Klagenfurt

Wappen Karte
120px|Wappen von Klagenfurt 180px|Österreich Karte (Klagenfurt)
Basisdaten
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Klagenfurt (K)
Fläche: 120,11 km²
Einwohner: 90.141 (15.5.2001)
Bevölkerungsdichte: 750 Einwohner je km²
Höhe: 446 m ü. NN
Postleitzahl: 9020
Vorwahl: 0463
Geografische Lage: 46° 37' n. Br.
14° 18' ö. L.
Amtlicher Gemeindeschlüssel: 20101
Gliederung des Stadtgebiets: 15 Stadtbezirke
Offizielle Website: www.klagenfurt.at
E-Mail-Adresse: info@klagenfurt.at
Politik
Bürgermeister: Harald Scheucher (ÖVP)
Gemeinderat: 31 Mitglieder: 21 SPÖ, 5 ÖVP
4 FPÖ, 1 Grüne
Karte: Bezirk Klagenfurt Stadt in Kärnten
Kärnten Karte (Klagenfurt Stadt)

Klagenfurt (slowenisch: Celovec) ist die Landeshauptstadt des Bundeslandes Kärnten (Österreich).

Klagenfurt ist eine Statutarstadt und bildet als solche einen eigenen Verwaltungsbezirk.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Klagenfurt liegt im Süden Österreichs im Kärntner Unterland am Ostufer des Wörthersees im so genannten Klagenfurter Becken.

Bevölkerung

Sprachen

Bei der Volkszählung vom 15. Mai 2001 gaben 89,4 % der Bevölkerung Deutsch als Umgangssprache an. Zweitgrößte Sprachgruppe war Kroatisch (3,3 %), gefolgt von Slowenisch (1,9 %).

Religionen

Klagenfurt ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Gurk-Klagenfurt.

68,8 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 7,5 % evangelisch und 3,0 % Muslime. 16,1 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Stadtgliederung

Die Stadt gliedert sich in die folgenden 15 Bezirke:

Ein noch genauere Unterteilung ist nach den Katastralgemeinden möglich. Diese sind:

Klagenfurt (Celovec), Blasendorf (Blažnja vas), Ehrenthal, Goritschitzen (Goričica), Großbuch, Großponfeld, Gurlitsch I, Hallegg (Helek), Hörtendorf (Trdnja vas), Kleinbuch, Lendorf (Dhovše), Marolla, Nagra, Neudorf (Nova vas), St. Martin bei Klagenfurt, St. Peter am Karlsberg, St. Peter bei Ebenthal, St. Peter bei Tentschach, St. Ruprecht bei Klagenfurt, Stein, Tentschach, Viktring (Vetrinj), Waidmannsdorf (Otoče), Waltendorf (Vapoča vas), Welzenegg

Geschichte

right|thumb|Der Lindwurm von Klagenfurt Die Gründungssage von Klagenfurt berichtet von einem finsterem Geschöpf, einem Drachen namens Lindwurm. Er hauste im Sumpf und ernährte sich von Jungfrauen aus den umliegenden Ortschaften. Das Ungeheuer konnte erst durch eine List von tapferen Männern getötet werden. Es hat sich zwar nicht ganz so wie in der Sage erzählt zugetragen, doch Klagenfurt wurde gleich zweimal gegründet.

Am Fluss Glan wurde vom Kärntner Herzog Hermann aus dem rheinfränkischen Geschlecht der Spanheimer zur Sicherung der wichtigen Handelsstraßen Ost-West und Nord-Süd ein kleiner Markt gegründet. Erstmals wurde Klagenfurt zwischen 1193 und 1199 als "Forum Chlagenvurth" urkundlich erwähnt. Der neugegründete Ort lag aber im Überschwemmungsgebiet der Glan und wurde immer wieder überflutet. Dies nahm Bernhard von Spanheim zum Anlass um im Jahre 1246 die Stadt außerhalb des Überschwemmungsgebietes neu zu gründen. Klagenfurt entstand im Gebiet um den heutigen Alten Platz neu und erhielt schon im Jahre 1252 das Stadtrecht.

thumb|left|Pestsäule am Alten Platz zum Gedenken an den Sieg gegen die Türken mit liegendem Halbmond

Die folgenden Jahrhunderte waren harte Zeiten für die Klagenfurter Bevölkerung, es kam zu Bränden, Erdbeben, einer Heuschreckenplage und dem ersten Bauernaufstand im deutschsprachigem Raum. Im Jahre 1514 traf es die Stadt jedoch am schlimmsten, ein Feuer vernichtete die Stadt fast vollständig. Da der Habsburgerkaiser Maximilian I. kein Geld hatte um die Stadt wiederaufzubauen, verschenkte er die Stadt kurzerhand an die Landesstände, ein Novum in der deutschen Rechtsgeschichte.

Die neuen Herren der Stadt bauten die abgebrannten Gebäude wieder auf, modernisierten, vergrößerten und befestigten die Stadt. Viele der führenden Adelsgeschlechter und Prälaten errichteten in Klagenfurt ihre Palais. Die Stadt wurde bis 1592 nach den Plänen des Italieners Domenico de Lalio ausgebaut, der Neue Platz wurde zum neuen Stadtmittelpunkt. Im 16. und 17. Jahrhundert blühte die Stadt durch die Ansiedlung zahlreicher kirchlicher Orden neu auf.

1809 wurde Klagenfurt von französischen Truppen unter Napoleon erobert und die Stadtmauern wurden gesprengt. Heute ist nur noch ein kleiner Rest des Befestigungswalls und des Stadtgrabens erhalten.
Im Jahre 1863 wurde Klagenfurt an das Eisenbahnnetz angeschlossen, durch die darauffolgenden wirtschaftlichen Impulse stieg Klagenfurt zum echten Zentrum Kärntens auf.

Politik

thumb|Das Klagenfurter Rathaus thumb|Das Klagenfurter Landhaus thumb|Stätte der Kärntner Einheit in Klagenfurt Stadtsenat: Der Klagenfurter Stadtsenat (Stadtregierung) besteht aus neun Mitgliedern. Den Vorsitz hat der Bürgermeister, der von der Klagenfurter Bevölkerung direkt gewählt wird. Die zwei Vizebürgermeister sowie die Stadträdte werden vom Gemeinderat gewählt, wobei die Parteizugehörigkeit durch das Wahlergebnis bestimmt wird.


Gemeinderat: Der Gemeinderat (Stadtparlament) besteht aus 45 Mitgliedern, wobei der Bürgermeister den Vorsitz führt.
Der Gemeinderat setzt sich wie folgt zusammen (März 2003):

Wirtschaft

Klagenfurt ist Kärntens wichtigster Wirtschaftsstandort, es stehen 22 Prozent der Kärntner Gewerbebetriebe sowie 20 Prozent der Kärntner Industriebetriebe in Klagenfurt. Den wirtschaftlichen Schwerpunkt bilden die Leichtindustrie, mittelständische Handels- und Gewerbebetriebe sowie der Tourismus. In Klagenfurt haben sich auch einige internationale Firmen, wie Siemens und Philips, angesiedelt. Ein Herzstück der Klagenfurter und Kärntner Wirtschaftspolitik ist der unmittelbar neben der Alpen-Adria-Universität gelegen Lakeside Softwarepark. Der Technologiepark ermöglicht aufgrund seines Standortes eine sehr enge Kooperation zwischen Wirtschaft und Forschung (Universität, FH) und hat das Ziel Kärnten bzw. Klagenfurt als High-Tech-Standort zu etablieren.

Klagenfurt ist auch eine Messestadt. Es finden eine Fremdenverkehrsfachmesse, die Holzmesse, Warenmessen und Spezialmessen zu den unterschiedlichsten Themen (Familie bis Umweltschutz) statt.

Verkehr

Klagenfurt hat mit dem Alpe Adria Flughafen einen internationalen Flughafen, der sich seit kurzer Zeit sehr dynamisch entwickelt.

Kultur

Jährlich finden in Klagenfurt die Lesungen und Diskussionen rund um den Ingeborg-Bachmann-Preis statt. Autoren, Literaturkritiker, Literaturwissenschafter, Journalisten und Verleger aus aller Welt treffen sich bei diesem Ereignis in Klagenfurt.

In den Sommermonaten kommen alljährlich Musiker aus aller Welt in das ehemalige Zisterzienserkloster Viktring. Dort findet das Musikforum Viktring statt, wo sich Musiker zu Meisterkursen, Workshops und Konzerten treffen. Im Rahmen des Musikforums wird auch der internationale Kompositionspreis des Musikforums und der Gustav Mahler Kompositionspreis verliehen.

siehe auch: ARBOS - Gesellschaft für Musik und Theater

Sport

Klagenfurt ist jedes Jahr der Austragungsort zweier Sportevents von internationalem Rang. Das zweitgröste Triathlon-Event nach Roth in Europa, der Kärnten Ironman Austria, bei dem bis zu 2000 Teilnehmer 3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und danach 42,2 km laufen, findet in Klagenfurt statt.

Das zweite sportliche Großereignis ist das Beachvolleyball Grand Slam Tunier, bei dem die besten Beachvolleyballer der Welt im Klagenfurter Strandbad direkt am Wörthersee ihr Können zur Schau stellen.

Klagenfurt hat auch eine erfolgreiche Eishockeymannschaft: den 28-fachen österreichischen Meister EC KAC sowie einen Fußballverein in der Red Zac 1. Liga, den FC Kelag Kärnten.


Zwischen Klagenfurt und Villach besteht eine traditionelle Rivalität, die auch im österreichweit berühmten "Villacher Fasching" und in der Rivalität der jeweiligen Eishockeyvereine (EC KAC und EC VSV) ihren Ausdruck findet.

In jüngerer Zeit werden die beiden Städte aufgrund ihrer geografischen Nähe aber immer öfter gemeinsam und inklusive ihres Umlandes in einer Planungsregion (meist als "Kärntner Zentralraum" oder "Raum Klagenfurt-Villach") zusammengefasst.

Bildung

Weitere Bildungsmöglichkeiten

Persönlichkeiten

Sehenswürdigkeiten

thumb|Der Dom in Klagenfurt

Schlösser und Burgen

Museen

Partnerstädte

Klagenfurt legt als Fremdenverkehrsstadt, Stadt an einer Sprachgrenze und grenznahe Stadt großen Wert auf seine Städtepartnerschaften.

Klagenfurts Partnerstädte sind: Czernowitz, Dachau, Dessau, Duschanbe, Gladsaxe, Görz, Nanning, Nazareth-Illit, Neugörz, Rzeszow, Sibiu-Hermannstadt, Tarragona, Venlo, Wiesbaden und Zalaegerszeg.

Literatur

Weblinks

Koordinate: 46° 37' N, 14° 18' O

See also: Klagenfurt, 1176, 1181, 1193, 1199, 1246, 1252