Knoblauch

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Knoblauch
none|300px|KnoblauchAngebrochene Knoblauchknolle (A. sativum)
Systematik
Klasse: Einkeimblättrige (Liliopsida)
Unterklasse: Lilienähnliche (Liliidae)
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Zwiebelgewächse (Alliaceae)
Gattung: Zwiebelartige (Allium)
Art: Knoblauch (A. sativum)

Knoblauch (Allium sativum) ist eine Gewürz- und Heilpflanze in der Familie der Zwiebelgewächse (Alliaceae).

Weiter Namen sind Chnöbli (Schweiz), Knofi oder Knofl. Die deutsche Bezeichnung "Knoblauch" leitet sich übrigens von den enthaltenden Zehen ab, welche im Mittelalter "Kloben" genannt wurden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtliches

Knoblauch ist eine Kulturpflanze und gelangte aus den Steppengebieten Zentral- und Südasiens über das Mittelmeer nach Europa. Die Wildform gilt als ausgestorben.

Knoblauch ist schon im Altertum als Nahrungs- und Heilmittel bekannt. Ägyptische Sklaven nutzen Knoblauch als Stärkungsmittel und um Läuse und Darmparasiten zu vertreiben. Römer und Griechen wussten ebenfalls um die Heilmöglichkeiten der Pflanze. Im Talmud wird sie als Mittel gegen Zahnschmerzen gepriesen. Im Mittelalter wurde er in Europa gegen die Pest angewandt. Es wird ihm außerdem in vielen Ländern (etwa in Asien) eine Wirkung als Aphrodisiakum nachgesagt.

Beschreibung

Der gewöhnliche Knoblauch ist eine krautige, 30 bis 90 cm hoch wachsende Pflanze mit spitzen, bläulich-grünen Blättern. Die Knolle ist von einer dünnen, weißen oder rötlichen Hülle umgeben und besteht aus einer Hauptzehe, um die etwa fünf bis zwanzig Nebenzehen angeordnet sind. Aus der mittleren Hauptzehe treibt ein 60 bis 90 cm hoher, stielrunder Sproß aus.

Der Blütenschaft ist rund und trägt eine Scheindolde mit wenigen weißen oder rosafarbenen Blüten. Neben den unfruchtbaren Blüten entwickeln sich in einem zylindrischen Hütchen etwa 10 bis 20 runde Brutzwiebeln.

Eine ausführliche Beschreibung gibt es hier: als PDF-Datei

Botanik

Kultivierung

Man steckt die Zehen im Herbst oder März 20 cm weit voneinander und erntet sie im August, erhält aber viel größere Zwiebeln, wenn man die Pflanze zweijährig werden lässt. Die Zwiebelchen der Blütendolde brauchen ein Jahr mehr zur Entwicklung.

Die Raupen der Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella) fressen bis zu 25 mm starke Gänge in die Knoblauchblätter, was zum Absterben der Pflanze führt. Die Weißfäule wird durch einen Schimmelpilz hervorgerufen. Die meisten anderen Schädlinge werden durch den Knoblauchgeruch vertrieben; dies kann man auch gezielt ausnutzen, indem man Knoblauch als natürliches Abwehrmittel neben andere Nutzpflanzen setzt.

Verwendung

Küche

Der Knoblauch wird in der kalten und warmen Küche als Würze für Saucen und Fleischspeisen genutzt. Beim Braten darf er nicht braun werden, weil er sonst bitter wird. Störend sind die körperlichen Ausdünstungen "Knoblauchfahne".

"Chinesischer Knoblauch" auch Knoblauch-Schnittlauch ist eine Schnittlauchart. Die Blätter sind nicht rund sondern breit und kantig und schmecken nach Knoblauch. Allerdings ohne den störenden Knoblauchgeruch. Die Knolle besteht nicht aus einzelnen Zehen sondern ähnelt eher einer Zwiebel.

Medizinische Verwendung

Man braucht ihn in Abkochung zu Klistieren, um die Askariden (Spulwürmer) zu vertreiben, früher auch als Arzneimittel und zur Zeitigung von Geschwüren. Der oft als unangenehm empfundene Geruch nach dem Genuss von Knoblauch rührt von den Abbauprodukten schwefelhaltiger Inhaltsstoffe wie dem Alliin, das zu Allicin umgewandelt wird, her. Knoblauch ist eine wichtige Selenquelle. Er wirkt antibakteriell und kann Blutgerinnseln vorbeugen.

Die Knoblauchzwiebel enthält neben Speicherkohlenhydraten (insbesondere Fructane) schwefelhaltige Verbindungen wie z.B. das geruchlose Alliin, deren Vorstufen, gamma-Glutamyl-alkylcysteine, ein Addukt mit Vitamin B1 (Allithiamin), Adenosin und Alliin-Lyasen. Diese Enzyme gelangen erst durch Verletzung der Zellen (z.B. beim Zerkleinern) in Kontakt mit Alliin, wobei die Verbindung abgebaut und die eigentlichen Wirkstoffe, Thiosulfinate, Allicin und weitere Folgeprodukte, erst gebildet werden. Die Inhaltsstoffe des Knoblauchs wirken antimikrobiell, blähungstreibend, senken die Blutfettwerte und wirken somit vorbeugend gegen arteriosklerotische Veränderungen der Blutgefäße. Außerdem fördern sie die Auflösung zusammengelagerter Blutplättchen und verbessern dadurch die Fließeigenschaften des Blutes. Möglicherweise ist Knoblauch hilfreich in der unterstützenden Behandlung leichten Bluthochdrucks. Knoblauch soll auch vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten und bestimmte Krebsarten (Magen-, Darm-, Speiseröhrenkrebs) wirken.

Aberglauben

Wie alle stark riechenden Pflanzen diente auch der Knoblauch früher zum Vertreiben von Dämonen (z.B. Vampire).

Siehe auch: Zwiebel (Pflanze), Schnittlauch, Bärlauch, Liste der Küchenkräuter und Gewürze

Weblinks


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See also: Knoblauch, Allicin