Karl Nolle
Karl Nolle (* 9. März 1945 in Hattendorf) ist ein deutscher Unternehmer und sächsischer Politiker (SPD). Er gehört dem sächsischen Landtag seit 1999 an.
Der schwergewichtige und medienwirksame Druckereibesitzer und Verleger gilt auch in den Reihen der SPD als ein Querdenker. Bekannt wurde er vor allem durch sein schonungloses Aufdecken von Verfehlungen sächsischer CDU-Politiker. Dies waren insbesondere die Affäre um Dienstwagen und Dienstwohnung von Kurt und Ingrid Biedenkopf, die ungerechtfertige Inanspruchnahme von Fluthilfegeldern durch die Ministerin Christine Weber und die Provisionszahlungen an den Staatssekretär Wolfram Köhler, deren Rücktritt er damit maßgeblich einleitete.
Auch in der Sache der skurrilen Planung einer Entführung des Mittweidaer Landrates Andreas Schramm durch den Hainichener Sparkassenchef Kurt Fischer sorgte Nolle für Aufsehen, als er ihm zugespielte Gesprächsmitschnitte der Öffentlichkeit präsentierte. Dabei gelang es ihm im Jahre 2002, dass die online-Zeitung FAKTuell erstmals in ihrem 20-jährigen Bestehen eine Anzeige schaltete.
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Biographie
Karl Nolle entstammt einer Familie mit langen sozialdemokratischen Traditionen. Der gelernte Elektromechaniker studierte von 1970 bis 1976 Geschichte, Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie in Hannover. Bereits seit 1968 hatte Nolle seine erste Druckerei als Kleinstbetrieb gegründet. Von 1973 bis 1976 war er gemeinsamer Gesellschafter mit Gerhard Schröder. Seit dem 9. November 1989 lebt Nolle in Dresden. Im März 1991 hatte Nolle die marode Dresdner Offsetdruck GmbH von der Treuhand erworden und betreibt sie seit April 1991 unter den neuen Firmennamen Druckhaus Dresden GmbH (DHD) . Die seit 1973 in seinem Besitz befindliche SOAK Druck- und Verlags GmbH in Hannover veräußerte Nolle im Mai 1995. Seit Oktober 1995 ist er geschäftsführender Gesellschafter des Junius-Verlags Dresden/Hamburg.
Nolle initiierte im Mai 1997 die Gründung der Mitarbeiterbeteiligungs GmbH am Druckhaus Dresden, die 25% des Unternehmens innehat. Gemeinsam mit der Firma Mc Kinsey entwickelte er ein sächsisches Projekt der Unternehmensbeteiligung
Karl Nolle war schon immer gesellschaftlich stark engegiert. In seiner Jugend waren dies die Friedens- und Antiatomkraftbewegung. Im Sozialistischen Osteurokomitee unterstützte er Oppositionsbewegungen in Polen, der Tschechoslowakei und der DDR, ebenso wirkte er gegen die chilenische Pinochetdiktatur. Nolle war Organisator der Sozialistischen Konferenzen in Kassel, Marburg und Bochum.
Er tritt als Schirmherr verschiedenster Bürgerinitiativen und Veranstaltung in Erscheinung. Der Kunstmäzen ist Vorsitzender der von ihm gegründeten Dresdner Bürgergesellschaft für Kulturförderung e.V.
Politischer Werdegang
Während seiner Schulzeit gehörte Nolle ab 1958 den Falken an. Seit 1963 ist er Mitglied der SPD und der IG Metall. In den jahren 1968/69 engagierte sich Nolle in der APO in Hannover. Nach der Linkswende der Jusos hatte Nolle ab 1968 verschiedene Funktionen darin inne und war zuletzt der Stellvertreter des Vorsitzenden des Juso-Bezirkes Hannover, Gerhard Schröder. 1979 war er Gründungsmitglied der Grün/Alternativen Bürgerliste (GABL) Hannover, in der er bis 1984 mitarbeitete.
1986 erfolgte wegen seines Aufrufes zur Abgabe der Zweitstimme für die Die Grünen der Parteiausschluss aus der SPD. Im August 1998 trat er der Partei wieder bei.
Seit seiner Wahl in den Sächsischen Landtag ist Nolle wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Nolle gehörte dem Paunsdorf-Untersuchungsausschuss an.
Seine Kandidatur zur Dresdner Oberbürgermeisterwahl 2001 zog er zugunsten von Ingolf Roßberg zurück.
Werke
- Beiträge in: Ostdeutschland eine abhängte Region?, Perspektiven und Alternativen. Junius Verlag, Dresden 2001, ISBN 3885060140
Weblinks
| Personendaten | |
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| NAME | Nolle, Karl |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | sächsischer Politiker SPD |
| GEBURTSDATUM | 9. März 1945 |
| GEBURTSORT | Hattendorf |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |
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