Karpfenteich
Ein Karpfenteich ist ein künstlich angelegtes stehendes Gewässer, das der wirtschaftlichen Produktion von Karpfen und anderen Fischarten (siehe Karpfenfische) dient, die für diesen Gewässertyp geeignet sind (Schleie, Hecht, Zander).
Die Bewirtschaftung eines Karpfenteiches ist eine Form landwirtschaftlicher Flächennutzung und entspricht im Bereich der Fischerei einer Weidewirtschaft. Durch Düngung des Wasserkörpers wird die Primärproduktion angeregt. Über die Stufen der Nahrungskette soll so eine möglichst hohe Produktion an Fisch ermöglicht werden.
Dem beschriebenen wirtschaftlichen Ziel entspricht die Konstruktion dieses Gewässertyps. Düngung bringt einen normalen See dadurch zum Kippen, dass die Tiefenschicht Hypolimnion durch den hohen Biomasseanfall frei von Sauerstoff wird. Ein Karpfenteich wird dagegen so flach angelegt (ca. 1 - 2 Meter), dass die Durchmischung täglich bis zum Boden neuen Sauerstoff einbringen kann.
Karfenteiche müssen im Herbst abgefischt werden. Deshalb erhält jeder Karpfenteich ein Ablaufbauwerk, den sog. Mönch. Er enthält einen Ablauf auf Höhe des Teichbodens, so dass der Teich vollständig entleert werden kann. Der Teichboden wird in Form eines sehr flachen Trichters auf den Mönch zu angelegt. So sammeln sich die Fische beim Ablassen mit dem abnehmenden Wasserstand am Mönch.
Der Mönch besteht aus einem Kasten über dem Ablaufrohr, in den zwei parallele Reihen von Staubrettern eingesetzt werden können. Die ablaufseitige Reihe von Brettern wird so hoch eingesetzt, wie der Wasserstand sein soll. Die teichseitige Reihe von Brettern beginnt über dem Teichboden mit einem Gittereinsatz, durch den das Tiefenwasser eintreten und zwischen den beiden Bretterreihen aufsteigen kann, und schließlich über das ablaufseitige Staubrett abzustürzen in das Ablaufrohr.
Karfenteiche werden meist in Gruppen gebaut, um mehrere Altersstufen der Fische getrennt in Abfolge halten zu können. Entsprechend unterscheidet man Laichteiche, Brutteiche und Abwachsteiche.
Die Wasserversorgung erfolgt oft nur durch den Regen. Man nennt solche Teiche Himmelsteiche. Ihr Wasser wird möglichst gehalten und beim Abfischen zur Füllung des nächsten Teichs darunter genutzt. In Jedem Fall wird der Durchlauf an Wasser durch Karpfenteiche auf ein Minimum beschränkt, um nicht Nährstoffe und Naturnahrung zu verlieren.
