Kollektives Unbewusstes

Das Kollektive Unbewusste ist ein von Carl Gustav Jung geprägter Begriff aus dem Konzept seiner Analytischen Psychologie.

Jung übernahm zwar aus der Psychoanalyse die Begriffe Bewusstsein und Unbewusstes, differenzierte aber letzteres in das persönliche und das kollektive Unbewusste. Das kollektive Unbewusste wird als Lagerstätte des psychischen Erbes der Menschheitsgeschichte postuliert, welches sich analog dem Körper durch die Evolution entwickelt hat und geprägt wurde. Alles was irgendwann einmal von der individuellen Psyche eines Menschen ausgedrückt wurde, ist ein Ausdruck der psychischen Grundkonstitution des Menschen, des kollektiven Unbewussten. Besonders häufige, weil immer wiederkehrende psychische Muster, formten sich zu Grundmotiven (Archetypen), die strukturierend auf die kollektive und individuelle Psyche wirkten. Sie entwickelten eine bedeutende, unwillkürliche Kraft (Numinosum), der sich keine individuelle Psyche auf Dauer entziehen kann.

Dem Bewusstsein erscheinen die Archetypen als typische, häufig zu beobachtende Verhaltensmotive, die sich objektiv als kulturelle Gegenstände und/oder Rituale manifestieren. Die Motive verschiedener Märchen, Mythen und ihr Auftreten in der Kunst und im Traum in verschiedenen Epochen, Sprachen und Kulturen werden von Jung als Beweis für die Existenz dieser Archetypen herangeführt.

siehe Kollektivseele und Morphisches Feld

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