Kolloidchemie
Die Kolloidchemie ist ein Teilgebiet der Chemie, bei dem die Herstellung, Charakterisierung und Modifizierung kolloiddisperser Systeme im Vordergrund steht. Derartige Systeme bestehen aus Kolloiden, fein, verteilten festen Stoffen mit Teilchen im Größenbereich von einem Millionstel bis einigen Tausendstel Millimetern. Die Teilchen sind hierbei als disperse Phase (Dispersion) verteilt.
Kollodiale Lösungen stehen zwischen echten Lösungen und Suspensionen; sie zeigen keinen osmotischen Druck, keine Siedepunktserhöhung und keine Gefrierpunkts-Erniedrigung (sog. kolligative Eigenschaften). Gelöste Kolloidteilchen tragen meist adsorbierte Ladungen, weshalb sie elektrolytisch aufgetrennt werden können (Elektrophorese); sie setzen sich als Niederschlag oder Gel ab (Koagulation. Ausflockung). Kolloide, die das Ausflocken anderer verhindern, heißen Schutz-Kolloide, beispielsweise Dextrin. Im pflanzlichen und tierischen Körper sind viele Wirkstoffe in kolloidaler Lösung vorhanden.
Literatur
- Lagaly, Gerhard; Schulz, Oliver; Zimehl, Ralf (1997): Dispersionen und Emulsionen. Eine Einführung in die Kolloidik feinverteilter Stoffe einschließlich der Tonminerale. Mit einem historischen Beitrag über Kolloidwissenschaftler von Klaus Beneke. Darmstadt: Steinkopff. ISBN 3-7985-1087-3
- sehr gute Einführung in die Grundlagen der Kolloidchemie, die in Deutschland nicht zur regulären Ausbildung von Chemikern und Naturwissenschaftlern gehört
Kategorie:Physikalische ChemieKategorie:Teilgebiet der Chemie
