Kießling-Affäre

Die Kießling-Affäre beschäftigte im Jahr 1984 die Politik der Bundesrepublik Deutschland.

Die Affäre drehte sich um den stellvertretenden NATO-Oberbefehlshaber, General Günter Kießling. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) hatte über ihn Behauptungen in die Welt gesetzt, er sei homosexuell veranlagt und verkehre in dubiosen Homo-Bars. Dies veranlasste Verteidigungsminister Manfred Wörner (CDU), den Vier-Sterne-General Kießling als Sicherheitsrisiko einzustufen und zum Jahresende 1983 vorzeitig in den Ruhestand zu schicken.

Anfang Januar 1984 deckten Journalisten den Fall auf und das Verteidigungsministerium bestätigte die Pressemeldungen über die Pensionierung. Nachdem bewiesen war, dass die Behauptungen gegenüber Kießling falsch waren, wurde Kießling 1984 rehabilitiert. Die Affäre zog aber keine Konsequenzen für die involvierten Personen nach sich.

Während dieser Affäre trat der Schauspieler Alexander Ziegler in den Blickpunkt der Öffentlichkeit: Als der Verteidigungsminister Dr. Manfred Wörner die vorzeitige Entlassung des Generals Dr. Günter Kießling wegen seiner angeblichen Homosexualität verfügte, stellte sich zunächst Udo J. Erlenhardt als Kronzeuge zur Verfügung: er habe den General mehrfach in der Kölner Schwulenkneipe "Tom Tom" gesichtet. Um die Behauptungen seines ehemaligen Vorgängers zu untermauern, ließ Ziegler nun verlauten, dass er das Protokoll eines Telefongesprächs mit dem ehemaligen Stricher Achim Müller vom 12. Februar 1979 besitze, aus dem die homosexuelle Neigung General Kießlings eindeutig hervorgehe. Daraufhin wurde er (Ziegler) am 20. Januar 1984 (in Begleitung seines Düsseldorfer Rechtsanwaltes Friedhelm Spieß) von Minister Wörner empfangen. Es gelang ihm jedoch nicht, Wörner und die Öffentlichkeit von der Richtigkeit seines Tonbandmitschnittes zu überzeugen. Erst durch das energische Eingreifen des Bundeskanzlers Helmut Kohl wurde die Affäre beendet. Kießling wurde ehrenhaft mit dem "großen Zapfenstreich" in den Ruhestand versetzt.

Siehe auch

See also: Kießling-Affäre, 1984, Alexander Ziegler, General, Harden-Eulenburg-Affäre, Helmut Kohl, Homosexuell, Manfred Wörner, Militärischer Abschirmdienst, NATO