Kesselschlacht bei Kalatsch
Startpunkt
Die Winteroffensive 1941/42 der Roten Armee wurde von der Wehrmacht unter enormen Verlusten abgewiesen und die Ostfront stabilisiert. Es erfolgte eine Gegenoffensive, bei der 240000 Rotarmisten gefangengenommen wurden. Im Rahmen der darauf folgenden Sommeroffensive 1942 der Wehrmacht (ab 28.Juni 1942), die sich auf den Süden der Ostfront beschränkte, wurde auch die Halbinsel Krim vollständig genommen. Nun sollte der Donbogen erobert werden, um den Weg frei zu machen für Stalingrad und den Kaukasus
Der Fall Blau, die Sommeroffensive 1942, hatte zum Ziel, die Erdölvorkommen im Kaukasusvorland in die Hand zu bekommen. Die 6. Armee hatte die Aufgabe, den Vormarschweg im Donezk-Gebiet freizukämpfen, dabei den wichtigen Knotenpunkt Woronesch einzunehmen und die Flanke der Heeresgruppe A zu decken. Stalingrad war kein originäres Ziel! Die Schwerpunktbildung war falsch, Paulus wollte eine große Kesselschlacht im Donbogen schlagen, unterschätzte aber die sowjetische Entschlossenheit, Woronesch um jeden Preis als Stachel im deutschen Fleisch zu belassen. Da Hitler angesichts der Weite des geplanten Operationsgebietes Nachschubprobleme befürchtete, ordnete er an, dass anstelle der weiträumigen Umfassungsoperationen wie 1941 mit großen Kesseln diesesmal kleine Kessel gebildet werden sollten. Infolge des raschen geordneten Rückzugs der Roten Armee waren die 2 kleinen Kessel, die gemäß der Führerweisung zustande kamen, fast leer. Der eigentliche Fehler auf deutscher Seite bestand darin, mit zu schwachen Kräften das stark verteidigte Woronesch anzugreifen. Nach Anfangserfolgen blieb der Angriff am Tim (Fluss durch Woronesch) stecken und der Verkehrsknotenpunkt in russischer Hand. Hierdurch waren später die Verschiebungen der sowjetischen Kräfte möglich, die die von Rumänen und Italienern gedeckte Nordflanke der deutschen Front zerschlugen.
Der Kessel
Die 6.Armee unter Generaloberst Friedrich Paulus stieß ab Juni 1942 gen Stalingrad vor. Im Raum Kalatsch am Don stationierten die Sowjets dagegen die neu aufgestellte 1.Sowjetische Panzerarmee und einen Großteil der 62.Sowjetarmee zur zwischenzeitlichen Abwehr. Paulus wandte wieder das Prinzip der Umfassung an und war damit erfolgreich. Anfang August stand der Kessel, am 11.August kapitulierten 57000 Rotarmisten. Die 6.Armee hatte ihren Brückenkopf über den Don, das letzte Hindernis zu Stalingrad war überwunden, jedoch mit zwei Wochen Verspätung zu den ursprünglichen Plänen. So wurde Stalingrad erst am 22.August erreicht. Zum letzten Mal sollte die Wehrmacht eine Kesselschlacht erfolgreich abschließen - dies sollte in der Folge nur noch den Alliierten gelingen.
Einordnung
Die Kesselschlacht von Kalatsch öffnete den Weg zur verhängnisvollen Schlacht von Stalingrad. Friedrich Paulus´ Ruhm erhöhte sich weiter und zum letzten Mal wurden die Hoffnungen auf einen Zusammenbruch der Sowjets genährt - obwohl die Anzahl der Gefangengenommenen relativ gering war, da die 6.Armee nicht aufgehalten werden sollte, sondern nur kurzzeitig gestört. Diese hinhaltende Taktik war ein Grund, warum Stalingrad erfolgreich verteidigt werden konnte.
Der Grund für den sowjetischen Erfolg in Stalingrad war die Tatsache, dass die russischen Unterstände im steilen Westufer der Wolga von der deutschen Artillerie nicht bekämpft werden konnten und so die Rotarmisten von dort immer wieder angreifen konnten. Zudem gab es auf Befehl Stalins für die Rotarmisten kein Zurück. Mehr als 1 Million von Ihnen bezahlten den Sieg mit dem Leben!
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