Kleinbahn
Eine Kleinbahn ist eine nach dem preußischen Gesetz über Kleinbahnen und Privatanschlußbahnen vom 28. Juli 1892 (Kleinbahngesetz) genehmigte, gebaute und betriebene, selbständige Eisenbahn. Verkehrsmäßig spielt sie eine lokale, untergeordnete Rolle. Kleinbahnen können sowohl in Normal- wie in Schmalspur gebaut sein. In den anderen deutschsprachigen Ländern wurden Kleinbahnen auch als Lokal-(Baden, Österreich), Sekundär-(Sachsen) oder Vizinalbahnen (Bayern) bezeichnet. Über das Gesetz und seine Auswirkungen siehe Geschichte der Eisenbahn
Auf Grund ihrer lokalen Bedeutung tragen Kleinbahnen häufig liebevolle, volkstümliche Namen wie z. B.:
- »Hein Schönberg« (Kiel - Schönberger Strand)
- »Rasender Roland« (Insel Rügen)
- »Pengel-Anton« (Münsterland und nördliches Sauerland) auf der Strecke von Hamm über Werl nach Neheim-Hüsten.
- »Der feurige Elias« (Engelskirchen - Kaiserau - Marienheide)
Eine ganz typische Kleinbahn war die Strecke Haspe-Voerde-Breckerfeld im Sauerland. Sie wurde zunächst als Eisenbahn betrieben; nach dem Konkurs der Betriebsgesellschaft wurde sie als Straßenbahn weitergeführt.
Häufig wird in der Umgangssprache der Begriff Kleinbahn fälschlicherweise auch für Schmalspur- und Parkeisenbahnen verwendet.
