Kassettenrekorder
thumb|Ein typischer Kassettenrekorder der Fa.PHILIPS Kassettenrekorder sind eine spezielle Form der Rekorder, bei denen die Tonaufzeichnung analog auf Compact-Cassetten geschieht. Sie sind eine in den 1970ern populär gewordene kleine Variante der Tonbandgeräte. Die Compact-Cassette wurde 1963 von Philips auf den Markt gebracht.
Kassettenrekorder gibt es in einer Vielzahl von Kombinationen und arten:
- Als Einzel- oder Diktiergerät mit einem Lautsprecher und eingebautem Mikrofon
- Als Kassettendeck in einem HiFi-Turm
- Als Radiorekorder mit eingebautem Radioempfänger
- Als Teil einer Midi- Mini- oder Microstereoanlage
- Als teil einer Kompaktanlage
- Als tragbares Gerät z.B. Sony Walkman
Erste Heimcomputer (z. B. Sinclair ZX81) nutzten Kassettenrekorder auch zur Datenspeicherung (siehe hierzu auch Datasette).
| Inhaltsverzeichnis |
Funktionsweise
Bedienung
Standard-Bedienelemente
- Aufnahme
- Rücklauf
- Vorlauf
- Wiedergabe
- Stop
- Lautstärke
- Ein- und Ausgangsbuchsen
Zusatzfunktionen
- Stereophonie
- Pausentaste
- Suchlauf, automatischer Suchlauf
- Auto-Stop-System
- Aussteuerungsregler
- Aussteuerungsanzeige
- Aussteuerungsautomatik
- Hinterbandkontrolle
- Fe-/Cr-Umschalter (Bandwahlschalter)
- Rauschunterdrückungssystem
- eingebautes Mikrofon
- auto reverse (Gerät wechselt am Bandende automatisch von z.B. Seite "A" nach Seite "B".)
- eingebauter Radioempfänger
Spurlage
Die für den Anwender am problematischsten zu handhabende Geräteeinstellung ist die Spurlage. Sie wird mit einer kleinen Schraube am Tonkopf eingestellt, welche mittels Schraubenzieher durch ein kleines Loch erreichbar sein sollte. Oftmals ist dieses Loch aber im Gehäusedesign nur angedeutet und muß vom Anwender selbst gebohrt werden.
Ist die Spurlage verstellt, so werden die hohen Töne abgeschnitten, und die Aufnahme klingt dumpf. Da die Werkseinstellung zweier Geräte nahezu nie exakt übereinstimmt, muß für jede abzuspielende Fremdkassette der Tonkopf nachjustiert werden. Viele Anwender verkennen leider diesen Sachverhalt, was dazu führt, daß die Musik oft in schlechter Qualität weiterkopiert wird.
Bei einem Doppeldeckrekorder empfielt es sich, Fremdkassetten grundsätzlich über das Abspielfach abzuspielen und die Spurlage des Aufnahmefaches in der Werkseinstellung zu belassen.
Bei einem "auto reverse" Kassettendeck (Tonkopf und Bandlaufrichtung werden am Bandende automatisch umgekehrt) ist darauf zu achten, dass es hier zwei Schrauben (eine für Seite "A" und die andere für Seite "B") gibt. Dies ist meist beim "rotary reverse system" (der Ton-und Löschkopf sind auf einem drehbarem Element montiert)der Fall.
Um die Spurlage einzustellen, kann folgedermaßen vorgegangen werden (rotary reverse):
- 1. Eine bespielte Kassette einlegen. (aber keine Selbstbespielte, da bei der Eigenaufnahme ein Spurlagefehler unterlaufen sein kann)
- 2. Die Kassette im Gerät wiedergeben und dabei langsam eine der Schrauben am Tonkopf drehen (Richtung = egal).
- >Sind Änderungen an der Tonhöhe bemerkbar, dann muss dieselbe Schraube weitergedreht werden ansonsten muss die andere bewegt werden.
- 3. Dabei genau hinhören, ob die hohen Töne schlechter (leiser) oder besser (lauter) werden.
- >Werden sie schlechter (leiser), muss in die andere Richtung gedreht werden
- >Werden sie besser (lauter), dann muss die Drehrichtung beibehalten werden
- 4. Es gibt eine Stellung, in der die Töne am besten wiedergeben werden. Das bedeutet, wenn man weiterdreht wird die Wiedergabequalität wieder schlechter.
- >Werden die Töne am besten (am lautesten) wiedergeben, ist die Stellung nicht mehr zu verändern
- >Werden die Töne schlechter (leiser) ist alles ab Punkt 2. zu wiederholen!
- 5. Wenn eine Schraube justiert ist, dann stoppt man das Gerät, nimmt die Kassette heraus und legt sie umgekehrt wieder ein. (So kann man auch mit einem Kassettenrekorder verfahren, allerdings muss dabei nur eine Schraube eingestellt werden.)
- 6. Nun drückt man die Reverse-Taste. Damit wird wieder die Seite, die vor dem umdrehen abgespielt wurde wiedergegeben. Das bedeutet es sind die selben Töne wie vorher zu hören und somit kann auch die Tonkopfseite "B" justiert werden. Damit weist sie die selben Aufnahme- und Weidergabeeigenschaften wie Seite "A" auf.
- 7. Da der Kassettenrekorder 2 Schrauben zur Einstellung aufweist, kann der Tonkopf auch 2 verschiedene Stellungen einnehmen. Wenn der Tonkopf auf die Seite einer Schraube gedreht ist (= an einer Schraube ansteht), kann Seite "A" eingestellt werden. Wenn er auf die Seite der anderen Schraube gedreht ist, kann Seite "B" eingestellt werden. Deshalb ist es noch nötig, die andere Schraube zu justieren. Dafür wiederholt man die Punkte 2. bis 4..
- Wenn ihr jetzt etwas aufnehmen bzw. wiedergeben wollt, sollte es sich auf beiden Seiten, also in beide Richtungen, völlig gleich anhören. (Da Kassettendecks immer unbeliebter werden, wird die
beschriebene Einstellung der Spurlage von den Herstellern oft vernachlässigt.)
Wartung
Ein Verdrecken des Tonkopfes führt zu einem Abschneiden der hohen Töne. Daher sollte dieser etwa zweimal im Jahr mit einem alkoholgetränkten Wattestäbchen saubergerubbelt werden. Des weiteren wird das Gummi der Andruckwelle mit der Zeit hart und rutschig, ebenso leiert der Keilriemen mit der Zeit aus. Da beides zu Gleichlaufstörungen (Leiern und Jitter) führt, sollten beide Teile etwa alle fünf Jahre ausgetauscht werden. Auch empfielt es sich, den Tonkopf gelegentlich zu entmagnetisieren. Ein weiteres Verschleißteil ist der Motor. Dieser muß nach ca. 15 Jahren erstmals gewechselt werden.
Tips zur Reparatur von Kassettenrekordern Kategorie:Elektroakustik
