Kime
Kime (決め, jap.) bezeichnet im Karate den Moment größter Anspannung während eines Stoßes, Schlags oder Trittes. Alle Bewegungen des Kämpfers sollen schnell und locker ausgeführt werden, bis es beim Kime zu einer explosionsartigen Anspannung und Entladung der Kraft kommt. Kime ist ein essentieller Bestandteil des Karate. Äußerlich erkennt man Kime am plötzlichen kontrollierten Arretieren ("Einrasten") des die Technik ausführenden Arms oder Beins wenige Zentimeter (Sun-dome) vor dem Ziel bzw. im Ernstfall genau im Ziel.
Abgrenzung zum Kiai
Während der Kiai oft nur mit der letzten (den Gegner besiegenden) Technik angewandt wird, soll der Kämpfer das Kime in jeder Technik einsetzen.
Details & Lernprozeß
Das richtige Kime ist gerade für Anfänger eine große Schwierigkeit, da alle Muskeln bis zum letzten Moment des Auftreffens völlig locker bleiben und damit eine sehr schnelle Bewegung ermöglichen sollen. Nur in diesem Moment des Auftreffens soll Kime, die volle Anspannung des gesamten Körpers (nicht nur der an der Technik beteiligten Gliedmaßen), zur Wirkung kommen. Sofort nach der Technik soll der Kämpfer wieder in den Zustand völliger Entspannung zurückfallen, um gegebenenfalls eine Folgetechnik schnell genug ausführen zu können. Die Fähigkeit zur zeitlichen Beschränkung der Anspannung auf diesen kurzen Moment im schnellen Wechsel mit absoluter Entspannung bedarf eines jahrelangen Trainings. Hinzu kommt, dass der Kämpfer die Gliedmaßen während des Kime nicht vollständig durchstrecken soll, um Gelenkschäden zu vermeiden. Auch dies wird im Zusammenhang mit dem richtigen Kime trainiert.
Ziel
Der richtige Einsatz des Kime ermöglicht sowohl schnelle und zugleich kraftvolle Techniken, bewahrt aber gleichzeitig den Kämpfer davor, durch permanente Muskelanspannung vorzeitig zu ermüden.
