Kardinalität (Datenbanken)

Die Kardinalität beschreibt die Komplexität oder Grad einer Beziehung in einer relationalen Datenbank zwischen zwei Entitites.

Im ER-Diagramm wird die Kardinalität an der Beziehung notiert.

Es gibt drei Abstufungen:

Inhaltsverzeichnis

Ausführliche Definition

Die Kardinalität gibt an, mit wieviel anderen Entitäten eine Entität einer bestimmten Entitätsmenge in einer konkreten Beziehung stehen muss bzw. kann. Die Angabe erfolgt im ER-Diagramm durch eine Zahl bzw. einen Buchstaben an den Linien, die die Raute der Beziehung mit den Rechtecken der Entitätsmengen verbindet.

Kardinalitäten

1:1

In einer 1:1-Beziehung ist jeweils genau eine Entität Partner genau einer anderen Entität.

Beispiele:

  • Ehe: Ein Ehepartner ist (zur gleichen Zeit, nach geltendem Recht in Deutschland) mit genau einem Ehepartner verheiratet
  • KFZ-Kennzeichen: Ein Fahrzeug hat genau ein KFZ-Kennzeichen (zur gleichen Zeit)
Schreibweise 1:1
Kardinalität 1:n

1:n (n:1)

Auf der einen Seite der Beziehung stehen eine oder mehrere Entitäten genau einer Entität auf der anderen Seite gegenüber.

n:1 wird selten angegeben, da es ein von rechts-nach-links gelesenes 1:n ist.

Beispiele:

  • Familie: Ein Kind hat genau eine leibliche Mutter, diese Mutter kann mehrere Kinder haben. -> Mutter 1:n Kinder
  • Kunst: Ein Kunstwerk kann (zur gleichen Zeit) nur in einem Museum (als Original) vorliegen; Im Museum dagegen werden mehrere Werke präsentiert. -> Museum 1:n Kunstwerke
Schreibweise 1:n
Kardinalität 1:n
Vorüberlegung: Kardinalität 1:n (Vorüberlegung)

n:m

Auf beiden Seiten der Beziehung können beliebig viele Entitäten stehen.

Cave: Beliebter Schreibfehler: n:n. Das würde implizieren, das auf beiden Seiten gleich viele Entitäten stehen.

Beispiele:

  • Eigentum an Immobilien: Eine Immobilie kann mehreren Eigentümern gehören (Eigentümergemeinschaft). Ein Eigentümer kann mehrere Immobilien besitzen. -> Eigentümer n:m Immoblien
  • Student <-> Professor: Ein Professor unterrichtet üblicher Weise mehrere Studenten. Ein Student hört Vorlesungen von mehreren Professoren. -> Professor n:m Student
Schreibweise n:m

Kardinalität n:m

Vorüberlegung: Kardinalität n:m (Vorüberlegung)

Umsetzung in Datenbanktabellen

1:1

Hier wird der Primärschlüssel einer der beiden Entitäten als Fremdschlüssel der anderen Entität in einer zusätzlichen Spalte hinzugefügt. Bei welcher der Entitäten das geschieht, ist technisch irrelevant, praktisch versucht man die reale Abhängigkeit darzustellen.

1:n

Die Datenbanktabelle der Entität auf der n-Seite erhält eine zusätzliche Spalte, die als Fremdschlüssel den Primärschlüssel der Entität auf der 1-Seite aufnimmt. Bei einer 1:n-Beziehung nennt man das Attibut, das mehrere „Instanzen“ haben kann, Mehrwertiges Attribut.

n:m

Hier wird eine Zwischentabelle erstellt, die Primärschlüssel beider Tabellen als Fremdschlüssel enthält.

Literatur

See also: Kardinalität (Datenbanken), ER-Diagramm, Entity, Fremdschlüssel, Primärschlüssel, Relation, Relationale Datenbank, Ramez Elmaris, Shamkant Navathe