Karl Jaspers

Karl Jaspers (* 23. Februar 1883 in Oldenburg (Oldb.), † 26. Februar 1969 in Basel) war ein deutscher Philosoph und Psychiater. Er gilt als herausragender Vertreter der Existenzphilosophie, die er strikt vom Existentialismus Sartres unterschied. Jaspers war Lehrer und väterlicher Freund von Hannah Arendt und stand zeitlebens im Briefwechsel mit Martin Heidegger, über den er ein briefliches Gutachten im Zuge der sog. Entnazifizierung verfasste. Auch mit Max Weber verband ihn eine langjährige Freundschaft.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jaspers war Schüler des Alten Gymnasiums in Oldenburg und studierte zunächst ab 1901 in Freiburg im Breisgau und München Rechtswissenschaft. 1902 begann er sein Medizinstudium in Berlin, Göttingen und Heidelberg. Er lehrte seit 1916 Psychologie und ab 1920 Philosophie an den Universitäten Heidelberg und - nach Lehrverbot durch Nazis - (1933-1945) zuerst wieder in Heidelberg, wo er maßgeblich am Neuaufbau der Universität beteiligt war. 1948 wechselte er dann nach Basel und nahm 1967 die Schweizer Staatsbürgerschaft an. Trotz seiner Enttäuschung, dass in Deutschland die Schuldfrage verdrängt wurde, mischte er sich immer wieder mit Aufsätzen zur aktuellen Situation mahnend in die Politik ein.

thumb|Gertrud Jaspers, unbekannt, Karl Jaspers, Hannah Arendt in St. Moritz, 1952

Er war auf 3 Gebieten tätig:

1958 wurde ihm der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. 1959 bekam er den Erasmuspreis

Philosophie

Wichtige Quellen der Philosophie von Karl Jaspers sind Kierkegaard, Spinoza, Nietzsche und vor allem Kant, dem er aber vorhält, dass er die Dimension des Zwischenmenschlichen, insbesondere der Liebe, nicht erfasst. Schlüsselbegriff für Jaspers ist das Umgreifende, das sich in der Existenz des Menschen sowie in der Transzendenz des Ganzen der Welt widerspiegelt, ohne dass der Mensch es je in seiner Ganzheit erfassen kann. Die Existenz des Menschen ist bestimmt durch die Freiheit, die sich weder beweisen noch widerlegen lässt, die aber den Menschen ständig in Entscheidungssituationen stellt und sich in seiner Praxis offenbart. Durch die Freiheit wählt der Mensch sich selbst. Zum Selbstsein gehört aber auch die Kommunikation in der Beziehung zum anderen. "Niemand kann allein selig werden." Auf dem Wege zu sich selbst stößt der Mensch auf Grenzsituationen. Er lernt, dass er mit den Fragwürdigkeiten der faktischen wissenschaftlichen Weltorientierung an den Abgrund des schlechthin Unbegreiflichen stößt. In Tod, Kampf, Leiden und Schuld zeigt sich die Ausweglosigkeit, ein Scheitern zu verhindern. Nur im Annehmen dieser Situation kann der Mensch zu seiner eigentlichen Existenz gelangen.

Zitate

Werke

Literatur

Weblinks

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Personendaten
Jaspers, Karl
deutscher Philosoph und Psychiater
23. Februar 1883
Oldenburg
26. Februar 1969
Basel

See also: Karl Jaspers, 1883, 1916, 1920, 1933, 1945, 1948, 1958