuch ein. Besonders empfehlenswert (bei Tag oder Nacht) ist außerdem die Long Street, die Party- und Restaurantmeile der Stadt. Denn hier schlägt das Herz Kapstadts.

Kulturelle Angebote umfassen Führungen durch Weingüter in Stellenbosch und Umgebung (mit anschließender Weinprobe), aber auch die prominentesten Konzerte im ganzen südlichen Afrika.

Am Hafen hat sich ein großes Einkaufsszentrum "Victoria & Alfred Waterfront" mitten in einer touristisch aktiven Umgebung etabliert. Dutzende von Geschäften und Lokalen wetteifern in bunter Weise um Kunden. Auch befindet sich dort das Two Oceans Aquarium.

Die beste Jahreszeit für einen Besuch Kapstadts sind die dortigen Sommermonate Oktober bis März, wobei es im Dezember und Januar sehr heiß werden kann. August und September sind die geeigneten Monate um die Westküste zu besuchen, denn dann ist die Wüste nach dem Frühjahrsregen erwacht und die wilden Blumen blühen.

Die Botanik der Kap-Provinz ist endemisch, d.h. einzigartig, ca. 6000 Pflanzenarten sind hier zu Hause, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Vor allem die berühmten Protea-Arten sind bei Touristen sehr beliebt und werden für Souvenire, sei es als Samen für den heimischen Garten oder als Trockengestecke, gern gekauft. Proteen und viele andere typische Pflanzenarten der Kap-Halbinsel können im Kirstenbosch National Botanical Gardenbesichtigt werden. Dieses beliebte Ausflugsziel mit 36 Hektar angelegten Gärten eignet sich für einen kompletten Tagesausflug und liegt malerisch an der Ostflanke des Tafelberges. Mitgebrachtes Picknick lässt sich gut auf den großzügigen Rasenflächen einnehmen. Zudem finden hier in den Frühlings- und Sommermonaten häufig Konzerte statt.

Neben den bisher genannten Attraktionen ist Kapstadt berühmt für seine zahlreichen schönen Strände. Zu nennen wären hier vor allem Camps Bay und Clifton Beach sowie der Bloubergstrand, von dem man einen fantastischen Blick auf die Stadt und den Tafelberg hat. Leider ist das Wasser des Atlantischen Ozeans aufgrund des Benguela-Stroms sehr kalt und wird auch im Sommer nicht wärmer als 17°C.

Wirtschaft

Von Kapstadt aus werden landwirtschaftliche Erzeugnisse der Kap-Provinz in die ganze Welt exportiert, dazu zählen vor allem Obst, Wein und Blumen. Touristen können beobachten, wie ihre Flugzeuge für den Rückflug mit Stiegen von Pfirsichen beladen werden, die direkt mit Traktoren und Hängern am Flugfeld angeliefert werden.

Andere für den südafrikanischen Export sehr bedeutende Bodenschätze, wie Gold und Diamanten werden hingegen nicht in der Kap-Provinz gefördert, sondern im Raum Johannesburg (v.a. Gold, Platin) und in Kimberley (Diamanten).

Transport

Kapstadts Flughafen ist der zweitgrößte in Südafrika. Früher hieß er D.F. Malan, doch heute einfach Cape Town International. Von hier aus starten Flüge ins Inland, aber auch zunehmend in andere afrikanische Länder (z.B. Namibia, Botswana, Kenia). Täglich finden Flüge nach Frankfurt, London und in die USA statt. Weitere Ziele in Europa, Asien und Amerika werden mehrmals pro Woche angeflogen.

Die bedeutendste Fluggesellschaft am Flughafen ist die South African Airways, gefolgt von Nationwide und Comair. Für Low-cost-Flieger, wie Kulula.com und 1Time ist Kapstadt ein wichtiges Ziel.

Der Flughafen ist sehr gut über das örtliche Straßennetz erreichbar. Die N2 (Garden Route, Durban) führt direkt an der Landebahn vorbei und die N1 (Johannesburg, Bloemfontein) ist nur wenige Kilometer entfernt.

Bildung

Kapstadt gilt in Südafrika als anerkannte Universitätsstadt. Die "University of Cape Town" (kurz: UCT) ist eine der wichtigsten Universitäten auf dem afrikanischen Kontinent. Daneben gibt es noch die University of Western Cape. Auch eine, sicherlich zu den TOP 100 zählenden Business Schools ist in Kapstadt zu finden, die "Graduate School of Business". Die Graduate School of Business befindet sich in unmittelbarer Nähe der "Victoria & Alfred Waterfront".

Als wichtige Bildungsinstitutionen, insbesondere für Kapstadt-Besucher, sind die Sprachschulen (Language Schools) zu erwähnen. Als Sprach-Schul-Standort hat sich Kapstadt zu einen Top-Spot entwickelt. Menschen aus aller Welt besuchen die -größtenteils- guten Englisch-Sprachschulen am Kap. Die Entwicklung begann Mitte der 1990er, in relativ kleinen Verhältnissen und entwickelte sich sehr schnell zu einem prosperierenden Markt. Gründe für die positive Entwicklung sind die Qualitätsorientierung und natürlich die attraktive Angebotspreisgestaltung.

Weblinks

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See also: Kapstadt, Agglomeration, Benguela-Strom, Botswana, Durban, Indien, Indonesien, Jan van Riebeeck, Johannesburg