Karl Otten

Karl Otten (* 1889 in Oberkrüchten; † 1963 in Minusino bei Locarno) war ein deutscher Pazifist und Schriftsteller.

Otten wurde in Oberkrüchten bei Aachen geboren, studierte Kunstgeschichte und Soziologie und pflegte literarische Freundschaften mit Erich Mühsam, Heinrich Mann, Carl Sternheim und Franz Blei. Wegen Kriegsdienstverweigerung wurde er 1914 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und diente anschließend als Arbeitssoldat. Zwischen 1918 und 1933 war Otten Redakteur und Schriftsteller in Wien und Berlin. In "Aktion" und "Menschheitsdämmerung" publizierte er Beiträge.

Im März 1933 flüchtete Otten vor den Nazis nach Mallorca. Im August 1936 erlebte Otten den Putsch spanischer Generäle gegen die rechtmäßige Regierung Francisco Largo Caballeros auf der Mittelmeerinsel und der Machtübernahme durch Francos Falange. Da der deutsche Konsul auf Mallorca Otten bei den neuen Machthabern denunzierte, musste Otten blitzartig fliehen. Er gelangte nach England, wo er sich überwiegend in London aufhielt. 1958 emigrierte Otten in die Schweiz. Als Autor von Reiseberichten, Novellen und Romanen widmete er sich pazifistisch-humanistischen Themen. 1963 starb Otten erblindet in seinem Schweizer Exil.

In seinem balladenartigen, expressionistischen Roman "Torquemadas Schatten" beschreibt Otten die Vernichtung der spanischen Demokratie aus der Sicht der Landarbeiter, Fischer und Bauern. Der Verleger Gottfried Bermann Fischer hatte den Titel 1938 in den Niederlanden drucken lassen. Nach der Besetzung der Niederlande durch die Deutsche Wehrmacht wurde der nicht ausgelieferte Teil der Auflage, die in weniger als Tausend Exemplaren in Deutschland an die Leser gelangt war, vernichtet.

siehe auch: Liste verbotener Autoren während des Dritten Reichs

Otten, Karl Otten, Karl Otten, Karl Otten, Karl

Personendaten
Otten, Karl
deutscher Pazifist und Schriftsteller
1889
Oberkrüchten
1963
Minusino bei Locarno, Schweiz

See also: Karl Otten, 1889, 1914, 1938, 1958, 1963, Aachen, Berlin, Carl Sternheim