Kißlegg

Wappen Karte
140px|Wappen von Kißlegg 140px|Deutschlandkarte, Position von Kisslegg hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Geografische Lage: 47° 46' n. Br.
09° 52' ö. L.
Höhe: 661 m ü. NN
Fläche: 92,4 km²
Einwohner: 8645 (31. Dezember 2003)
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88353
Vorwahl: 07563
Kfz-Kennzeichen: RV
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 052
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßstraße 5
88353 Kißlegg
Website: www.kisslegg.de
E-Mail-Adresse: gemeinde@kisslegg.de
Politik
Bürgermeister: Dieter Krattenmacher
thumb|none|280px|Kißlegg

Kißlegg im Allgäu ist ein Luftkurort im Landkreis Ravensburg im Südosten von Baden-Württemberg (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Gemeindegliederung

Kißlegg besteht aus den sechs Ortsteilen Kißlegg, Sommersried, Emmelhofen, Wiggenreute, Waltershofen und Immenried.

Geschichte

Auf eine Besiedlung in der Römerzeit weist ein reicher Münzenfund in Oberhorgen hin. Im 8. Jahrhundert gründete der Leutkircher Priester Ratpot am Ufer des Zellersees eine Mönchszelle und eine Kirche, die erstmals 824 als Ratpotiscella urkundlich erwähnt wurde und sich bis Anfang des 9. Jahrhunderts zu einer Ortschaft entwickelte. Um 850 kam der Ort in den Besitz des Klosters St. Gallen, das zwischen Zellersee und Obersee einen Meierhof (auch Kellhof) errichtete, zu dem über 100 Bauerngüter der Umgebung gehörten.

Eine adelige Familie war bereits seit dem 9. Jahrhundert in der Umgebung ansässig und verwaltete neben eigenen Besitzungen auch als Meier (auch Keller genannt) die Güter des St. Galler Meierhofs. Ein Mitglied der Familie soll den Namen Kisololt, Kisilhar oder Kisalfrid getragen haben. Die Familie errichtete im 11. oder 12. Jahrhundert die Burg Kisilegge, nach der sie sich ab 1227 Herren von Kiselegge nannte. Der Name der Burg verdrängte mit der Zeit die ursprünglichen Namen Zell und Kißleggzell, so dass der Ort seit dem 15. Jahrhundert nur noch als Kißlegg bekannt ist.

Der letzte Erbe der Herren von Kißlegg verheiratete um 1300 seine Tochter an Marquard von Schellenberg aus der Familie der Herren von Schellenberg, die damit neue Besitzer Kißleggs wurden. 1381 wurde die Herrschaft innerhalb der Familie Schellenberg geteilt in einen schellenbergischen Teil, der 1708 durch Heirat an die Waldburger Linie Waldburg-Wolfegg und Waldsee kam, und einen paumgartischen Teil, der nach mehreren Besitzerwechseln 1625 zunächst an Friedrich von Waldburg-Scheer-Trauchburg und schließlich 1793 an das Haus Waldburg-Zeil-Wurzach ging.

Am 28. Februar 1394 verlieh König König Wenzel in Prag beiden Herrschaften das Marktrecht und die niedere und hohe Gerichtsbarkeit. Während des Deutschen Bauernkriegs lag Kißlegg in einem der Zentren des Aufstandes. 1548 wurde Kißlegg mit Ausnahme des Schellenbergischen Schlosses völig zerstört, 1704 zerstörte ein Feuer erneut fast die gesamte Marktgemeinde.

1806 kam Kißlegg zum Königreich Württemberg. 1828 entstanden die selbständigen Gemeinden Kißlegg, Sommersried, Emmelhofen und Wiggenreute. Am 1. April 1934 die Gemeinde Kißlegg durch Eingemeindung von Sommersried, Emmelhofen und Wiggenreute. Dieser Zusammenschluss gilt als die erste größere Gemeindereform in Württemberg. 1972 wurden die Ortschaften Waltershofen und Immenried eingemeindet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Neben der Getränkebranche mit der Brauerei Farny und der Mineralbrunnen AG (Krumbach Sprudel) spielt die Landwirtschaft mit 240 Betrieben sowie der Fremdenverkehr eine wichtige Rolle.

Tourismus

Kißlegg ist eingebettet in eine wundervolle Seenlandschaft. Zahlreiche Rad- und Wanderwege helfen die reizvolle Landschaft zu erkunden. Im Arrisrieder Moos gibt es einen Hochmoorlehrpfad, der den schützenswerten Lebensraum Hochmoor näherbringen will. Am Obersee gibt es ein Freibad und Stellplätze für Campingmobile. Ausgewiesene und kostenlose Parkplätze gibt es am Obersee und am Feuerwehrhaus. Die Brauerei Farny bietet ebenso wie die Mineralbrunnen AG - Werk Krumbach Führungen an.

Verkehr

Die Gemeinde ist ein Bahnknotenpunkt im württembergischen Allgäu. Von hier aus verkehren Züge nach Lindau, nach Aulendorf und Memmingen. Es gibt einige Busverbindungen Buslinien u.a. mit Bad Wurzach und Wangen im Allgäu. Der Nahverkehr im Kreisgebiet Ravensburg gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. Kißlegg hat einen Anschluß an die B12 und wird mit der Erweiterung der Bundesautobahn A96 einen Anschluß an diese erhalten. Was nach Meinung vieler Bürger fehlt ist eine Ortsumfahrung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

thumb|Altes Schloss

Literatur

Weblinks


See also: Kißlegg, 1. April, 1227, 1300, 1381, 1394, 15. Jahrhundert, 1548