Kobra

Kobra
thumb|240px|Ägyptische Kobra
Systematik
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnungen: Schlangen (Serpentes)
Familie: Giftnattern (Elapidae)
Arten

Kobras sind Giftschlangen, die in Afrika und Asien vorkommen. Es gibt 20 entdeckte Arten echter Kobras auf der Welt. Das auffälligste Merkmal einer Kobra ist der spreizbare Nackenschild, bei einigen Arten (Brillenschlange Naja naja, Monokelkobra Naja kaouthia) mit Brillenzeichnung, das immer dann ausgebreitet wird, wenn Gefahr droht.

Durch den Biss einer Kobra kann das Opfer gelähmt oder getötet werden. Fast alle Arten sind in der Lage, ihr Gift über kurze Entfernung einem Angreifer zielsicher in die Augen zu spritzen, was stark brennende Schmerzen erzeugt und zu Blindheit führen kann. Besonders trifft diese Art der Verteidigung auf die afrikanischen Speikobras (Naja mossambica, Naja pallida und Naja nigricollis) zu, die fähig sind, ihr Gift bis zu 3 Meter weit zu spritzen.

Die längste Giftschlange der Welt ist die Königskobra (Ophiophagus hannah), die mehr als 5 Meter lang werden kann.

thumb|left|Schlangenbeschwörer in Fort Cochin (Indien); die Brille ist deutlich sichtbar Die bekannteste Kobraart ist die Brillenschlange (Naja naja). Brillenschlangen werden bis zu 2 Meter lang. Tiere aus Indien und Sri Lanka sind an der Brillenzeichnung auf dem Nacken zu erkennen. Sie leben in feuchten Gebieten, besonders in Südasien. Obwohl die Brillenschlange versucht, dem Menschen auszuweichen, sterben besonders in Indien sehr viele Menschen durch Bisse dieser Schlange. Das Gift der Brillenschlange ist ein starkes Neurotoxin und wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem, wo es das Atemzentrum lähmt und Herzstillstand verursacht. Sämtliche in Asien vorkommende Naja-Arten wurden bis vor einigen Jahren als Unterart der Brillenschlange betrachtet, nach neueren Erkenntnissen stellen sie größtenteils eigene Arten dar. Dazu gehören unter anderem Monokelkobra (Naja kaouthia), Indochinesische Kobra (Naja atra), Mittelasiatische Kobra (Naja oxiana) sowie Naja sputatrix, die wie ihre afrikanischen Artgenossen zum Giftspeien in der Lage ist.

Die in Afrika beheimateten Speikobras (Naja mossambica, Naja pallida, Naja nigricollis) spritzen ihr Gift zur Verteidigung einem potentiellen Feind in die Auge, Beute wird normal durch einen Biss getötet. Speikobras sind schwarz bis rosa gefärbt, und einige Tiere haben ein schwarzes Band um den Hals. Das Gift dieser Arten hat, für Giftnattern untypisch, einen hohen Anteil gewebezerstörender Substanzen. Bisse, die den im gleichen Gebiet vorkommenden Puffottern zugeschrieben werden, sind zum Teil durch diese Kobras verursacht worden. Speikobras treten überall auf und meiden den Menschen nicht allzu stark. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass die Tiere in Städte bis hinein in die Häuser der Menschen gelangen. Sie sind nachtaktiv und jagen Echsen, Vögel, Frösche und andere Schlangen. 2003 hat man eine neue Art entdeckt, die Nubische Speikobra (Naja nubiae). Sie ist braungrau gefärbt und besitzt zwei dunkle Bänder um den Nacken. Die zuerst für eine Rote Speikobra (Naja pallida) gehaltene Schlange wurde durch eine Erbgutanalyse als neue Kobra-Art identifiziert.

In Südafrika lebt die Ringhalskobra oder Rinkhals(Hemachatus haemachatus), sie ist die Kleinste ihrer Art (bis zu 1,2 Meter lang). Wenn sie überreizt ist, gerät sie, wie die Uräusschlange (Naja haje), in einen Starrezustand.

Das stärkste Gift afrikanischer Kobraarten besitzen Schwarzweiße Kobras (Naja melanoleuca) und Kapkobras (Naja nivea), Das Gift der Kapkobra tötet Kleintiere in nur wenigen Sekunden, bei Menschen kann der Tod ohne Soforthilfe innerhalb einer Stunde eintreten. Sie kann bis zu 1,6 Meter lang werden. Sie hat große Augen mit einer runden Pupille. Die Farbe des Tieres variiert von braun-gelb bis schwarz. Ihre Lebensräume sind trockene, steinige Gebiete und sandige Flussläufe.

Das Kobragift ist für die medizinische Forschung von Bedeutung, da das Enzym Lecithinase wirksam gegen Viren eingesetzt werden kann. Inzwischen gibt es viele wirkungsvolle Seren, wodurch die Todesfälle durch Schlangenbisse zurück gegangen sind.

Siehe auch: Systematik der Schlangen

See also: Kobra, Afrika, Art (Biologie), Blindheit