Kirsche (Pflanze)
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| Kirschbäume | ||||||||||||||||
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| 300px|thumb|Kirschbaum in Blüte | ||||||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||||||
| Prunus Untergattung Cerasus | ||||||||||||||||
| L. |
right|thumb|250px|Laub und reife Früchte des Kirschbaums thumb|250px|Holz des Kirschbaums
Kirschbäume, oder einfach Kirschen, sind mehrere Arten der Untergattung Cerasus aus der Gattung Prunus, aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), sind sommergrüne Laubbäume.
| Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Die Süßkirsche wird bis zu 20 Meter hoch. Der Stamm erlangt einen Durchmesser bis zu einem Meter. Die Blüten sind wie bei allen Rosaceae 5-zählig. Die Blüten sind weiß, bei den Ziersorten gibt es auch rosa. Es ist nur ein Fruchtblatt vorhanden. Die Früchte der Gattung Prunus sind Steinfrüchte.
Es gibt selbstunfruchtbare und selbstfruchtende Sorten. Im Kirschanbau, wie im gesamten Obstanbau werden verschiedene Unterlagen verwendet, um die Größe der Pflanze, und Widerstandsfähigkeit zu verbessern. Der Geschmack und andere Eigenschaften werden durch den Edelreis, also die eigentliche Kirschsorte bestimmt. In der Regel sind Sauerkirschen anspruchsloser als Süßkirschen.
Verwertung
Früchte
Die Kirschen werden, je nach Sorte, im Juni oder Juli geerntet.
Bei Süßkirschen ist auf die richtigen Befruchtersorten zu achten, weil diese zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Man geht davon aus, dass ein Befruchterbaum in 100 m Entfernung ausreichend ist, oder ein aufpfropfener Ast aushelfen kann. Auch Vogelkirsche und Sauerkirsche können als Befruchter dienen. Als Folge davon werden, je nach Sorte, die Früchte in 7 sogenannten Kirschwochen geerntet. Diese sind :
1. Kirschwoche (24.5. - 6.6.), 2. Kirschwoche (8.6. - 18.6.), 3. Kirschwoche (20.6. - 30.6.), 4. Kirschwoche (2.7. - 12.7.), 5. Kirschwoche (14.7. - 24.7.), 6. Kirschwoche (26.7. - 8.8.), 7. Kirschwoche (10.8. - 20.8.).
Es wird zwischen färbenden und nicht färbenden Kirschen unterschieden. Zum ersten Typ gehören die sogenannten Amarellen und zum zweiten Typ die Morellen und Weichseln und Sauerkirschen Der zweite Typ enthält Anthocyane, die durch Wärmeinwirkung zerstört werden können. Je dunkler die Farbe, desto gehaltreicher. Neben Vitaminen sind Minerale enthalten.
Holz
Das Holz der Kirsche wird gerne für die Möbelherstellung verwendet und ist aufgrund seiner Härte auch als Parkett geeignet. Berühmt sind auch die oft aus Kirschbaum hergestellten Möbel der Shaker (Religion), einer Glaubensgemeinschaft in den USA.
Blätter
Kirschblätter werden teilweise beim Einlegen von Gemüse verwendet, z.B. für Salzgurken.
Arten
- Süßkirsche (P. avium) Vogelkirsche
- Sauerkirsche (P. cerasus) Weichsel
- Bastardkirsche (sehr aromatischer Bastard aus Süß- und Sauerkirsche)
Pflege
Ein regelmäßiger Schnitt von Süßkirschen, hält den Baum jung und gesund. Die Früchte können gleichmäßiger Reifen. Bei Sauerkirschen ist der Baumschnitt zwingend, weil die Kirschen sich nur am einjährigen Holz bilden und die Pflanze sonst „vergreist“. Die Kirschen sollten mit Stiel geerntet werden, damit sich die Frucht länger hält.
Krankheiten, Schädlinge
Es gibt eine ganze Reihe von Krankheiten und Schädlingen, die die Kirschbäume befallen können. Der Befall erfolgt zumeist an geschwächten Bäumen, diese kann durch Sortenwahl und Standortwahl erheblich reduziert werden.
- Bakterienbrand
- Bitterfäule
- Blattbräune
- verschiedene Blattlausarten
- Bleiglanz
- Feuerbrand
- Spätfrostgefahr für die Blüten
- Frostspanner
- Hexenbesen
- Kirschblütenmotte
- Kirschfruchtfliege
- Miniermotte
- Monilia
- Pfeffingerkrankheit
- Pilzkrankheiten, z.B. Valsakrankheit
- Rindenwickler
- Zuviel Regen während der Kirschreife lässt die Früchte platzen, Bei Staunässe und wechselfeuchten Lagen kann es zu Gummifluß kommen.
- Röteln
- Rost
- Rote Spinne
- Rußtau
- San-Jose-Schildlaus
- Scharka
- Schrotschusskrankheit
- Schwarze Kirschfleckenkrankheit
- Sprühfleckenkrankheit
- Stachelbeerspanner
- Ungleicher Holzbohrer
- Viren, z.B. Little-Cherry-Virus, Ringfleckenvirus, Stecklenbergerkrankheit
- Vogelfraß
Mythos und Literatur
thumb|Kirschblüten In Japan gilt die flüchtige Kirschblüte, die Sakura, als Symbol des vergänglichen menschlichen Lebens, der Reinheit und des idealen Todes. Das Fest der Kirschblüte ist das jährliche Volksfest in Japan. Jung und alt versammeln sich zum Hanami, dem Blütenschauen - bei ausgelassenem Schwatz, Picknick und, was die Männer angeht, reichlich Sake unter den voll erblühten Bäumen. Wegen der unterschiedlichen Klimazonen und der dadurch auch unterschiedlichen Blütezeiten wird es im Süden Japans einige Wochen früher gefeiert als im Norden. Der Termin wird durch Beobachtung der Blüten festgestellt und jeweils erst kurz vor Festbeginn bekanntgegeben.
In Anton Tschechows trauriger Komödie Der Kirschgarten (ISBN 3-458-33041-0) ist der Kirschgarten Symbol für eine alte Zeit und eine Gesellschaftsschicht, die dem Untergang geweiht ist.
In Alfred Anderschs autobiografischer Erzählung Die Kirschen der Freiheit (ISBN 3-257-20001-3) sind ein paar wilde Kirschen gleichzeitig Belohnung und Verheißung. Der Erzähler isst sie, nachdem es ihm gelungen ist, aus dem sinnlosen, verlorenen Kriegsbetrieb der Wehrmacht zu desertieren.
Siehe auch
Obst, Liste von Blumen, Rosengewächse, Hölzer, Blausäure, Obstbaum, Provence, Broteinheit, Sorbit
Weblinks
- Deutschlands Obstsorten , ein etwa 100 Jahre altes antiquarisches Fachbuch, in dem mehr als 300 Äpfel-, Birnen-, Pflaumen-, Erdbeeren-, Aprikosen- und Weinsorten mit Abbildungen beschrieben werden
- Ein Land wie im Vollrausch: Gregor Garbassen in der Rhein-Zeitung über die Kirschblüte in Japan.
- Foto: Blühender Sauerkirschbaum
