Klausjagen
Das Klausjagen in Küssnacht am Rigi ist ein St. Nikolaus-Brauch, der seit der frühen Neuzeit jeweils am 5. Dezember stattfindet.
In seinen ältesten Formen zogen dabei die Burschen von Küssnacht durch die Gassen und pöbelten die Leute an, um Esswaren und alkoholische Getränke zu erhalten. 1928 wurde die Küssnachter St. Niklausengesellschaft gegründet mit dem Ziel, das Fest in geordnete Bahnen zu lenken.
Abends um acht Uhr versammeln sich die mit Senten und Geislen oder Treicheln ausgerüsteten Klausjäger. Nach einem Schuss geht in ganz Küssnacht die Beleuchtung aus. Die Geisselchlepfer - alle in weissen Hemden - tanzen und lassen ihre Peitschen knallen, während sie dem Umzug vorangehen. Hinter ihnen gehen die Iffeleträger in absoluter Stille. Die Iffeleträger tragen die Iffelen auf dem Kopf tragen. Die Iffelen sind aus Karton und farbigem Seidenpapier gefertigt und sehen aus, wie Kirchenfenster. In ihrem Inneren werden Kerzen entzündet. Die grössten Iffelen sind gegen zwei Meter hoch und 20 kg schwer. Hinter den Lichterträgern geht der Samichlaus, begleitet von drei Schmutzli sowie mehreren Fackelträgern. Die Schmutzli verteilen Krapfen, Dörrfrüchte und Nüsse an die Zuschauer. Beendet wird der Umzug durch die Hornbläser, welche auf ihren Kuhörnern immer dieselben drei Töne spielen. Gemeinsam mit dem Glockenschwingen der Klausjäger entsteht so eine unheimliche musikalische Begleitung.
Nach dem Umzug durchstreifen Klausjäger die ganze Nacht das Städtchen Küssnacht, bevor sie sich morgens um sechs zum Sächsizügli erneut zusammenfinden.
