Karlmann (Karolinger)

Karlmann († 17. Juli 754 in Vienne) war von 742 bis 747 ein fränkischer Hausmeier aus dem Geschlecht der Karolinger.

Als der Bruder Pippins des Jüngeren und somit Onkel Karls des Großen wird er heute noch in Geschichtsbüchern erwähnt. Das liegt daran, dass er gemeinsam mit dem angelsächsischen Missionar Winfried Bonifatius bemüht war, die in Unordnung geratene Kirchenstruktur des Fränkischen Reiches wieder herzustellen. Gemeinsam mit Bonifatius leitete er das Concilium Germanicum, eine Zusammenkunft der Kirchenoberen im Jahr 742. Hier legte er urkundlich fest, dass es Priestern verboten sei, Waffen zu tragen, Frauen in ihrem Haus zu beherbergen und dass es auf der anderen Seite eine der wichtigsten Aufgaben der Priester zu sein habe, Aberglauben und Spökenkiekerei unter dem christlichen Volk zu beseitigen. Im Gegensatz zu seinem Vater Karl Martell, der sich immer wieder des Kirchengutes bedient hatte, um seine Getreuen zu belohnen, war Karlmann bemüht, der Kirche wieder zu ihrem Recht zu verhelfen. Politische Unbotmäßigkeit von Nichtklerikern wusste Karlmann allerdings auch grausam zu bestrafen, so löschte er im Blutgericht zu Cannstatt einen großen Teil des angestammten alamannischen Adels aus.

Nachdem er sein Hausmeieramt abgegeben hatte, wurde er Mönch in Monte Soracte und Monte Cassino, wo er auch begraben wurde.

Karlmann hatte einen Sohn, Drogo, der 747–754 erwähnt wird, sowie weitere Kinder, die 754 ins Kloster gesteckt wurden.

Personendaten
Karlmann
fränkischer Hausmeier aus dem Geschlecht der Karolinger
17. Juli 754
Vienne


See also: Karlmann (Karolinger), 17. Juli, 742, 747, 754, Alamannen, Blutgericht zu Cannstatt, Concilium Germanicum, Hausmeier