Kapteyns Stern

440px|thumb|Kapteyns Stern, ein sogenannter roter Unterzwerg

Kapteyns Stern ist ein sonnennaher Stern der Klasse der roten Unterzwerge. Als Besonderheit besitzt er die zweitgrößte Eigenbewegung unter allen bekannten Sternen. Zugleich gilt der Himmelskörper als nähestes Objekt des seltenen Typs der Halosterne. Seine Masse erreicht knapp 30% der Sonnenmasse und seine Größe entspricht etwa 2 Jupiterdurchmessern. Seine Leuchtkraft beträgt nur ein Tausendstel der Sonnenleuchtkraft. Das Objekt ist erst unterhalb von 45 Grad nördlicher Breite im Sternbild Maler (Pictor) als blasses Objekt nur durch Teleskope sichtbar. Das Alter des Sternes wird auf 13 Milliarden Jahre geschätzt.

Inhaltsverzeichnis

Entdeckung

Kapteyns Stern wurde 1897 vom holländischen Astronomen Jacobus C. Kapteyn fotometrisch entdeckt. Die Fotoplatten wurden am Kap der guten Hoffnung im Royal Observatory von David Gill aufgenommen und dienten der systematischen Erstellung eines Sternkataloges (Cape Photographic Durchmusterung). Zum Zeitpunkt seiner Entdeckung besaß Kapteyns Stern die größte Eigenbewegung unter allen Sternen und löste damit den bisherigen Rekordhalter Groombridge 1830 ab.

Katalognummern

Kosmische Umgebung

Der Himmelskörper gehört zu den 30 sonnennächsten Sternen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen keine Hinweise für Exoplaneten in seiner Umgebung vor. Der naheste Stern in einer Entfernung von knapp 4 Lichtjahren ist der rote Unterzwerg LHS 1565 / GJ 1061, weitere sind Sirius 2 in 6,5 und und Epsilon Eridani in 7,5 Lichtjahren Entfernung.

Spektrum

Der Stern gehört in die Spektralklasse M und besitzt als eruptiv veränderlicher Stern ein variables Spektrum. Er gehört zum Typ der Flare Sterne (UV-Ceti Sterne). Eine Charakteristisk dieses Sterntyps, den man bei sonnennahen, leuchtschwachen Sternen häufig findet, sind monumentale, unvorhersehbare Gaseruptionen an der Oberfläche, die kurzfristig die Leuchtkraft stark verändern.
Die H-Linie liegt bei 656,8 nm. Das ist ein gegenüber dem Laborwert erhöhter Wert und somit ein Befund (optischer Doppler-Effekt), dass sich das Objekt vom Sonnensystem wegbewegt. Die Besonderheit in seinem Sternspektrum liegt in der relativen Verstärkung der Ca I and Cr I Linien relativ zur Stärke der TiO Banden. Die Konzentration schwererer Elemente - seine Metallizität - ist im Vergleich zu sonnenähnlichen Sternen gering, innerhalb seiner Klasse aber nicht ungewöhnlich. Aufgrund der relativen Nähe von Kapteyns Stern und dem damit verbundenen guten Signal-Rauschverhältnis eröffnen die Beobachtungen auch Aussagen über eine Vielzahl ähnlicher, aber wesentlich weiter entfernter, schlechter wahrnehmbarer Sterne.

Bewegung

Kapteyns Stern bewegt sich rückläufig in einer unregelmäßigen, elliptischen Bahn um die Milchstraße. Als Halostern weicht er damit stark von den üblichen Sternbewegungen ab. Damit hängt auch seine sehr hohe Eigenbewegung, die zweitgrößte nach Barnards Pfeilstern, zusammen. Am Firmament läuft die Bewegung nach Südosten, damit wird die Entfernung zum Sonnensystem stetig größer.

Daten

Literatur

Weblinks


Kategorie:Individueller Stern fünfter Größe und dunkler

See also: Kapteyns Stern, 1897, Astronomische Nachrichten, Barnards Pfeilstern, Cordoba Durchmusterung, David Gill, Deklination, Durchmesser, Eigenbewegung, Epsilon Eridani