Kinderrepublik

Unter dem Begriff Kinderepublik oder auch Jugendrepublik versteht man in der Pädagogik ein Modell vom gemeinschaftlichen Zusammenleben von Kindern, Heranwachsenden und Erwachsenen, in dem durch praktische Einübung ansatzweise Demokratie und demokratisches Verhalten vermittelt wird.

Inhaltsverzeichnis

Formen

Die Modelle sind zum Teil völlig verschieden, ja zuweilen gar gegensätzlich. Es handelt sich dabei meist um Internate, selbstregierte Heime, Lager oder auch Privatschulen, in denen den Lehrenden und Lernenden "die demokratische Republik, der Staat und die sich selbstregierende Stadt zum Vorbild" dient. [Kamp, J.M.: Kinderrepubliken, 1995, Vorwort von W. Breyvogel, S. 9]

Beispiele

Beispiele für solche Modelle sind unter anderen:

Hier gibt es allerdings drastische Unterschiede in der Realität dieser Einrichtungen. Ansätze gab es aber auch in Italien, in der Schweiz, in Spanien, in Finnland, in Jugoslawien, in Litauen, in Indien, in Kolumbien, in Ungarn, in Frankreich und natürlich auch in Deutschland (über Foerster hinaus).

Gründe für die Schließung

Die meisten dieser Einrichtungen wurden geschlossen und existieren nicht mehr. Lediglich Summerhill in England und circa 40 Sudbury-Schools in den USA sind noch existent und praktizieren ihr Konzept weiterhin.

Die Kinderrepubliken sind jedoch nicht "wegen interner pädagogischer Probleme mit den Jugendlichen geschlossen worden, oder weil die Selbstregierung nicht funktionierte und fehlschlug. Die Republiken scheiterten nicht an pädagogischen Problemen, auch nicht, weil die angeblich unersetzbare geniale Erzieherpersönlichkeit starb, sondern sie scheiterten politisch an veränderten politischen Verhältnissen (Faschismus!) und inszenierten sexuell-politischen Skandalen, sowie organisatorisch, weil sie kein geeignetes ausgebildetes oder befähigtes Personal fanden, oder wirtschaftlich an Geldnot oder Erbschaftsproblemen nach dem Tod des Gründers." [Kamp, S. 78]

Folgerungen

Fortschrittliche Pädagogen folgern daraus, dass es offensichtlich nicht unmöglich ist, dass Kinder sich selbst regieren. Sondern es sei vielmehr nicht gewollt oder es scheitert am Unvermögen der Erwachsenen, sich das vorzustellen. Auch scheitert es daran, dass viele ihre Nachkommen nach Ihrem Bilde formen wollen und keine Innovationen zulassen möchten. In Deutschland gibt es wieder Ansätze zu Kinderrepubliken. Verwiesen sei an den Schulstaat Haubinda, erwähnt hier unter Hermann-Lietz-Schule Haubinda

Siehe auch:Demokratische Schule, Sudbury Valley School, Summerhill

Literatur

Weblinks

See also: Kinderrepublik, Alexander Sutherland Neill, Demokratie, Demokratische Schule, Deutschland, England, Finnland, Frankreich, Friedrich Wilhelm Foerster, Hermann-Lietz-Schule Haubinda