Karl-Franzens-Universität Graz
Die Karl-Franzens-Universität (Carola-Franciscea) Graz ist die größte Universität der Steiermark und nach der Universität Wien die zweitälteste Universität Österreichs. Ihr Name leitet sich von Erzherzog Karl II. von Innerösterreich, sowie Kaiser Franz II./I. ab. Im Wintersemester 2004/2005 waren 21.267 Studenten gemeldet, davon 9% Ausländer bzw. 61% Frauen.
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| Inhaltsverzeichnis |
Gliederung
Sie ist gemäß § 20 Absatz 4 des Universitätsgesetzes (UG) 2002 in 5 Fakultäten gegliedert:
- Katholisch-Theologische Fakultät
- Rechtswissenschaftliche Fakultät
- Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
- Geisteswissenschaftliche Fakultät
- Naturwissenschaftliche Fakultät
Die Medizinische Fakultät wurde durch das Universitätsgesetz 2002 im Laufe des Jahres 2003 mit Wirksamkeit vom 1. Januar 2004 in eine eigene Universität ausgegliedert, die Medizinische Universität Graz.
Geschichte
Die Gründung der Universität erfolgte im Jahre 1585 durch Erzherzog Karl II. von Innerösterreich und wurde im selben Jahr an die Societas Jesu übergeben mit dem Ziel allen sozialen Schichten eine elitäre Ausbildung angedeihen zu lassen.
Nach der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahre 1773 wurde die Universität vom Staat übernommen. Das Ziel der Ausbildung war das Heranziehen braver Staatsdiener und die Vermittlung ausschließlich praktisch verwertbarer Kenntnisse. 1778 wurde die juridische Fakultät gegründet und 1782 erfolgte die Umwandlung der Universität in ein Lyzeum, sowie Schaffung des medizinisch-chirurgischien Studiums.
Die Wiedererrichtung der Universität durch Kaiser Franz II./I. erfolgte 1827. Nach der Universitätsreform Wilhelm von Humboldts wurde 1848 die Lehr- und Lernfreiheit eingeführt. Die Universität wird Träger der Wissenschaft, die Studenten sollen im Studium in das wissenschaftliche Forschen eingeführt werden ("Bildung durch Wissenschaft"). Es wird eine starke Hochschulautonomie geschaffen. Diese Grundstruktur blieb - abgesehen von der Zeit 1938-45 - im Wesentlichen bis 1975 erhalten.
Nach der Annexion Österreichs im Jahr 1938 kam es zu zahlreichen Entlassungen. Darunter befanden sich auch die Nobelpreisträger Otto Loewi, Victor Franz Hess und Erwin Schrödinger.
Die Universitätsreform von 1975 bringt das Ende der Professorenuniversität und die Mitbestimmung von Assistentinnen und Assistenten, sowie Studierenden in allen Gremien. Seit Ende der fünfziger Jahre verzehnfachte sich die Zahl der Hörer.
Nobelpreisträger
- Fritz Pregl, 1923 für Chemie
- Julius Wagner von Jauregg, 1927 für Medizin
- Erwin Schrödinger, 1933 für Physik
- Otto Loewi, 1936 für Medizin
- Victor Franz Hess, 1936 für Physik
- Karl von Frisch, 1973 für Medizin
weitere namhafte Forscher
- Ludwig Boltzmann, Physiker
- Ernst Mach, Physiker
- Paul Guldin, Mathematiker
- Joseph Schumpeter, Nationalökonom
- Alfred Wegener, Kontinentalverschiebungstheorie
- Franz Krones, Historiker
- Alexius von Meinong, Gegenstandstheoretiker
- Johannes Schmidt, Sprachwissenschaftler
- Hugo Schuchardt, Romanist
- Ludwig Gumplowicz, Soziologie
- Hans Groß, Kriminologe
- Arnold Luschin, Rechtsgeschichte
- Alexander Rollett, Physiologe
- Hans von Haberer, Chirurg
- Hermann Beitzke, Tuberkuloseforscher
