Karl Friedrich von dem Knesebeck

Karl Friedrich von dem Knesebeck (* 5. Mai 1768; † 12. Januar 1848) war ein preußischer Generalfeldmarschall.

Als Sohn eines friderizianischen Offiziers, der schon im siebenjährigen Krieg gedient hatte, wurde Karl Friedrich von dem Knesebeck am 5. Mai 1768 auf Gut Carwe, nahe Neuruppin, geboren.

1790 kam von dem Knesebeck mit seinem Regiment nach Schlesien. Als junger Leutnant lernte er dort, selbst schriftstellerisch tätig und eng mit dem Regimentskameraden und Dichter Franz von Kleist befreundet, Goethe kennen. Goethe sprach sich lobend über über von Kleists Verse aus, meinte jedoch dabei: „das schöne Verse und glatte Reime noch keinen Dichter machten, und das man damit nur zeigen könne, wie man die Sprache in der Gewalt habe; nach 50 Jahren werde wohl jede Kammerjungfer ihre Liebeserklärung in Reimversen machen.“ Von dem Knesebeck schreibt später in seinen Erinnerungen, das nunmehr die fünfzig Jahre verflossen sein und die Zeitungen täglich zeigen, wie richtig Goethe damals vorausgesagt habe.

Im Feldzug von 1792/1794 fiel von dem Knesebeck dem Herzog von Braunschweig durch seine Tüchtigkeit auf; er zog ihn 1794 zu Generalstabsarbeiten heran. 1797 wurde er Premierlieutenant, zwei Jahre später Hauptmann und nach weiteren drei Jahren Major.

Im Jahre 1803 schrieb er eine Denkschrift an den Herzog von Braunschweig über die Errichtung einer Landwehr, die er „Ehrenlegion“ für den preußischen Staat nennt. Dieser Organisationsentwurf muß als eine beachtenswerte Grundlage der späteren Scharnhorstschen Wehrverfassung anerkannt werden. Im Dezember 1803 wurde von dem Knesebeck zum Quartiermeister im Generalstab ernannt. Mit einer Mission beim Kurfürsten Wilhelm von Hessen begann eine Reihe von diplomatischen Aktionen, in denen er für Preußen gewirkt hat.

Knesebecks Geistesgegenwart soll es zu verdanken sein, das der König von Preußen Friedrich Wilhelm III. in der Schlacht von Auerstedt 1806 der drohenden Gefangennahme entging. Strategische Fähigkeit bewies er in dem Entwurf zur siegreichen Schlacht von Pultusk am 26. Dezember 1806. Der König zeichnete ihn mit dem Pour le Mérite mit Eichenlaub aus und beförderte ihn am 16. Mai 1807 zum Oberstleutnant.

Am 21. September erhielt von dem Knesebeck den erbetenen Abschied doch der Feldzug des Jahres 1809 in Österreich ließ ihn nicht ruhen. Vom König von Preußen erhielt er den geheimen Auftrag die Geschehnisse in Österreich zu beobachten und eine güsntige Gelegenheit zum Eingreifen zu melden.

1812 unternahm Knesebeck eine neue schwierige diplomatische Aufgabe, deren Erfolg eigentlich die Basis für die siegreiche Gestaltung der Kämpfe der Alliierten gegen Napoleon 1813 gewesen ist. Von Staatskanzler Hardenberg erhielt er den offiziellen Auftrag dem Kaiser von Rußland auszurichten, das Napoleon sich genötigt sehe, seine Truppen gegen Rußland marschieren zu lassen, wenn der Kaiser den Krieg nicht vermeide. Vom König von Preußen aber bekam er den geheimen Befehl er solle den Zar Alexander I. bewegen, Napoleon in den weiten Raum seines Landes zu locken und nicht ehr Frieden zu schließen, als bis die Armee Napoleons sich selbst im weiten Rußland aufgerieben habe. Nach seinen Aufzeichnungen antwortete der Kaiser von Rußland: „das er nicht Frieden machen werde, selbst wenn er bis Kasan zurückgehen müßte.“

Am 6. März 1813 wurde von dem Knesebeck zum Oberst und Generaladjutanten des Königs befördert. Wiederum war er ausersehen, mit Wien wegen des Beitritts Österreichs zur großen Koalition zu verhandeln. Später begleitete er den König von Preußen nach London und nahm am 1815 Wiener Kongreß teil. Als Chef eines Feldjäger-Korps wurde von dem Knesebeck 1825 zum General der Infanterie befördert und erhielt 1832 den Scharzen Adlerorden. Die lange Friedenszeit gab ihm die Möglichkeit zu wissenschaftlichen Studien und sogar der Poesie, in der er sich schon als junger Offizier versucht hatte, zu widmen.

Vom König Friedrich Wilhelm IV. wurde ihm am 7. Oktober 1847 mit höchsten Anerkennungsschreiben die Auszeichnung eines aktiven Feldmarschalls zu teil, die jedoch von dem Knesebeck wegen seines Alters ablehnte. Er bat um seinen Abschied, der ihm mit der gleichzeitigen Ernennung zum Generalfeldmarschall gewährt wurde. Der Vertraute zweier Preußenkönige starb am 12. Januar 1848.

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See also: Karl Friedrich von dem Knesebeck, 12. Januar, 1768, 1790, 1792, 1794, 1797, 1803, 1806, 1807