Kassel

left|25px|Begriffsklärung Dieser Artikel befasst sich mit der Großstadt Kassel in Nord-Hessen, andere Bedeutungen unter Kassel (Begriffsklärung)
Wappen Karte
140px|Wappen fehlt
Wappenabbildung auf ngw.nl
140px|Lage der kreisfreien Stadt Kassel in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 106,77 km²
Einwohner: 194.322 (31. Dezember 2003)
Bevölkerungsdichte: 1.820 Einwohner je km²
Arbeitslosenquote: 19.7% (März 2005)
Höhe ü. NN: 132,90 m (nördl. Fuldatal)
166 m (Innenstadt; Ø)
615 m (Hohes Gras; Ø)
Postleitzahlen: 34117 - 34134 (alt: 3500)
Vorwahl: 0561
Geografische Lage: 51° 19' n. Br.
09° 30' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: KS
Gemeindekennzahl: 06 6 11 000
Stadtgliederung: 23 Ortsbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Obere Königsstraße 8
34117 Kassel
Offizielle Webseite: www.stadt-kassel.de
E-Mail-Adresse: info@stadt-kassel.de
Politik
Oberbürgermeister: Georg Lewandowski (CDU)
Regierende Parteien: CDU - Grüne
"Kooperation" seit Okt. 2003

[[bild:Herkules1_1.png|thumb|190px|Der Herkules über den Kaskaden]] Kassel (bis 1926 amtlich "Cassel") ist die größte Stadt in Nordhessen und nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt des Bundeslandes Hessen (Deutschland). Die Stadt ist Sitz des Regierungsbezirks Kassel und des Landkreises Kassel. Sie bildet eines der 9 Oberzentren des Landes Hessen.

International bekannt ist Kassel, das zu beiden Ufern des Fulda-Unterlaufs liegt, nicht nur durch den Bergpark Wilhelmshöhe im Habichtswald und die seit 1955 alle 4 bis 5 Jahre stattfindende Kunstausstellung documenta; aus diesem Grund nennt sich Kassel seit März 1999 documenta-Stadt.

Kassels Einwohnerzahl überschritt um das Jahr 1899 die 100.000-Grenze, wodurch sie zur Großstadt wurde; zur Zeit sind es 194.322 (Stand 31. Dezember 2003).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Kassel liegt etwas nordwestlich des geografischen Mittelpunktes Deutschlands. Dort befindet es sich in Nordhessen nahe der Grenze zu Niedersachsen im so genannten Kasseler Becken, das im Sinn der Geomorphologie kein Becken ist sondern ein weit ausgedehnter "Talkessel", in dem sich insbesondere im Bereich der Kasseler Karls- und Fuldaaue eine weitläufige Flussniederung der Fulda befindet.

In diesem Talkessel wird die Stadt von den Langenbergen im Südwesten, dem Habichtswald im Westen, von den südlichen Ausläufern des Reinhardswalds im Nordosten, dem Kaufunger Wald im Osten und der Söhre im Südosten und Süden eingerahmt. Diese fünf Mittelgebirge sind durch einige Höhenrücken miteinander verbunden, so dass der Kasseler Talkessel - abgesehen vom Flusstal der Fulda, das diesen von Süd nach Nord durchschneidet - rundum durch Bergzüge umrundet ist. An die Grenzen der Stadt lagern sich insbesondere die Kleinstädte Vellmar, Fuldatal, Kaufungen und Lohfelden sowie die Mittelstadt Baunatal an.

Kassel ist verkehrsmäßig über 3 Autobahnen, 5 Bundesstraßen, durch einige Eisenbahn-Hauptverbindungen (darunter auch ICE-Strecken) und auch den wenige Kilometer entfernten Flughafen Kassel-Calden nicht nur an die deutsche Infrastruktur angebunden (siehe dazu hier).

Die nächsten Großstädte sind - per Luftlinie/Straße gemessen - Hannover (ca. 120/164 km nördlich) und Göttingen (ca. 40/55 km nordöstlich) in Niedersachsen, Erfurt (ca. 115/185 km östlich) in Thüringen, Frankfurt am Main (ca. 150/193 km südlich) in Hessen sowie Siegen (ca. 115/? km südwestlich), Dortmund (ca. 145/165 km westlich) und Paderborn (ca. 70/? km nordwestlich) von Kassel.

Stadtbild

Das Bild der Kasseler Innenstadt, in der aufgrund der Zerstörungen des 2. Weltkriegs nur noch wenige historische Gebäude erhalten sind (siehe dazu Geschichte und Kultur und Sehenswürdigkeiten), ist aufgrund der Nachkriegs-Stadtplanung, der unter anderen auch das zwar schwer zerstörte aber dennoch stehen gebliebene Staatstheater zum Opfer fiel, durch den Neuaufbau der Stadt in den 1950er Jahren geprägt. Im gesamten Stadtgebiet fallen die zahlreichen Eichen auf, die unter dem Motto 7.000 Eichen - Stadt-verwaldung statt Stadtverwaltung zwischen 1982 und '87 unter anderen an Straßen und auf Plätzen angepflanzt wurden (siehe hierzu Joseph Beuys).

Kassel wird von der Fulda und den teils innerhalb des Stadtgebiets in diesen Fluss einmündenden Nebenflüssen und Bächen (darunter Ahne, Drusel (bzw. "Kleine Fulda"), Geile-Döll, Losse, Nieste und Wahle) durchflossen.

Kassels niedrigste Stelle befindet sich im nordöstlichen Fuldatal auf 133 m ü. NN (Flusspegel etwas nördlich der Grauen Katze); zieht man noch die etwas abseitige Exklave Kragenhof in diesem Tal mit in betracht, so befindet sich die niedrigste Stelle der Stadt auf 131,4 m ü. Normalnull (wenige Meter unterhalb der Staustufe an der Stadtgrenze zu Fuldatal-Wahnhausen). Die Innenstadt liegt am Königsplatz 163 m bzw. am Rathaus 169 m hoch und das Schloss Wilhelmshöhe liegt 290 m über NN. Die höchste Stelle des zur Stadt gehörenden obgleich stark bewaldeten Gebiets befindet sich mit etwa 615 m über dem Meeresspiegel im bereits erwähnten Habichtswald am Hohen Gras.

Die höchsten Gebäude von Kassel sind der Herkules (71 m) und die Martinskirche (69 m), nicht jedoch der 186 m hohe Fernsehturm auf dem Essigberg, weil er außerhalb des Stadtgebiets steht.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Kassel. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle - mit Ausnahme von Staufenberg, das Teil des Landkreises Göttingen in Niedersachsen ist - zum Landkreis Kassel: Ahnatal, Vellmar, Fuldatal, Staufenberg, Niestetal, Kaufungen, Lohfelden, Fuldabrück, Baunatal, Schauenburg, Habichtswald. Davon wachsen Vellmar und Fuldatal im Norden, Kaufungen im Osten, Lohfelden im Südosten und Baunatal im Süden) immer näher an das Stadtgebiet heran.

Stadtgliederung

[[Bild:kassel-harleshausen-fachwerkhaus-ahnatalstrasse-v-nw.jpg|thumb|right|Kassel-Harleshausen (Ahnatalstraße): Dieses Fachwerkhaus mit massivem Erdgeschoß aus zweiter Hälfte 16. Jahrhundert wurde 1901 aus der Altstadt hierher übertragen; oberhalb daneben ein Wohnhaus, wohl um 1970]]

Das Stadtgebiet von Kassel ist in dreiundzwanzig Ortsbezirke eingeteilt. Jeder Ortsbezirk hat einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Ortsbeiräte werden alle 5 Jahre von der Bevölkerung der Ortsbezirke direkt gewählt. Der Ortsbeirat ist zu allen wichtigen Fragen, die den Ortsbezirk berühren, zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch der Stadtverordnetenversammlung der Gesamtstadt Kassel. Innerhalb der Ortsbezirke gibt es zum Teil noch Stadtteile oder Siedlungen mit eigenem Namen, etwa Mulang oder Osterberg.

Die Ortsbezirke der Stadt Kassel

01 Mitte | 02 Süd | 03 West | 04 Wehlheiden | 05 Bad Wilhelmshöhe | 06 Brasselsberg | 07 Süsterfeld-Helleböhn | 08 Harleshausen | 09 Kirchditmold | 10 Rothenditmold | 11 Nord-Holland | 12 Philippinenhof-Warteberg | 13 Fasanenhof | 14 Wesertor | 15 Wolfsanger-Hasenhecke | 16 Bettenhausen | 17 Forstfeld | 18 Waldau | 19 Niederzwehren | 20 Oberzwehren | 21 Nordshausen | 22 Jungfernkopf | 23 Unterneustadt

Flächennutzung

Stand 2003: Kasseler Stadtgebiet: insgesamt 106,77 km²

Geschichte

Stadtgeschichte

Die erste Erwähnung von Kassel (damals unter dem Namen Chasalla bzw. Chasella, abgeleitet von Kastell) finden sich auf 2 Urkunden König Konrad I. in seinen befestigten Könighof 913. Bereits vor 1189 erhält Kassel das Stadtrecht. Landgraf Heinrich I. von Hessen nimmt im Jahre 1277 hier seine Residenz und macht Kassel damit zur Hauptstadt Hessens.

Die Reformation führt 1527 zu Veränderungen durch Aufhebung der Klöster. Die Altstädter erhalten als Pfarrkirche die Karmeliter Klosterkirche (Brüderkirche)

1567 wird nach dem Tod Philipps von Hessen im sogenannten Vierbrüdervergleich aus der Hälfte des hessischen Territoriums die Landgrafschaft Hessen-Kassel errichtet, weiterhin entstehen die Landgrafschaften Hessen-Marburg, Hessen-Rheinfels und Hessen-Darmstadt. Nach dem Erlöschen zweier Linien bestehen ab 1604 noch Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt mit den gleichnamigen Haupt- und Residenzstädten.

1633 Universitätsstadt darf sich Kassel für 20 Jahre nennen, bevor die Universtität aus dem Renthof nach Marburg verlegt wird. 1685 werden in Kassel etwa 1700 Hugenotten aufgenommen und für sie die Oberneustadt nach den Plänen des Architekten Charles du Ry (Vater von Simon Louis du Ry) errichtet.

thumb|300px| Kassel, Orangerie, Gesamtansicht von der Schönen Aussicht, von NNO (etwa 2003-12-18) 1803 behält Kassel die Hauptstadtfunktion in der zum Kurfürstentum Hessen erhobenen vormaligen Landgrafschaft Hessen-Kassel bei. Das Kurfürstentum verschwindet mit der französischen Invasion 1807 zunächst wieder von der Landkarte. Kassel ist in der sogenannten Franzosenzeit Hauptstadt des von Napoleons Bruder Jérôme regierten Königreich Westphalen.

1813 ist Kassel wieder Haupt- und Residenzstadt des wieder hergestellten Kurfürstentums Hessen. Hier bildet Kassel einen Stadtkreis und ist gleichzeitig Sitz des Landkreises Kassel. Ab 1831 nimmt der kurhessische Landtag im Ständehaus

1866 wird das Kurfürstentum Hessen von Preußen besetzt, welche es mit dem ebenfalls okkupierten Herzogtum Nassau und der besetzten Freien Reichsstadt Frankfurt zur Provinz Hessen-Nassau vereinigt. Kassel verliert seine Funktion als Residenzstadt, wird aber Sitz des Oberpräsidenten der neuen Provinz. Gleichzeitig wird die Stadt Hauptstadt eines Regierungsbezirks und bleibt Sitz des nunmehr preußischen Landkreises Kassel. Sie selbst bleibt kreisfrei.

1868 wird in Kassel die Deutsche Landsmannschaft gegründet.

1870 wird Napoleon III. nach der Kapitulation am 2. September als Gefangener im Schloss Wilhelmshöhe inhaftiert.

Ab 1891 ist Kassel Sommerresidenz des Deutschen Kaisers (bis 1918). Die Stadt darf daher in jener Zeit wieder ihren bis 1866 geführten Titel "Haupt- und Residenzstadt" führen.

Um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert überschreitet die Einwohnerzahl der Stadt die 100.000-Grenze, Kassel ist Großstadt. Von 1902 ab (bis zur Stillegung 1966) verbindet die Herkulesbahn den Kasseler Westen mit dem Habichtswald.

1933, in der Zeit des Nationalsozialismus wird Kassel "Gauhauptstadt" des NSDAP-Gaues Kurhessen.

Am Abend des 7. November 1938 werden die Synagoge und andere jüdische Einrichtungen in Kassel verwüstet, 2 Tage vor dem 9. November, dessen Pogrome als Reichskristallnacht in die deutsche Geschichte eingehen.

In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 1943 (2. Weltkrieg) wird nicht nur die Kasseler Innenstadt durch einen britischen Luftangriff nahezu komplett zerstört. Etwa 10.000 Menschen kommen in den Flammen und Trümmern um, über 80% der Stadt werden zerstört, darunter fast die komplette fachwerkliche Altstadt; die am anderen Fuldaufer liegende Unterneustadt wird ebenfalls dem Erdboden gleichgemacht.

Am 8. April 1945 (2. Weltkrieg) kapituliert die Wehrmacht in Kassel, nachdem die US-Armee bis zum 5. April auch Bettenhausen (den letzten Stadtteil) erobert hat.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs fällt die Stadt zusammen mit der ganzen Provinz Hessen-Nassau unter amerikanische Besatzungszone. Diese bilden das neue Land Hessen. Kassel bleibt Sitz des Regierungsbezirks und des Landkreises Kassel und wird auch weiterhin als kreisfreie Stadt innerhalb des neuen Landes geführt.

1949 bewirbt sich Kassel, neben Bonn, Frankfurt am Main und Stuttgart, um den Sitz des Bundestages. Am 29. November 1949 wird jedoch Bonn mit 200 gegen 176 Stimmen vom Bundestag zur provisorischen Bundeshauptstadt gewählt. Als "Entschädigung" wird Kassel 1953 Sitz sowohl des Bundesarbeitsgerichts wie des Bundessozialgerichts. Im selben Jahr wird die Treppenstrasse, ein Teil der Fußgängerzone der Innenstadt, eingeweiht. 1999, im Zuge der deutschen Wiedervereinigung, wird das Bundesarbeitsgericht nach Erfurt verlegt.

Am 21. Mai 1970 treffen sich, als Gegenbesuch zum Treffen am 19. März in Erfurt, Bundeskanzler Willy Brandt und der stellvertretende Vorsitzende des Staatsrats der DDR Willi Stoph in Kassel. Dies sind die ersten deutsch-deutschen Treffen auf Regierungsebene. Die von Willi Brandt in Kassel als Vorentwurf für ein zu schließendes Abkommen vorgelegten 20 Punkte bildeten den Rahmen für den am 21. Dezember 1972 unterzeichneten Grundlagenvertrag.

Kassel war zweimal Austragungsort der Bundesgartenschau: 1955 fand diese in der Karlsaue und 1981 in der Karls- und Fuldaaue statt.

Seit 1991 besitzt die Stadt am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe ICE-Anschluss (siehe dazu hier)

Seit 1997 wird im Bereich des ehemaligen Messeplatzes (1950er bis 1997), dort wo sich bis zum Bombenangriff in der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 1943 (2. Weltkrieg) die Unterneustadt befand, ein modernes Wohnviertel errichtet (Bauarbeiten dauern noch an)

2001: Ein Kasseler Stadtteil erhält die amtliche Bezeichnung Bad (Bad Wilhelmshöhe)

Bei der deutschen Vorauswahl zur Bewerbung um den Titel der Kulturhauptstadt Europas für 2010 unterlag Kassel gegen Essen und Görlitz.

Eingemeindungen

thumb|Kassel, Wahlershausen/Kirchditmold vom Park Wilhelmshöhe (Neuer Wasserfall) nach NO (2003-12-07)

Ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen, die in die Stadt Kassel eingegliedert wurden.

Jahr Orte Zuwachs in ha
1889 Wehlheiden 372
1906 Wahlershausen, Kirchditmold, Rothenditmold, Bettenhausen 1.770
1926 Gutsbezirk Fasanenhof 142
1928 Gutsbezirk Oberförsterei Kirchdetmold, Wilhelmshöhe,
Kragenhof, Oberförsterei Elend
2.968
1936 Waldau, Niederzwehren, Oberzwehren, Nordshausen,
Harleshausen, Wolfsanger
2.483

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. thumb|right|Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1472 4.500
1626 6.329
1773 17.311
1832 28.819
1871 46.362
1890 72.477
1895 81.752
1900 106.001
1910 153.196
16. Juni 1925 ¹ 171.234
16. Juni 1933 ¹ 175.179
17. Mai 1939 ¹ 216.141
Jahr Einwohner
13. September 1950 ¹ 162.132
6. Juni 1961 ¹ 207.507
27. Mai 1970 ¹ 214.156
30. Juni 1975 207.800
30. Juni 1980 195.500
30. Juni 1985 184.500
27. Mai 1987 ¹ 187.288
30. Juni 1997 200.400
1. Januar 2000 ² 196.211
1. Januar 2003 ² 194.146
1. Januar 2004 ² 194.322

¹ Volkszählungsergebnis ² Webseite Kassel

Religionen

Kassel gehörte vor der Reformation zum Erzbistum Mainz. 1526 führte Landgraf Philipp in Hessen die Reformation ein. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts verordnete der Landgraf von Hessen-Kassel, Moritz der Gelehrte, das reformierte Bekenntnis. Die Kirchenverwaltung der (reformierten) Kirche in Hessen befand sich in Kassel, doch wurden später innerhalb des Landes Hessen-Kassel weitere Konsistorien (Kirchenverwaltungsbehörden) eingerichtet (1704 in Marburg, später auch in Hanau). Die Kasseler Behörde verwaltete die reformierten Gemeinden.

Ab 1731 wurde auch den Lutheranern ein eigener Gottesdienst und ein eigener Geistlicher zugestanden, weil sich Hessen seinerzeit mit dem lutherischen Schweden verbündet hatte. Erst nach dem Übergang des Kurfürstentums Hessen an Preußen (1866) wurde 1873 ein einheitliches Konsistorium für den gesamten Regierungsbezirk Kassel innerhalb der Provinz Hessen-Nassau eingerichtet (dagegen richtete sich die Hessische Renitenz).

Ab 1731 gab es auch wieder katholische Gemeindeglieder in Kassel und ab 1776 wurden auch wieder Gottesdienste zugelassen, zumal der damalige Landgraf Friedrich II.. selbst katholisch geworden war. Der Anteil der Katholiken vergrößerte sich danach stets, so dass sich bald auch wieder eigenständige Pfarrgemeinden bildeten. Diese gehören seit 1821 zum Bistum Fulda. Innerhalb dieser Diözese gehören sie heute zum Dekanat Kassel innerhalb der gleichnamigen Region.

1907 kam es in der Folge von Predigten des Evangelisten Heinrich Dallmeyer zu einer Erweckungsbewegung, deren Auswüchse zur Ablehnung der aufkommenden Pfingstbewegung durch die evangelikale Gemeinschaftsbewegung führt.
siehe Berliner Erklärung + Kasseler Erklärung

Die später mit "Evangelische Landeskirche in Hessen-Kassel" benannte Kirche vereinigte sich 1934 mit der Evangelischen Landeskirche in Waldeck zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Innerhalb dieser Landeskirche gehören die Kirchengemeinden Kassels - sofern sie nicht zu einer Freikirche gehören - zu den Kirchenkreisen Kassel-Mitte, Kassel-Ost und Kassel-West (ab 1. Januar 2005: Stadtkirchenkreis Kassel) des Sprengels Kassel.

Eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) gibt es in Kassel seit 1847. Heute sind im Kasseler Stadtgebiet drei Baptistengemeinden tätig mit insgesamt 550 getauftenMitgliedern. Sie gehören zur Evangelisch-Freikirchlichen Vereinigung Hessen-Siegerland. In Kassel befindet sich auch der Verlag der deutschen Baptisten, der - nach seinem Gründer benannt - als Oncken-Verlag firmiert.

Politik

An der Spitze der Stadt Kassel stand der Rat. Die Bürgermeister vertraten die Gemeinde gegenüber dem Rat. Die Zahl der Bürgermeister schwankte zwischen 4 und 8. Sie wurden von den Zünften und der übrigen Bürgerschaft bestellt. Die Bürgermeister hatten Sitz und Stimme im Rat und überwachten das Finanz- und Steuerwesen der Stadt. Im Königreich Westfalen standen ein "Maire" und ein "Munizipalrat" nach französischem Vorbild an der Spitze der Stadt. In kurhessischer Zeit trat 1834 die hessische Gemeindeordnung in Kraft. Danach hatte Kassel einen Oberbürgermeister und einen Bürgermeister als leitenden und vollziehenden Beamten neben dem Stadtrat als mitverwaltende Instanz.

Stadtoberhäupter

(seit 1821)

Wappen

Blasonierung: Das Wappen zeigt in Blau einen silbernen Schrägrechtsbalken. Im linken Obereck 6 und im rechten Untereck 7 schräglinks gestellte silberne Kleeblätter. Die Stadtfarben sind Weiß-Blau (Weitere Informationen zum Wappen)

Beschreibung: Die Kleeblätter als Stadtzeichen sind schon seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar und zwar als Wasserzeichen von Papier. Auch der Schrägbalken, der früher auch als Wellenbalken zu sehen war, ist schon seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar und bezieht sich wohl auf die Lage an der Fulda, womit man von einem "redenden" Wappen spricht. Offensichtlich ging in Kassel schon sehr früh eine bedeutende Brücke über den Fluss, weshalb er für die dortige Siedlung so bedeutend war, dass man ihn als Symbol in das Stadtwappen aufnahm. Weshalb gerade 13 Kleeblätter abgebildet sind, lässt sich nicht historisch belegen.

Städtepartnerschaften

Kassel unterhält Partnerschaften mit folgen Städten:

Wirtschaft und Infrastruktur

Als ehemalige Residenzstadt wurde Kassel später Verwaltungs- und Behördensitz. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es vor allem Maschinenbau, speziell Lokomotiv- und Waggonbau sowie Rüstungsindustrie (Henschel, Wegmann, Credé); Komponenten des Transrapid wurden in Kassel gefertigt.

Verkehr

Straßen

Kassel liegt an den Bundesautobahnen A 7, A 44 und A 49. Außerdem liegt Kassel an den Bundesstraßen B 3, B 7, B 83, B 251 und B 520.

Eisenbahn

Des weiteren besitzt die Stadt seit 1991 neben einigen IR-Linien am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe ICE-Anschluss:

Der als Kopfbahnhof erbaute Hauptbahnhof in der Innenstadt ist seit der Fertigstellung des eben erwähnten Bahnhofs im äußersten Osten von Bad Wilhelmshöhe fast ausschließlich in den Regionalverkehr eingebunden.

Omnibus & Straßenbahn

Die Stadt verfügt über ein für ihre Größe verhältnismäßig leistungsfähiges Straßenbahn- und Busnetz. Die von der städtischen Kasseler Verkehrs-Gesellschaft betriebenen Bahnen fahren teilweise bis ins Umland, zum Beispiel nach Baunatal und Helsa. Ein weiterer Ausbau findet mit dem Stadtbahnsystem RegioTram statt, das Ende 2006 seinen Vollbetrieb aufnehmen soll. Die Streckenlänge wird dann eine Länge von 122 km haben.
Die Stadt gehört dem Nordhessischen Verkehrsverbund an.

Flughafen

Der potentielle Ausbau des vorhandenen Flughafens Kassel-Calden steht in der Diskussion, da er für die Wirtschaft Kassels von Bedeutung sei, aber die Wohnqualität durch erhöhte Emissionen belasten könnte, was jedoch noch nicht bewiesen ist. Bislang wird sporadisch ein "Vorabend-Check-in" für den ca. 80 Kilometer entfernten Flughafen Paderborn im Hauptbahnhof Kassel angeboten.

Schiff

Ferner hat Kassel einen Hafen; ab hier ist die Fulda, ein Quellfluss der Weser, als Schifffahrtsweg (durch Schleusen und Wehre reguliert) auf der Flussstrecke bis Hann. Münden durch Dampfer (Ausflugsverkehr) und Sportboote nutzbar.

Fahrrad

Kassel verfügt über zahlreiche Radwege, die zum Teil mit Anforderungsampeln ausgestattet sind.

Medien

Öffentliche Einrichtungen

Kassel ist Sitz folgender Einrichtungen, Institutionen und Körperschaften des öffentlichen Rechts:

Bildung und Forschung

Kultur und Sehenswürdigkeiten

[[Bild:kassel-beuys-7000-eichen-wegmann-v-o.jpg|thumb|Joseph Beuys, "7.000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung", Kassel, Wegmannstraße, links Friedhof, dahinter Habichtswald]] In der Innenstadt sind aufgrund der Kriegszerstörung und der Nachkriegs-Stadtplanung nur noch wenige historische Gebäude erhalten:

Brüderkirche (evang.) mit Renthof und Rondell, Martinskirche (evang.) mit den markanten Türmen der frühen Nachkriegszeit, Ottoneum, Marstall, Ruine des Zeughauses, Karlshospital, Druselturm, Ruine der Garnisonkirche, vereinfacht wiederaufgebaute Karlskirche (evang.), Fridericianum mit Zwehrener Turm (zeitweilig als Sternwarte genutzt), Altan des ehem. Roten Palais', Überrest der Lutherkirche mit umgebenden Grabdenkmälern.

Im Vorderen Westen von Kassel finden sich eindruckvolle Jugendstil-Gebäude; dabei handelt es sich zumeist um Mietswohnhäuser mit vielfältig gestalteten Fassaden.

Die Architektur der 50er Jahre des 20. Jh. ist mit zahlreichen Beispielen vertreten (Kopfgebäude des Hauptbahnhofs, ehem. Hotel Hessenland, Haus der Jugend (1953), Treppenstraße).

Siehe auch: Kunst- und Baudenkmäler der Stadt Kassel

Theater

[[Bild:Kassel martin ottoneum theatre f sw.jpg|thumb|Ottoneum (ältestes feststehendes Theatergebäude Deutschlands) und Staatstheater Kassel]]

Musik

Orchester & Chöre

Jazz

Zunehmend bieten Internetportale über 'Bandsuche' allgemein, speziell aber auch 'Jazz' und dann 'Kassel' oder 'Postleitzahl' eine aktuelle, oft sich schnell wandelnde Übersicht lokaler Jazzbands. Beispiele: www.kassel.de, www.bandliste.de, www.jazz-kalender.de (nicht direkt nach Kassel auflistbar), usw.

Diskotheken

Beliebte Diskotheken sind der Musikpark A7, das Spot Kassel, die Nachthallen Kassel und das New York. Das Stammheim-Kassel, eine bundesweit bekannte Techno-Diskothek, ist seit 2002 geschlossen.

Museen und Galerien

[[Bild:Kassel fridericianum zwehrener turm v s.jpg|thumb|Fridericianum mit Zwehrener Turm, v. S (etwa 2003-12-18)]] Hauptartikel: Museen in Kassel

Die Stadt Kassel verfügt über eine Anzahl von bedeutenden Museen und Galerien. Grundlage der heutigen Museeumslandschaft in Kassel waren die Sammlungen der Landgrafen und Kurfürsten von Hessen-Kassel. Das Fridericianum, am heutigen Friedrichsplatz gilt als der erste öffentliche Museumsbau auf dem europäischen Kontinent.

Bibliotheken

Die Universitäts-Bibliothek Kassel ist ein Bibliothekszusammenschluß aus Landes- und Murhardscher Bibliothek der Stadt Kassel und den eigentlichen Bibliotheken der Universität.

Die Stadtbibliothek ist mit zahlreichen Zweigstellen über das Stadtgebiet verteilt.

Gärten und Parks

[[Bild:Kassel-lac-von-schloss-n-so.jpg|thumb|300px|Lac im Park Wilhelmshöhe, unterhalb des Schlosses, nach SO (2003-12-07)]] Am westlichen Stadtrand von Kassel liegt eine Parkanlage von Weltgeltung: Der Bergpark Wilhelmshöhe mit Schloss Wilhelmshöhe, der Löwenburg (Kassel) und dem Herkules, dem Wahrzeichen der Stadt. Um 1700 wurde er von Landgraf Karl als barocke Parkanlage begonnen. Im 18./19. Jh. wurde der Bergpark teilweise zu einem englischen Landschaftspark umgestaltet. In den Sommermonaten finden dort 2 mal wöchentlich die sehenswerten Kasseler Wasserspiele statt.

Die Karlsaue ist eine ursprünglich barocke, innerstädtische Parkanlage am östlichen Fuldaufer, die bis an die Innenstadt von Kassel an den Friedrichsplatz heranreicht. Als historisch äußerst beeindruckende Parkanlage, die fast ausschließlich auf flachem Gelände angelegt wurde, beinhaltet sie zahlreiche künstich angelegte Gewässer, wie Teiche, Seen und Gräben, die ausschließlich der Entfaltung von Flora und Fauna dienen. Auf gut ausgebauten Wegen kann man die Anlage durchwandern. Über Fußgängerbrücken gelangt man in die "Fuldaaue".

In der Karlsaue befinden sich zum Beispiel das Museum für Astronomie und Technikgeschichte und das Marmorbad in der Orangerie und die Blumeninsel Siebenbergen. 1955 fand in der Karlsaue erstmals die Bundesgartenschau statt.

Die Fuldaaue ist eine Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre des 20sten Jahrhunderts angelegte innerstädtische Parkanlage am westlichen Fuldaufer. Sie ist von der Karlsaue nur durch diesen Fluss getrennt. Als modern gestaltete Parkanlage, die fast ausschließlich auf flachem Gelände angelegt wurde, beinhaltet sie einen großen, künstich angelegten See, dessen nördlicher Teil als Naturschutzgebiet zum Zwecke der der Entfaltung von Flora und Fauna abgegrenzt ist und, dessen südwestlicher, größerer Teil als Naherholungsgebiet für "Wasserratten" dient. Auf gut ausgebauten Wegen kann man die Anlage durchwandern. Über Fußgängerbrücken gelangt man in die "Karlsaue". "Buga" ist die umgangssprachliche Bezeichnung der Kasseler Bürger für das Gebiet der "Karlsaue" und der "Fuldaaue", hergeleitet von Bundesgartenschau.

Gemeinsam bilden die "Fuldaaue" und die "Karlsaue" eine der größten innerstädtischen Parkanlagen und eines der weitläufigsten Naherholungsgebiete Deutschlands, in dem 1981 nach 1955 zum zweiten Mal die Bundesgartenschau in Kassel stattfand.

Im Süden der Stadt liegt der Park Schönfeld, in dem der Botanische Garten liegt. Der Aschrottpark ist eine Bürgerstiftung, die oberhalb der wiederaufgebauten und später umgebauten Stadthalle liegt. Der Henschelpark mit Mahnmal liegt zwischen Landesmuseum, Murhardtbibliothek und Weinberg.

Das Feuchtbiotop Heisebach liegt im Ortsteil Oberzwehren. Das Tannenwäldchen liegt im Ortsteil West. Die Dönche liegt zwischen den Ortsteilen Süsterfeld, Oberzwehren, Nordshausen und Brasselsberg.

Großveranstaltungen

Sport

Fußball

thumb|300px|Kassel, Auestadion, Nordtribüne von der Gegenseite (SW) nach NO (2003-12-06). Hessen Kassel gegen Wörsdorf 2:1 (0:1)

Der Fußballverein KSV Hessen hat eine bewegte Vergangenheit und hat nicht nur in den 1980ern erfolgreich in der 2. Bundesliga gespielt - teils sogar um den Aufstieg.

1997 folgte leider der Konkurs und der Fall in "ein Fass ohne Boden", denn der Verein wurde bis in die Kreisliga zurückgestuft. 1998 wiederbegründet spielt das Team des KSV Hessen nach 4-maligem Aufstieg in Folge wieder in der Oberliga Hessen (2002 - 2005). In den Jahren 2003 und 2004 verpasste die Mannschaft den ersten Platz dieser Liga und damit den Aufstieg in die Regionalliga nur knapp. Zum Ende der Saison 2004/2005 kämpfte der Klub gegen den Abstieg aus der Oberliga, sicherte sich aber den Klassenerhalt am drittletzten Spieltag.

Eishockey

Die Eishockey-Mannschaft Kassel Huskies spielte seit 1994/95 erfolgreich in der DEL und war 1997 Vizemeister. Doch 2004/05 folgte der sportliche Abstieg; jedoch ist die Entscheidung um das tatsächliche "DEL-Aus" noch offen (siehe dazu: hier).

Handball

Traditionell ist der Sportverein Harleshausen im Handball gut aufgestellt.

Leichtathletik

In Kassel sind zahlreiche Leichtathletikvereine ansässig. Der Schwerpunkt liegt hier insbesondere im Bereich Mittel- und Langstreckenlauf, was insbesondere auf die Aktivität des ehemaligen Marathon-Bundestrainers Winfried Aufenanger zurückgeht. Wichtige regelmäßige Leichtathletikveranstaltungen sind das im Juni stattfindende internationale Askina-Leichtathletiksportfest, der Kassler Citylauf mit internationaler Besetzung im Mai sowie der Kassler-Berglauf zum Herkules.

Rudern

An der Fulda sind zahlreiche Rudervereine beheimatet.

Wichtige Persönlichkeiten

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Kassel, Liste der Söhne und Töchter der Stadt Kassel. Personen die in Kassel wirkten oder geboren sind.

Brauchtum/Spezialitäten

Literatur

Weblinks

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See also: Kassel, 1. Januar, 1189, 1277, 13. Jahrhundert, 13. September