Kleindeutsche Lösung

Die so genannte kleindeutsche Lösung war eine mögliche Antwort auf das nationale Streben in den vielen deutschen geistlichen und weltlichen Fürstentümer unterschiedlichster Größe (Deutschland des 19. Jahrhunderts). Damit ist die Schaffung des deutschen Nationalstaates unter Ausschluss Österreichs gemeint. Diskussionen über die Ausdehnung des angestrebten deutschen Nationalstaats wurden seit der Französischen Revolution geführt. Der Einschluss Österreichs war problematisch, da es sich dabei um einen Vielvölkerstaat handelte. (Aber auch in Preußen lebten nicht nur Deutsche, sondern Polen, u.a.) Vorgeschlagene Lösungen waren die kleindeutsche (unter Ausschluss Österreichs), die großdeutsche (mit Einschluss Deutsch-Österreichs, was eine Aufspaltung der österreich-ungarischen Monarchie bedeutet hätte) und die großösterreichische (unter Einschluss des gesamten Kaiserreiches Österreich, womit das Ziel des deutschen Nationalstaates verfehlt worden wäre).

Unter Führung Preußens nach dem Deutschen Krieg und Auflösung des Deutschen Bundes 1866 und dem Krieg gegen Frankreich 1870/71 wurde 1871 die kleindeutsche Lösung verwirklicht unter dem Namen "Deutsches Reich". Es war ein deutscher Nationalstaat, da sich in diesem Kaiserreich die Mehrheit der deutschen geistlichen und weltlichen Staaten zusammengeschlossen hatten.

Nach der Auflösung der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie nach dem Ersten Weltkrieg war die neue Republik Deutschösterreich entstanden, deren politische Vertreter mehrheitlich einen Anschluss an die Deutsche Republik anstrebten. Die alliierten Siegermächte wollten aber kein zu mächtiges Deutschland und verboten daher den Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten.

1938 wurde Österreich von Adolf Hitler, der selbst ein gebürtiger Österreicher war, an das Deutsche Reich angeschlossen (Anschluss).

See also: Kleindeutsche Lösung, 1866, 1871, 19. Jahrhundert, 1938, Adolf Hitler, Anschluss (Österreich), Deutsch-Französischer Krieg, Deutsch-Österreich, Deutsche Republik