Kleben

Kleben bezeichnet ein Fertigungsverfahren aus der Hauptgruppe "Fügen". Wie Schweißen und Löten gehört auch das Kleben zu den stoffschlüssigen Fügeverfahren (s. Fertigungstechnik). Durch Kleben werden Fügeteile mittels Klebstoff stoffschlüssig verbunden.

Der Klebstoff haftet an der Fügeteiloberfläche durch physikalische (selten auch chemische) Wechselwirkungen. Dieses Phänomen der Haftung wird auch Adhäsion genannt. Anders als Schweißen oder Löten gehört die Klebtechnik zu den wärmearmen Fügeverfahren. Auch findet beim Kleben kein Diffusionsprozess zwischen Zusatzwerkstoff und Fügeteil statt. Daher weisen Klebverbindungen immer geringere Festigkeiten als Lötverbindungen auf. Dieser auf den ersten Blick nachteilige Eigenschaft kann jedoch durch großflächige Klebungen kompensiert werden. Dies bedingt eine dem Kleben angepasste Konstruktion und Gestaltung der Klebestellen.

Technisch betrachtet ist das Kleben ein Fügeverfahren, welches nahezu alle Werkstoffe miteinander und untereinander verbinden kann. Dabei ist die Klebtechnik besonders schonend, da sie nicht großer Hitze bedarf, welche Verzug, Abkühlspannungen oder Gefügeveränderung der Fügeteile zur Folge haben kann. Zum Kleben werden auch keine schwächenden Löcher in den Fügeteilen benötigt, wie etwa beim Schrauben oder Nieten. Außerdem wird beim Kleben die Kraft flächig vom einen zum anderen Fügeteil übertragen.

Die technische Umsetzung des Klebens ist anspruchsvoll. Das hat folgende Gründe: Die mechanische Belastbarkeit der Haftung in der Grenzschicht zwischen Klebstoff und Fügeteiloberfläche sowie die Beständigkeit derselben und andere qualitätsbestimmende Eigenschaften können nicht zerstörungsfrei geprüft werden. Daher muss der Klebprozess technisch so gut beherrscht werden, dass man sich auf das Ergebnis ohne vollständige Prüfung verlassen kann. Besonders erfolgsrelevant ist die Fähigkeit, auf dem Fügeteil einen haftungsfreundlichen, verlässlichen und reproduzierbaren Oberflächenzustand erzeugen zu können.

Inhaltsverzeichnis

Fügeverfahren

Eine Klebverbindung besteht aus den beiden Fügeteilen und der dazwischen liegenden Klebschicht. An den Phasengrenzflächen kommt es nach der Benetzung, die eine bedeutende Rolle spielt, zu Wechselwirkungen (Physisorption, Chemisorption) und mechanischem Formschluss. Zusammengenommen sind diese drei Effekte für die Haftkraft (Adhäsion) verantwortlich. Für eine optimale Benetzung muss der Klebstoff während des Fügevorgangs flüssig sein. Seine innere Festigkeit (Kohäsion) gewinnt er schließlich durch physikalische Abbindevorgänge oder durch chemische Reaktion. Eine Besonderheit stellt die Gruppe der Haftklebstoffe dar, welche ständig flüssig bleiben und nicht aushärten.

Vorteile des Klebens gegenüber herkömmlichen Verbindungsverfahren

Nachteile des Klebens

technische Anwendungen (Auswahl)

Kleben im Alltag

Im Büroalltag ist das Kleben eine gebräuchliche Praxis, um

Dies kann mit Hilfe von Flüssigklebern oder mit einem Klebeband geschehen.

Literatur

Gerd Habenicht Kleben. Grundlagen, Technologie, Anwendungen, 4. Auflage 2002, 921 S.,Springer Verlag Heidelberg, ISBN 3-540-43340-6

Gerd Habenicht Kleben - erfolgreich und fehlerfrei, 3. Auflage 2003, 162 S., Vieweg Verlag Wiesbaden, ISBN 3-528-24969-2

Industrieverband Klebstoffe e.V. Handbuch Klebstoffe 1998/2000, ISBN 3-528-26004-1

Wilhelm Endlich Kleb- und Dichtstoffe in der modernen Technik – ein Praxishandbuch der Kleb- und Dichtstoffanwendung, Vulkan-Verlag, Essen 1998, ISBN 3-8027-2183-7, 279 Seiten

G. Gierenz und F. Röhmer: Arbeitsbuch Kleben und Klebstoffe, Cornelsen/Henkel 1989, ISBN 3-590-12939-5 (vergriffen)

Weblinks

http://www.quarks.de/kleben/ gut für den Einstieg
http://www.klebstoffe.com


Kategorie:Fügen

See also: Kleben, Adhäsion, Chemisorption, Diffusion, Fertigungstechnik, Flugzeug, Fügen, Glas, Karosserie, Klebeband