Klause
Klause ist ein verändertes Lehnwort aus dem Lateinischen und bedeutet in etwa schwer zugänglich, verschlossen.
Als Klause bezeichnet man einen Engpass in den Alpen - meist ein enges, steiles Flusstal. Beispiele sind das Inntal bei Finstermünz (Grenze der Schweiz zu Tirol, die Engstelle der Steyr (südöstliches Oberösterreich) oder die Klause bei Mödling südlich von Wien.
In manchen Gegenden sagt man auch Klaus oder "die Klausen".
Auch eine Wehranlage, die zum Aufstauen des Wassers für die Holztrift errichtet wurde, wird als Klause bezeichnet. Wenn im Stausee und entlang des Unterlaufs genügend gefällte Baumstämme angesammelt waren, wurden die Schleusen der Klause geöffnet und das angestaute Wasser einschließlich der Baumstämme abgelassen. Durch den hohen Wasserstand wurden die Stämme weite Strecken flußabwärts mitgeschwemmt, ehe man sie an einer Landestelle aus dem Wasser holte. Solche Anlagen zur Holztrift waren vom Ende des Mittelalters bis etwa in die 1960er-Jahre in Betrieb (z. B. die Erzherzog Johann Klause an der Grundache (Tirol) oder die Prescenyklause an der Salza (Steiermark)).
Ein ungewolltes Verlegen eines Gewässers durch Treibholz bezeichnet man als Verklausung. Diese können leicht zu Hochwasser führen.
Mit Klause kann aber auch eine Einsiedelei gemeint sein, die an einer engen Stelle liegt, oder die Höhle oder Wohnstatt des Einsiedlers selbst.
Im Ruhrgebiet wird Klause außerdem als Synonym zu Kiosk oder Pommesbude benutzt.
Siehe auch: Chiusa, Klaus (Vorarlberg), Klaas, Klaustrophobie
