Kloster Fulda

Das Kloster Fulda geht zurück auf die Klostergründung des heiligen Bonifatius in einer Fuldaaue im Jahr 744. Das Kloster wurde dem hochheilgen Erlöser (SS. Salvator) geweiht. Bonifatius ernannte den Sturmius zum ersten Abt des Klosters bzw. der Abtei Fulda, das nach der Regel des heiligen Benedikt von Nursia errichtet wurde. Sturmius wurde später heilig gesprochen.

Am 4. November 751 verfügte Papst Zacharias, dass das Kloster keinem Bistum, sondern direkt Rom unterstehen solle. Diese besondere Verbundenheit Fuldas zu Rom kommt auch heute noch in der großen Petrus-Statue zum Ausdruck, die im Fuldaer Dom steht. Durch die Überführung des Leichnams von Bonifatius - auf seinen ausdrücklichen Wunsch in Fulda und nicht in Mainz oder Utrecht - entwickelte sich der Ort schnell zum nationalen Wallfahrtsort. Damit wurden die heiligen Bonifatius und Sturmius zu Schutzpatronen der Abtei. Dies wird auch durch Urkunden deutlich. Im Jahre 751 wird das Kloster als "monasterium sacti Salvatoris" erwähnt und schon vor 761 findet man den Namen "monasterium sacti Bonifatii".

Durch Karl dem Großen erhielt das Kloster 774 die Immunität und wurde somit zu einem Reichskloster. Zwischen 791 und 819 wurde die Ratgarbasilika (benannt nach dem Abt Ratgar) erbaut, welche zu dieser Zeit eine der größten Kirchenbauten nördlich der Alpen war.

Durch Schenkungen gewann es in den folgenden Jahrhunderten immer mehr an Einfluss. Unter Abt Rabanus Maurus (822 - 842) wurde das über 600 Mönche umfassende Kloster zum wissenschaftlichen Mittelpunkt des Reiches heran. Die von Rabanus Maurus und Rudolf von Fulda, dem Leiter der Klosterschule, maßgeblich aufgebaute Bibliothek umfasste etwa 2.000 Handschriften.

Seit 968 war der Abt Primas aller deutschen Benediktiner. In dieser Zeit siedelten sich erste Bauern und Handwerker um das Kloster an. Die Abtei und die Siedlung erhielt 1019 durch Heinrich II. das Münz-, Markt- und Zollrecht und 1114 wird Fulda das erste Mal als Stadt (Civitas) erwähnt.

1220 wurde die Abtei durch Kaiser Friedrich II. zur Fürstabtei erhoben.

Fürstabt Heinrich V. von Diez-Weilnau (1288 - 1313) ließ zwischen 1294 und 1312 eine Abtsburg bauen, in der er außerhalb des Klosters residierte. Diese Burg wurde im 17. Jahrhundert durch Fürstabt Johann Friedrich von Schwalbach in ein Renaissanceschloss umgebaut.

Als Abt Heinrich (vor 1320) jedoch noch eine zweite innerhalb der Stadt errichtete, erstürmten die Bürger mit Hilfe des Hochvogtes Graf Johann von Ziegenhain beide Burgen des Abtes und zerstörten die neue Burg samt Turm und Ringmauern. Auf Klage des geflüchteten Abtes beim Kaiser wurden die Stadt und der Graf von Kaiser Ludwig IV. in die Reichsacht erklärt.

Später (1331) vermittelte der Triersche Erzbischof Balduin eine Sühne, infolge derer die Bürger den Turm und die Ringmauern der neuen Burg wiederherzustellen hatten und bedeutende Entschädigungen zahlen mussten. Die Anführer des Aufstandes wurden hingerichtet.

1356 verlieh Kaiser Karl IV. dem Fürstabt den Ehrentitel "Erzkanzler der Kaiserin". Das Fuldaer Land mit Kloster und Stadt steht jetzt im Kräftespannungsfeld der beiden benachbarten Territorien, dem Erzbistum Mainz und der Landgrafschaft Hessen.

Unter Abt Reinhard von Weilnau (1449 - 1476) erreichte die Entwicklung des Reichsstiftes in ein Territorialfürstentum einen Abschluss.

1571 ließen sich Jesuiten in Fulda nieder, und leisteten so einen beträchtlichen Beitrag zur Gegenreformation. 1631 wurde das Kloster durch die hessische Armee geplündert, zahlreiche Manusskripte aus der Bibliothek verschwinden.

Am 5. Oktober 1752 wurde die Fürstabtei durch Papst Benedikt XIV. zum Bistum Fulda erhoben.

siehe auch: Liste der Bischöfe von Fulda

Fulda

See also: Kloster Fulda, 1019, 1114, 1220, 1288, 1294, 1312, 1313, 1320, 1331