Katamaran

thumb|MS Starnberg, Fahrgastschiff Ein Katamaran ist ein Boot oder Schiff mit zwei Rümpfen, die fest (z.B. durch ein Tragdeck) miteinander verbunden sind. Das Wort Katamaran ist ein Lehnwort aus dem Tamilischen, von kattu maram, wörtlich übersetzt zusammengebundene Baumstämme. Generell kann man nach der Antriebsart Motorkatamarane (Motorschiff) und Segelkatamarane (Segelschiff) unterscheiden.

Im Gegensatz zu Einrumpfschiffen zeichnen Katamarane sich dadurch aus, dass sie sehr breit sind und damit sehr stabil auf dem Wasser liegen. Sie haben eine geringe Krängung und man wird nicht so leicht seekrank. Da Katamarane keinen Kiel haben und nur formstabil sind, können sie im Gegensatz zu Yachten, die sich auch bei starker Schräglage wieder aufrichten, durch Windböen zum Kentern gebracht werden.

Katamarane haben sehr schmale (breite) Rümpfe (Unterwasserschiffe) mit geringem Tiefgang, die besonders strömungsgünstig sind, weil sie keinen Kiel haben. So können Katamarane in Verdrängerfahrt hohe Geschwindigkeiten erreichen. Ab einem Längen/Breitenverhältnis von 8:1 generiert ein Schiffsrumpf kein Wellensystem zwischen Bug und Heck, was durch seine von der Länge abhängigen Rumpfgeschindigkeit die maximal mögliche Geschwindigkeit begrenzt. Hochgeschwindigkeitskatamarane, die besonders als schnelle Personenfähren eingesetzt werden, haben in der Regel ein Längen/Breitenverhältnis von 16/1 oder günstiger.

Motorkatamarane

[[Bild:Katamaran_in_Dover.jpg|thumb|250px|Katamaran der Reederei Hoverspeed in ]] [[Bild:Stena Discovery.jpg|thumb|250px|HSS 1500 der Reederei Stena in ]] Motorkatamarane haben insbesondere als Fährschiffe zunehmende Bedeutung gewonnen. Weiterhin werden Arbeitsschiffe sowie schwimmfähige Arbeitsplattformen oftmals in der 2-Rumpf-Bauweise ausgeführt.

Kleinere Hochgeschwindigkeitskatamarane (bis etwa zu 200 Sitzplätzen) werden seit längerem insbesondere in Norwegen und Australien eingesetzt. Sie erreichen bis zu 48 Knoten Geschwindigkeit (entsprechend über 80 km/h) und bieten damit schnelle Reisemöglichkeiten zu Inseln und zwischen Landesteilen. Seit Ende des 20. Jahrhunderts werden solche Schiffe zunehmend auch im Verkehr von und nach Helgoland sowie auf der Elbe eingesetzt.

Auf mehreren europäischen Routen verkehren besonders große Katamaran-Fährschiffe auch als Autofähren. Hierzu gehören:

Der von der Werft Incat in Tasmanien gebaute 91 m lange Großkatamaran Catalonia hält seit 1998 den Rekord für die schnellste Atlantik-Überquerung durch große Schiffe mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 38,85 Knoten. Die Fahrt ging von New York nach Tarifa in Südspanien. Zugleich erreichte die Catalonia mit 1015 Seemeilen die beste 24-Stunden-Leistung (Etmal) aller Zeiten. Die größten Katamarane setzt die Reederei Stena auf Routen von und nach Großbritannien ein, die HSS 1500. Sie sind 127 m lang, 40 m breit und haben eine Verdrängung von knapp 20.000 Tonnen. Sie können bis zu 1.500 Passagiere und 375 Autos mit einer Geschwindigkeit von 40 Knoten transportieren.

Segelkatamarane

thumb|250px|Strandkatamaran Segelkatamarane dienen in erster Linie als extra-leichte Sportgeräte und als Kajütboote. Auch sie sind besonders schnell. So erreichte 2002 die Maiden II unter Kapitänin Tracy Edwards ein Etmal von 697 Seemeilen (Durchschnittsgeschwindigkeit 29 Knoten) und hält seitdem den Rekord für Segelschiffe.

Im Segelsport werden Katamarane in verschiedenen Kategorien gesegelt, z.B. Hobie 16 (Herstellerklasse), F18 oder A-Cat (Konstruktionsklassen), Tornado (Olympische Klasse) und anderen. Führender Hersteller bei Strandkatamaranen ist Hobie Cat [1].

Die meistverkauften Katamaran-Baupläne hat James Wharram, England, gezeichnet ([2]). Er griff das Prinzip der polynesischen Bootsbaukunst wieder auf. Alle Teile dieser Schiffe sind flexibel verbunden. Weitere Grundlagen-Betrachtungen finden sich unter [3].

Siehe auch: Trimaran, Tragflügelboot, Hydrobike. Liste von Schiffstypen

See also: Katamaran, 1998, 20. Jahrhundert, 2002, A-Cat, Australien, Boot, Dover, Durchschnittsgeschwindigkeit, Dänemark