Kardieren

thumb|Historische Kardiermaschine

Das Kardieren (kardätschen oder kämmen in der Umgangssprache) dient im Prozess des Spinnens zur ersten Ausrichtung der losen Textilfasern zu einem Flor oder Vlies. Maschinen zum Kardieren werden Kardiermaschine oder einfach Karde genannt, der Ort, wo kardiert wird heißt Karderie.

Das Kardieren funktioniert so: Die bereits gut gereinigten Fasern werden möglichst vereinzelt angeliefert. Auf der Karde werden die Fasern auf den Tambour, eine große Walze mit etwa einem Meter Durchmesser und Häkchen am Umfang gegeben. Der Tambour dreht sich und befördert die Fasern oben über die Walze. Auf der Oberseite des Tambours befinden sich Bretter oder kleine Walzen, welche ebenfalls mit Häkchen bestückt sind. Die Fasern werden durch diese Häkchen unten und oben parallel ausgerichtet. Wenn die Fasern eine halbe Umdrehung auf dem Tambour zurückgelegt haben, werden sie hinten von einer Abnehmerwalze abgenommen. Die Abnehmerwalze dreht sich in die gleiche Richtung wie der Tambour, aber viel langsamer. Dadurch werden die Fasern aus den Häkchen des Tambours „ausgehängt“. Da die Fasern untereinander verhaken und schlecht auf der Abnehmerwalze haften, kann ein breites Faserband, der Flor oder das Vlies von der Abnehmerwalze abgezogen werden. Er wird in einem Trichter zu einem runden Band, dem Kardenband geformt und in Schlaufen in einer Kanne abgelegt.

Das Kardenband wird anschließend zusammen mit weiteren Kardenbändern in der Strecke (früher Streckbank) verstreckt, um Ungleichmässigkeiten in den Fasern auszugleichen. Anschließend kann das verstreckte Band über mehrere Schritte zu einem Garn gesponnen werden.

Geschichte

Anwendungsgebiet

Literatur

See also: Kardieren, 1748, 1769, 1775, Baumwolle, Blütenstand, England, Faser, Flor, Handspindel