Kartenspiel
thumb|Zwei Kartenspielerinnen beim Bridge
Ein Kartenspiel ist ein Spiel, bei dem Spielkarten der wesentliche Bestandteil des Spielmaterials sind.
| Inhaltsverzeichnis |
Traditionelle Spielziele
- Schnellstmögliches Ablegen aller Karten:
- Sammeln möglichst vieler Kartenpunkte:
- Sammeln möglichst weniger Stiche bzw. Kartenpunkte:
- zum Beispiel Herzeln
- Sammeln möglichst vieler Karten oder Kartenkombinationen:
- zum Beispiel Rommé, Canasta, Quartett, Poker, Cames und curtis, Cassino
- Anlegen möglichst vieler Karten nach einem festen Schema:
- zum Beispiel Patiencen
- Verschiedene Spielformen bietet:
- zum Beispiel Binokel
Dabei kommen die unterschiedlichsten Zusatzregeln zum Einsatz, die das Ablegen oder Sammeln von bestimmten Ereignissen oder Kartenkombinationen abhängig machen.
Symbolik traditioneller Spielkarten
Zwar nutzt man in Deutschland oft das französische Blatt, trotzdem sind die Karten in Frankreich anders gestaltet und die Bildkarten sind Persönlichkeiten zugeordnet.
Die Könige
- Kreuzkönig – Alexander der Große
- Pikkönig – König David
- Herzkönig – Karl der Große
- Karokönig – Julius Caesar
Die Königinnen
- Kreuzkönigin – Argine (ein Anagramm von regina)
- Pikkönigin – Pallas Athene (griechische Göttin der Weisheit)
- Herzkönigin – Judit (biblisches Ideal Frömmigkeit)
- Karokönigin – Rachel (biblische Figur als Ideal der Schönheit)
Die Buben
- Kreuzbube – Lancelot aus der Artussage
- Pikbube – Hogier, ein Vetter Karls des Großen
- Herzbube – La Hire, ein französischer Ritter
- Karobube – Hektor von Troja oder Roland, ein Paladin Karls
Dialekt
Beim bayrischen Schafkopf haben die einzelnen Karten besondere Bezeichnungen, zum Beispiel der Alte für den Eichel-Ober, oder Grün oder Gras für Blatt.
Moderne Kartenspiele
Moderne Kartenspiele (zum Beispiel Bohnanza, Hol's der Geier, Ohne Furcht und Adel, San Juan, 6 nimmt, Mü & Mehr, Siedler-Kartenspiel oder Verräter) haben so vielfältige Mechanismen wie andere Autorenspiele, werden mit einem eigenständigen Kartenblatt gespielt und überschreiten gelegentlich sogar die Grenze zum Brettspiel, wenn die Spielkarten als eine Art Spielbrett benutzt werden. Der à la carte Kartenspielpreis zeichnet das jeweils beste Spiel eines Jahres aus.
Eine völlig eigene Kategorie bilden die Sammelkartenspiele wie etwa Magic.
Auch bei Brettspielen oder Würfelspielen können Spielkarten beteiligt sein. In den meisten Fällen dienen sie hier jedoch zur Beeinflussung des Spielverlaufs - zum Beispiel als Würfelersatz in Form von Ereigniskarten - oder sie repräsentieren Objekte, die im Spielverlauf eingesetzt werden können, etwa Rohstoffe oder Spielgeld.
Glücksspiel
Der Gebrauch von Spielkarten für reines Hazardspiel (Risikospiel/Glücksspiel), der bis ins 18. Jahrhundert verbreitet war (v.a. das Spiel Faro oder Pharao), ist heute kaum mehr anzutreffen.
Kartenspiele als Lernspiele
Viele herkömmliche Kartenspiele fordern und trainieren Eigenschaften wie Konzentration, Aufmerksamkeit, Kurzzeitgedächtnis und strategisches Denken. Logische Spiele wie Set oder mathematische Spiele wie Elfer Raus können Kindern Logik bzw. Zahlenverständnis nahebringen. Eine weitere Variante sind Quartettspiele und Schwarzer Peter, die in der Regel Wissen vermitteln.
In gewissem Sinne kann man 32 heb auf auch als Lernspiel bezeichnen.
Literatur
- Spielkarten, in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1888, Bd. 15, S. 143.
Siehe auch
Weblinks
- Deutsches Spielkartenmuseum Leinfelden-Echterdingen
- Schloß- und Spielkartenmuseum Altenburg
- Klassifikation der Kartenspiele
- Regeln und Systematik zu Hunderten von Kartenspielen (englisch)
- GAMEMOB.DE - Ein gutgemachtes Spielportal für Einsteiger und alle die Lust auf Spiele bekommen wollen. Auch mit vielen Kartenspielen.
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