Kleiderordnung
Im privaten, gesellschaftlichen, kulturellen und geschäftlichen Umfeld existieren Regeln zur gewünschten Bekleidung. Mitunter wird auf Einladungen die gewünschte Kleiderordnung (engl. dresscode) angegeben, oftmals wird die Einhaltung der passenden Kleiderordnung jedoch stillschweigend vorausgesetzt.
Beispiele sind:
- Freizeitkleidung - Casual wear (Hemd oder T-Shirt, Jeans, sportliche oder sonst bequeme Hose, im Sommer oder in südlichen Ländern auch Bermudas oder Shorts)
- gehobene Freizeitkleidung / smart casual (Anzug oder Kombination, geschlossene Schuhe; Krawatte nicht zwingend),
- Business Casual - ("wie im Büro" also Hemd, Jackett, Krawatte nicht zwingend; Jeans aber meist nicht erwünscht)
- Casual Friday - seit den 50er Jahren in manchen Firmen praktizierte Gepflogenheit, dass am Freitag angesichts des sich näherndes Wochenendes legere oder sportliche Kleidung getragen werden darf - üblicherweise wird am Freitag der Büroschluss pünktlicher oder gar früher gemacht, als an sonstigen Wochentagen und viele Mitarbeiter fahren anschießend mit ihren Familien ins Wochenende, das heißt in Ihr Wochenenddomizil, Wochenendhaus oder –Wohnung.
- Businesskleidung - business attire (Kostüm, Business-Anzug, Krawatte),
- Abendgarderobe - formal (seriös und festlich)
Die Nichteinhaltung der ausdrücklich oder stillschweigend geforderten Kleiderordnung kann z. B. dazu führen, dass Besucher (auf Veranstaltungen, Festen, Konzerten, bei Audienzen etc.) nicht eingelassen werden. Bei wichtigen persönlichen Ereignissen, wie z. B. beruflichen Vorstellungsgesprächen, kann unangemessene Kleidung die Erfolgsaussichten deutlich reduzieren.
Die Einhaltung der zur jeweiligen Situation passenden Kleiderordnung dokumentiert nicht nur die gesellschaftliche Kompetenz der eigenen Person, sondern widerspiegelt auch die Achtung vor dem Einladenden bzw. den übrigen Teilnehmenden und die persönliche Würdigung des Anlasses.
Die Standards der Kleiderordnung können sich je nach Land, Region, Religion, ethnischer Gruppierung, Firmen-, Zunft- oder Branchenzugehörigkeit usw. unterscheiden. In einigen Regionen ist z. B. das Tragen einer Tracht zu öffentlichen Ereignissen erwünscht, wird außerhalb dieser Regionen jedoch als unpassend empfunden oder ist sogar verpönt. Die Kleiderordnung ist modischen Einflüssen und Zeitgeist (z. B. Zylinder, Gehstock) unterworfen.
Kulturelle, subkulturelle, geistige und politische Gruppierungen entwickeln oft eigene Kleiderordnungen, die sich vom allgemeinen Standard unterscheiden und die Zugehörigkeit zur Gruppe nach außen oder nach innen (u. a. auch durch geheime Dresscodes) kenntlich machen sollen. Ein Beispiel hierfür sind Studentenverbindungen und ihre Kleiderordnung.
Daneben gibt es auch noch Kleiderordnungen, die technisch bedingt sind. Hierzu gehört zum Beispiel, dass Bereiche von lebensmittelverarbeitenden Betrieben oder anderen Produktionsstätten in denen hohe Sauberkeit verlangt wird, nur mit Kopfbedeckungen betreten werden darf, damit keine Haare herunterfallen. Andere technisch bedingte Kleidungsvorschriften sind das in manchen Fabriken vorgeschriebene Tragen von Schutzmänteln und/oder Helmen.
Technisch bedingte Kleiderordnungen findet man:
- in Krankenhäusern
- in Atomkraftwerken und anderen Anlagen, in denen mit stärker radioaktiven Stoffen gearbeitet wird
- in Bergwerken
- in Halbleiterfabriken
- in Lebensmittelfabriken
- in Laboratorien
- in Chemiefabriken
- in Betrieben, in denen Raumflugkörper gebaut werden
Es gibt auch Kleiderordnungen, die sowohl technisch als auch kulturell bedingt sind. So ist es gelegentlich nicht gestattet mit Turnschuhen in Diskotheken zu gehen, da sich im Profil der Turnschuhe oft kleine Steinchen festsetzen, welche die Tanzfläche zerstören können und weil Leute mit Turnschuhen nicht ins Erscheinungsbild passen.
