Kaßberg

Der Kaßberg ist ein Stadtteil von Chemnitz und zählt zu den größten Jugendstilvierteln Deutschlands. Er befindet sich in der Nähe des Flusses Chemnitz, westlich des Stadtzentrums, am höchsten Punkt rund 30 Meter über dem Niveau der Innenstadt. Viele restaurierte Häuser prägen heute das Bild des vornehmlich zwischen 1870 und 1930 bebauten Areals von ca. vier Quadratkilometer Fläche. Der Kaßberg ist seit Mitte der 1990er Jahre als Flächendenkmal geschützt, darin eingeschlossen ca. 480 Bauwerke, überwiegend mehrgeschossige Wohnhäuser, städtische Verwaltungs- und Schulgebäude der Gründerzeit. Die einzige Synagoge der Stadt, 1897–1899 erbaut nach Entwürfen des Architekten Wenzel Bürger und in der Reichspogromnacht in Brand gesteckt, befand sich bis zu ihrem durch die Nationalsozialisten erzwungenen Abriss im Jahr 1939 am Stephanplatz.

Während die Höhen des Kaßbergs als bevorzugte Wohngegend galten (vor allem wegen der im Vergleich zum Rest der Stadt weniger verschmutzten Luft), firmierten an den Rändern Chemnitzer Unternehmen, so die Sächsische Maschinenfabrik (vorm. Richard Hartmann), die Maschinenfabriken Germania (vorm. J. S. Schwalbe & Sohn), Union und C. G. Haubold, die Tresorfabrik Baum, die Presto-Werke, die Textilfabrik der Brüder Goeritz u.a.m. Die Stadtverwaltung selbst errichtete hier zahlreiche Bauten: das Königliche Amts- und Landesgericht, die Königliche Steuerbehörde, die Kaiserliche Oberpostdirektion, die Königliche Gefangenenanstalt, das Königliche Gymnasium, die Oberrealschule etc. Das 1902 eröffnete Central-Theater an der Zwickauer Straße war bis zu seiner Zerstörung im Jahr 1945 eine wichtige Bühne vor allem für das Varietétheater.

Auf dem Kaßberg haben, zumindest zeitweise, gelebt: Adolf Ferdinand Weinhold, Herbert Eugen Esche, Fred Otto, Stefan Heym (eigtl. Helmut Flieg), Stephan Hermlin (eigtl. Rudolf Leder), Lothar-Günther Buchheim, Marianne Brandt, Martha Schrag, Hanna Klose-Greger, Otto Th. W. Stein, Peter von Zahn, Walter Janka, Alexander Gauland, Bruni Löbel, Rolf Schneider, Wolfgang Emmerich, Barbara Köhler, Kerstin Hensel und Thomas Merkel.

Literatur

Weblinks

See also: Kaßberg, 1870, 1930, Chemnitz, Deutschland, Gründerzeit, Hanna Klose-Greger, Lothar-Günther Buchheim, Marianne Brandt, Peter von Zahn