Karl Radek
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Karl Radek (gebürtig Karol Sobelsohn; * 31. Oktober 1885 in Lemberg; † 19. Mai 1939 in der Sowjetunion) war ein sowjetischer Politiker und Journalist.
Er gehörte zu den führenden Linken in der polnischen und deutschen Sozialdemokratie. Als Kritiker von Rosa Luxemburg schloß er sich nach seinem Ausschluss aus der SPD schon vor dem Ersten Weltkrieg Lenin an und war einer seiner Vertrauensleute im Schweizer Exil. Er war unter anderem Sekretär für Deutschland im Exekutivkomitee der Komintern und Delegierter bei den Friedensverhandlungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion in Brest-Litowsk.
Als Mitarbeiter der sowjetischen Botschaft unterstützte er unter anderem nachdrücklich den Hamburger Aufstand der KPD (1923). Die Politik der SPD-Regierung wurde von ihm mit dem Begriff des Sozialfaschismus bezeichnet, der später von Stalin übernommen und systematisiert wurde: Sozialdemokratie ist die Zwillingsschwester des Faschismus.
Neben den Diskussionen zur Sozialfaschismusthese war Radek auch der Urheber einer Diskussion über Gemeinsamkeiten der KPD mit rechten Gegnern des Versailler Vertrages und der Weimarer Republik. Der Auslöser war seine Rede zum Tod von Albert Leo Schlageter, den er als Wanderer ins Nichts bezeichnete, am 21. Juni 1923 auf dem 3. Plenum des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale (EKKI). Radek und die KPD hofften, mit diesen Positionen die nationale Komponente ihrer Politik zu stärken.
In den 1920er Jahren gehörte Radek als Mitglied des Zentralkomitees der KPdSU zur Opposition um Trotzki, wurde aus der Partei ausgeschlossen und nach Sibirien verbannt. Nach der Rückkehr und seiner Selbstkritik war er als international geschätzter Journalist und Kulturfunktionär tätig. 1934 gab ein Prawda-Artikel von Radek das Startsignal zur Vergöttlichung Stalins.
1936 verfasste Radek das Drehbuch zum Schauprozess, dessen Angeklagter er war, und erinnerte Staatsanwalt Wyshinski auch öffentlich an die anderen Absprachen. Obwohl er schuldig gesprochen wurde, wurde er "nur" zu 10 Jahren Lagerhaft verurteilt. Er wurde im Gefangenen-Lager ermordet.
Die faszinierende Widersprüchlichkeit seiner Persönlichkeit spiegelt der biographische Roman Radek von Stefan Heym (1995). Außerdem inspirierte er Arthur Koestler zu der Hauptfigur in dessen Roman Sonnenfinsternis(1940).
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Radek, Karl |
| ALTERNATIVNAMEN | Karol Sobelsohn |
| KURZBESCHREIBUNG | russischer Politiker und Journalist |
| GEBURTSDATUM | 31. Oktober 1885 |
| GEBURTSORT | Lemberg, Ukraine |
| STERBEDATUM | 19. Mai 1939 |
| STERBEORT | |
