Kar (Talform)

Ein Kar (von ahd. char (Trog, Schüssel)) ist eine kesselförmige Eintiefung unterhalb eines Berggrates mit flachem Boden und steilen Rückwänden. Kare sind wie die Trogtäler eine von Gletschern geschaffene Ausräumungsform, aber mit kleinem Ausmaß. Aus diesen Karen strömten die eiszeitlichen Talgletscher in die tieferliegenden Täler hinunter.

Kare werden häufig mit Karren (Karsterscheinungen) verwechselt, obwohl es einen großen Unterschied gibt: Kare entstehen durch glaziale Erosionen, Karre (längliche Karsterscheinungen) entstehen nur bei der chemischen Verwitterung von Kalk (in Kalkgebirgen). Deshalb kommen Karre nur in den Kalkalpen und Kare in allen Alpenteilen vor, die früher vergletschert waren.

Ein bekanntes Kar ist beispielsweise das Hochkar (1808 m) in Niederösterreich.

[[Bild:Hauptkette3_vom_Lafatscher_HQ.jpg|thumb|Karwendelhauptkette von Süden mit eingelagerten Karen]] Zahlreiche Kare sind im Karwendelgebirge anzutreffen, insbesondere auf der Südseite der großen Ketten finden sich zwischen ausgeprägten Seitengraten ausgedehnte Kare. Die meisten Gipfelnamen leiten sich von dem darunterliegenden Kar ab: Birkkarspitze, Ödkarspitze, Seekarspitze, Moserkarspitze, Vogelkarspitze, u.v.m. Kategorie:Geologie

[[Bild:Karsee-1.jpg|thumb|Karsee im ]]

See also: Kar (Talform), Althochdeutsche Sprache, Gletscher, Karren, Karst, Karwendel, Lechquellengebirge, Niederösterreich, Trogtal