Deutscher Evangelischer Kirchentag
| left|25px|Begriffsklärung | Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag, der seit 1949 in wechselnden Städten Deutschlands abgehalten wird. Für weitere Bedeutungen von Kirchentag siehe unter Kirchentag (Begriffsklärung). |
Der heutige Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) ist eine Bewegung evangelischer Laien und institutionell unabhängig von den evangelischen Kirchen.
Das katholische Pendant zum Kirchentag ist der Katholikentag.
[[Bild:Jerusalem-kreuz.png|framed|Das Jerusalemkreuz ist das Logo des DEKT.]]
2003 fand der erste ökumenische Kirchentag in Berlin statt. Gastgebende Stadt des nächsten Ökumenischen Kirchentages wird 2010 die Stadt München sein.
Der Deutsche Evangelische Kirchentag versteht sich als eine freie Bewegung von Menschen, die der christliche Glaube und das Engagement für die Zukunft von Kirche und Welt zusammenführt.
Er findet alle zwei Jahre in einer anderen Stadt in Deutschland statt.
Themen sind neben dem Christentum aber auch viele politische Themen unserer Zeit, wie z. B. Dialog zwischen Juden und Christen 1961 in Berlin oder Evangelisch-katholisches Gespräch 1965 in Köln. Die Friedensbewegung der 1980er wurde durch den Kirchentag stark mit beeinflusst.
| Inhaltsverzeichnis |
Geplante Kirchentage
- 2007 findet der 31. Kirchentag vom 6. bis 10. Juni auf Einladung der Evangelischen Kirche im Rheinland in Köln statt.
- 2009 findet der 32. Kirchentag in Bremen statt.
- 2010 soll der zweite Ökumenische Kirchentag in München stattfinden.
Programm
Das Rahmenprogramm eines Kirchentags ist in der Regel immer ziemlich gleich aufgebaut. Natürlich sind die Veranstaltungen unterschiedlich und sie finden an vielen Orten statt. Es gibt allerdings einige Punkte die sich nicht unterscheiden.
Eröffnungsgottesdienst
Der Kirchentag beginnt mit mehreren Zentralen Eröffnungsgottesdiensten am Mittwoch abend.
Abend der Begegnung
thumb|200px|Abend der Begegnung 2005 Die gastgebende Landeskirche veranstaltet am ersten Abend einen Abend der Begegnung meistens in der Innenstadt. Hier gibt es viele kulinarische Köstlichkeiten und die Kirchlichen Initativen vor Ort sowie die Regionen der Landeskirche stellen sich vor.
Bibelarbeit
Der Kirchentag beginnt jeden Morgen mit Bibelarbeiten. Diese finden in ganz unterschiedlichen Rahmen statt, z. B. in einer Messehalle mit mehreren 1000 Besuchern und auch in Kleingruppen mit zehn Personen. Sie werden sowohl von Laien, oder Pastoren als auch von Personen des öffentlichen Lebens wie Künstlern oder Politikern geleitet.
Markt der Möglichkeiten
Auf dem Markt der Möglichkeiten präsentieren sich viele (auch nichtkirchliche) Initativen in den Messehallen der gastgebenden Stadt.
Abschlussgottesdienst
Der Kirchentag endet am Sonntag mit einem zentralen Abschlussgottesdienst, dieser findet häufig in einem Fußballstadion oder auf einem großen Platz statt.
Thematische Schwerpunkte
Die thematischen Schwerpunkte werden für jeden Kirchentag neu formuliert. Die Formulierungen sind jeweils recht allgemein gehalten, denn sie sollen die gesamte Breite der aktuellen kirchlichen Diskussionsthemen umfassen und strukturieren. Oft sind sie recht ähnlich: Fragen des Glaubens, der individuellen Lebensgestaltung, der Ethik und der Gesellschaftspolitik sollen ihren Platz finden. thumb|200px|Bild von einer Veranstaltung beim Kirchentag 2005
Organisation
Rechtsträger
Rechtsträger des Deutsche Evangelischen Kirchentages ist der "Verein zur Förderung des Deutschen Evangelischen Kirchentages e.V." mit Sitz in Fulda. Er unterhält dort ein zentrales Büro als dauerhafte Einrichtung. An der Spitze des Vereins steht für eine Amtszeit von zwei Jahren der Präsident bzw. die Präsidentin. Die Leitung des Kirchentags obliegt dem Präsidium, dem Vorstand des Präsidiums, der Präsidialversammlung, der Konferenz der Landesausschüsse und dem Kollegium. In keinem der Gremien des Kirchentages gibt es institutionelle Vertretungen. Es gibt nur persönliche Mitglieder. Zur Ausrichtung des jeweiligen Kirchentags wird unter dem Namen "XX. Deutscher Evangelischer Kirchentag e.V." ein eigener Trägerverein gegründet, der dann in der Stadt der Ausrichtung des Kirchentags eine Geschäftsstelle einrichtet.
Die einladende Landeskirche richtet dann eine Regionale Arbeitsstelle (RASt) ein, die die Koordination zwischen Kirchentag und einladener Landeskirche und ihren Einrichtungen und Gemeinden übernimmt.
Laienorganisation
Der Kirchentag ist eine der größten Massenveranstaltungen in Deutschland. Bei der Durchführung sind allerdings die meisten Menschen "Laien", die im Alltag etwas ganz anderes machen. So reisen unter anderem viele christliche Pfadfinder als Helfer, HaKas (Harter Kern) und Hallenleiter an, um in den Hallen und Veranstaltungsräumen zu helfen. Insgesamt gibt es auf einem Kirchentag ca. 4000 Helfer. Die Veranstaltungsgruppen bekommen für ihre Auftritte und Stände kein Geld (im Gegenteil, sie bezahlen sogar noch eine (vergünstige) Eintrittskarte). Eine Ausnahme bilden speziell vom Kirchentag eingeladene "Zugpferde" wie einige sehr bekannte Pop-Gruppen. Unter den 4000 Helfern gab es z.B. 2005 ca. 400 HaKas ("Harte Kern- Helfer"). Diese helfen mindestens 9 Tage beim Auf- und Abbau mit. Einige von ihnen sind ganze drei Wochen vor Ort. Oftmals "opfern" sie ihren Sommerurlaub um in dieser Gemeinschaft zu helfen und nebenbei noch Spass zu haben.
Kirchentag und Umweltschutz
Der Kirchentag versucht die umweltfreundlichste Großveranstaltung weltweit zu sein, dafür gibt es eine Ökobilanz. Der Kirchentag setzt z.B. schon bei der Anreise stark auf die Eisenbahn. Wo immer es geht, wird die Menge des anfallenden Mülls reduziert. Die Menge der verbrauchten Energie wird durch Investitionen in umweltfreundliche Energieerzeugung kompensiert.
Geschichte
Es gab in der deutschen Kirchengeschichte bereits vor 1949 Zusammenschlüsse und Treffen unter dem Namen Deutscher Evangelischer Kirchentag, die aber mit dem heutigen DEKT keine direkte Verbindung haben. Siehe hierfür Kirchentag (Begriffsklärung).
thumb|Kirchentag 1999 Stuttgart: "Ihr seid das Salz der Erde." Der heute bekannte DEKT wurde 1949 nach dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg vor allem von Reinhold von Thadden-Trieglaff ins Leben gerufen. Nach dem Mauerbau wurde die Abhaltung eines gemeinsamen deutschen Kirchentages immer schwieriger. Daher fanden in der DDR eigene Kirchentage statt.
Neue Kirchenlieder und Neue Geistliche Lieder finden häufig über den Kirchentag hinaus Verbreitung. Ferner nahmen Friedens- und Ökologiediskussionen ihren Anfang bei Kirchentagen.
2003 fand der Erste Ökumenischer Kirchentag in Berlin "Ihr sollt ein Segen sein" (191.000 Dauerkarten ) statt
Siehe auch: Liste der deutschen evangelischen Kirchentage und beteiligter Personen
Weblinks
- Offizielle Webseite
- Bessere Welt Links zum Kirchentag
- Helferkneipe - Seite der Helferdienste
- ausführliche Berichte vom Kirchentag: pfeil-magazin.de
