Karien

thumb|right|400px|Kleinasien in der Antike Karien (lat. Caria) ist eine Landschaft im Südwesten von Kleinasien und war im Altertum ein selbstständiges Königreich. Bewohnt wurde es von den Karern, einem indogermanischen Volk mit eigener Sprache (siehe karische Sprache).

Das Gebiet lag zwischen den Reichen von Lydien und Lykien und überschnitt sich teilweise mit letzterem. Damit entspricht es etwa den heutigen türkischen Provinz Mugla, Aydin und der Westhälfte von Denizli.
Karien war ein Zentrum der Handelsschiffahrt im östlichen Mittelmeerraum und ist heute durch den Tourismus zu den antiken Stätten und zur Halbinsel Bodrum sowie der malerischen Südküste bekannt.

Die bedeutendsten karischen Städte waren Halikarnassos und Milet, beide zwischen Taurus-Gebirge und Ägäis. Auf einer Landzunge zwischen ihnen liegt Didyma, dessen bis heute beeindruckender Apollo-Tempel das in der Zeit Alexander d. Gr. berühmte Orakel beherbergte. Vom Kultzentrum der damaligen Großstadt Milet führte eine eigene Prozessionsstraße zum Heiligtum von Didyma.

Aus Halikarnassos stammt Herodot (ca. 484 v. Chr. bis ca. 425), der "Vater der Geschichtsschreibung" und Chronist der Perserkriege. Etwa 50 km nordöstlich, wo der Taurus in die Halbinsel Bodrum übergeht, liegt Milas mit einem lykischen Architekturdenkmal nach dem Vorbild des o.e. Mausoleums. Milas ist heute auch als Zentrum der Teppich-Manufaktur bekannt (Typ Milas: helle, geometrische Muster).

Einer der Könige von Karien war Mausolos II. (377 bis ca. 300 v. Chr.), der unter Oberhoheit von Persien regierte. Nach seinem Mausoleum von Halikarnassos - einem der "Sieben Weltwunder" - erhielten viele große Grabmäler die Bezeichnung Mausoleen.
Die nahe Kreuzritterburg von Bodrum wurde teilweise aus Steinen des Grabmals errichtet, als es nach einem Erdbeben um 1500 n.Chr. abgetragen wurde.

Im Osten von Karien, nahe der Bucht von Antalya, lag die antike Hafenstadt Phaselis. Etwas weiter westlich die spätere Bischofstadt Myra (türkischer Name Demre) mit der Basilika des Hl. Nikolaus und bemerkenswerten lykischen Fels- und Hausgräbern.

Typisch für Karien (insbesondere seine südliche Steilküste) und für Lykien sind die antiken Nekropolen, von denen manche in Felswänden angelegt wurden, andere auf freiem Feld mit hochgebauten steinernen Sarkophagen oder dekorierten Pfeilergräbern bis heute die Archäologen erstaunen.
Das Volk der Karer, das eine eigene indogermanische Sprache besaß, das Karische, wurde in der Antike "Kares" bzw. "Cares" genannt und in der Zeit des Hellenismus von einem persischen Satrapen regiert. Die Perser nannten das Land auch "Karka".

Siehe auch antike Stätten:

See also: Karien, 484 v. Chr., Alexander d. Gr., Antalya, Apollon, Aydın (Provinz), Bodrum, Denizli (Provinz), Didyma, Halikarnassos