Kobeljaky

Modèle:Vorlage:townbox ukraine Kobeljaky (ukrainisch, russisch Кобеляки, polnisch Kobielaki) ist eine Stadt in der zentralukrainischen Oblast Poltawa. Sie ist Rajonzentrum des gleichnamigen Rajons. Der Ort liegt am rechten Ufer des Flusses Worskla, in welchen südlich des Stadtzentrums der Kobeljatschka-Bach mündet. Es ist umstritten, ob der Fluß dem Ort den Namen gab, oder umgekehrt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Gebiet um Kobeljaky gehörte vom 11. bis 13. Jh. zum Fürstentum Peresjawl der Kiewer Rus. Die Gründung der heutigen Stadt erfolgte durch den polnischen Magnaten Nemiroff. Erste urkundliche Erwähnungen des Ortes finden sich auf den Karten von Y. Dankert (Entstehungsdatum zwischen 1609-1613) und F. Dewit (1632), welche in der Zeit des Kosakenstaates unter Bohdan Chmelnyzkyj entstanden. Seit 1648 gehörte Kobeljaky zum Poltawer Regiments und erhielt 1654 den Status einer Stadt. 1768 wurde die Stadt von Krimtataren zerstört. Ab 1803 gehörte die Stadt zum Gouvernement Poltawa. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. erfolgte die Gründung zahlreicher Schulen und Kultureinrichtungen. Zwischen 1859 und 1897 stieg die Bevölkerungszahl von 7.999 auf 10.487 Einwohner. Die Ukrainer stellten 1897 mit 73,5% die größte Bevölkerungsgruppe. Daneben stellten Juden (20,1), Russen (5,3%) und Polen (0,4%) größere ethnische Gruppen.

Im 20. Jh. stagnierte die Stadtentwicklung. Dies lag nicht nur an dem russischen Bürgerkrieg, der Hungersnot und dem Zweiten Weltkrieg, sondern auch daran, dass die Stadt nicht an die 10 km nördlich verlaufende Bahnstrecke Poltawa - Krementschuk angeschlossen wurde. So erfolgten regionale Industrieansiedlungen eher an der Bahnstrecke, als in Kobeljaky. 1966 wurde der Ort ans Gasnetz angeschlossen. Bis 1989 wuchs die Einwohnerzahl auf 12.975, entwickelt sich aber seit Beginn der Transitionskrise rückläufig. Seit 1993 besteht eine Städtepartnerschaft mit der deutschen Stadt Singen (Hohentwiel).

Wirtschaft und Verkehr

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Landsat-Satellitenbild von Kobeljaky

Die industrielle Bedeutung der Stadt ist relativ gering. Es ist gibt lediglich einige nahrungsverarbeitende Betriebe. Kobeljaky liegt an der Straße T-0404, welche 16 km westlich der Stadt mit der E-577 kreuzt. Die nächste Eisenbahnstation befindet sich im 10 km nördlich gelegenen Bilyky.

Weblinks

Literatur

Waibel, M. (1993): Agrarwirtschaftliche Probleme in der Ukraine : Strukturanalyse des Kreises Kobeljaki. In: Konstanzer Schriften zur Sozialwissenschaft 24

Koordinate: 49° 08' 0" N 34° 12' 0" O

See also: Kobeljaky, Bogdan Chmelnizki, Chorol (Stadt), Eisenbahn, Geschichte der Ukraine, Hadjatsch, Hlobyne