Kaufkraftparität

Der Begriff Kaufkraftparität wird verwendet:


Inhaltsverzeichnis

Kaufkraftparitätentheorie

Sie basiert auf dem Grundsatz des Gesetzes vom einheitlichen Preis. Demnach muss sich ein Gut überall auf der Welt zum gleichen Preis verkaufen. Andernfalls gäbe es Arbitragemöglichkeiten. Nach dieser Theorie muss eine Geldeinheit in allen Ländern die gleiche Kaufkraft haben, sie muss überall den gleichen realen Wert besitzen.

Sie stammt ursprünglich aus der monetären Außenwirtschaftstheorie. Es wird dabei berechnet, wie viel Einheiten der jeweiligen Währung notwendig sind, um den gleichen repräsentativen Waren- und Dienstleistungskorb zu kaufen, den man für 1 US-Dollar in den USA erhalten könnte. Kurzfristig kann der Wechselkurs von der Kaufkraftparität abweichen, langfristig sollte er aber um diesen Wert schwanken.

Die Kaufkraftparitätentheorie bildet die realen Umstände äußerst vereinfacht ab, weil

nicht berücksichtigt werden.

Als Wegbereiter der Kaufkraftparitätentheorie gilt Gustav Cassel, wenn gleich Ansätze zu ihr sich schon im 17. Jahrhundert finden.

Aus Kaufkraftparitätentheorie und Zinsparitätentheorie entwickelte Rudiger Dornbusch die monetäre Wechselkurstheorie.

Kaufkraftparitäten als Einheiten

Für internationale Einkommensvergleiche ermitteln internationale Organisationen (z.B. Weltbank, EUROSTAT) solche Kaufkraftparitäten empirisch, um Verzerrungen durch Wechselkursschwankungen zu eliminieren.

Da viele Entwicklungsländer (nach der Kaufkraftparitätentheorie) unterbewertete Währungen aufweisen, stellt sich ihr Pro-Kopf-Einkommen in (USD-) Kaufkraftparitäten zumeist höher dar als mit offiziellen Wechselkursen umgerechnet.


Ein populäres Beispiel für Kaufkraftparitäten auf einer alternativen Basis ist der von der Zeitschrift The Economist regelmäßig veröffentliche sogenannte Big-Mac-Index. Dabei wird ermittelt, wieviel ein Big Mac in einem McDonalds-Restaurant in den verschiedenen Ländern der Welt kostet. Diese Preise werden zur Grundlage einer Währungsumrechnung gemacht.

Ähnlich ist der IPod-Index. Hierbei wird der Verkaufspreis des von der Firma Apple produzierten IPods in verschiedenen Ländern verglichen.

Der Hauptunterschied dieser beiden Indizes liegt wohl darin, daß IPods ein über Landesgrenzen handelbares Gut darstellen, mit Big Macs allerdings kein internationaler Handel betrieben wird.

Beispieltabelle

Bruttoinlandsprodukte ausgewählter Staaten von 1997 (nach Fischer Weltalmanach 2000):

Land BIP/Kopf (in USD) BIP/Kopf (in PPP-$) Relation
Schweiz 43060 26580 0,62
Norwegen 36100 24260 0,67
USA 29080 29080 1
Deutschland 28280 21170 0,75
Großbritanien 20870 20710 0,99
Portugal 11010 14180 1,29
Saudi Arabien 7150 10540 1,47
Brasilien 4790 6350 1,32
Polen 3590 6510 1,81
China 860 3070 3,57
Indien 370 1660 4,49
Nigeria 280 860 3,07
Sierra Leone 160 410 2,56


1997 mussten für einen US-Dollar etwa 1,43 Schweizer-Franken bezahlt werden.

1,43 geteilt durch 0,62 ergibt 2,30

Die Kaufkraftparität (PPP) zwischen Dollar und Franken betrug demnach 2,30

Siehe auch

Weblinks

See also: Kaufkraftparität, Apple, Arbitrage, Außenhandel, Balassa-Samuelson-Effekt, Big-Mac-Index, Big Mac, Bretton-Woods-System, Bruttoinlandsprodukt, Bruttonationaleinkommen