Köln-Bonner Eisenbahn

thumb|right|200px|Streckennetz der KBE Die Köln-Bonner Eisenbahnen AG (KBE) war eine Eisenbahngesellschaft, die zwischen Köln und Bonn ein ausgedehntes, elektrifiziertes Streckennetz betrieb. Zeitweise war sie die verkehrsreichste nicht-staatliche Eisenbahn in Deutschland. Die KBE wurde 1992 aufgelöst.

Inhaltsverzeichnis

Vorgebirgsbahn

thumb|250px|KBE-Triebwagen der Baureihe ET59 auf der Vorgebirgsbahn. Die Vorgebirgsbahn begann in Köln am Vorgebirgsbahnhof am Barbarossaplatz (eine Zeit lang am Heumarkt) und führte am Rande des Vorgebirges entlang über Brühl nach Bonn. Bis in die zwanziger Jahre verkehrten die schmalspurigen Dampfzüge in Brühl mitten über den Marktplatz, in Bonn über den Ellerbahnhof (heute Standort des Eisenbahn-Bundesamts) zum Friedensplatz. In der Zeit bis 1934 wurde die Strecke schrittweise auf Normalspur mit unabhängiger Trasse in Brühl umgespurt, die Personenzüge wurden elektrifiziert und wurden in Bonn ab dem Ellerbahnhof zusammen mit der Rheinuferbahn zum Rheinuferbahnhof (neben dem Bahnhof der Reichsbahn/Bundesbahn) geführt. Ab 1954 fuhren die Personenzüge den Bonner Ellerbahnhof nicht mehr an und erhielten eine vereinfachte Streckenführung.

Im Jahr 1891 erhielt die Firma Havestadt, Contag & Cie. die Konzession für den Bau einer meterspurigen Bahn von Bonn über Brühl nach Köln. Diese ging am 4. August 1894 auf die am 5. Oktober 1894 gegründete Actiengesellschaft der Vorgebirgsbahn Cöln-Bonn über. Die Firma Havestadt, Contag & Cie. erhielt am 15. Februar 1895 den Auftrag die Bahn zu bauen. Die Eröffnung der rund 32,5 Kilometer langen Bahn erfolgte am 1. August 1897 zwischen Bonn und Brühl und am 20. Januar 1898 zwischen Brühl und Köln. Die Firma lautete ab 7. Juli 1897 AG der Cöln-Bonner Kreisbahnen. Der endgültige Name wurde 1917/18 eingeführt. Allerdings schrieb man Köln noch mit "C". Aktionäre waren 1976 die Städte Köln (knapp 50%) und Bonn (30%), der Erftkreis (15%) und der Rhein-Sieg-Kreis (5%).

Die für das Jahr 1916 geplante Elektrifizierung und Umspurung der Vorgebirgsbahn auf Regelspur kam auf Grund des Ersten Weltkrieges nicht zustande. Wegen wirtschaftlichen Schwierigkeiten konnte die Umspurung erst in den Jahren von 1927 bis 1931 umgesetzt werden. Die Elektrifizierung war am 1. Juli 1934 vollendet.

Der Zweite Weltkrieg richtete erhebliche Zerstörungen an. Der Wiederaufbau kam nur schleppend voran. Die Alliierten untersagten bis zum 5. Juni 1945 den Betrieb der Bahn über die Grenzen des Kreises Bonn hinaus.

Rheinuferbahn

Die Rheinuferbahn begann in Köln am Rheinuferbahnhof (unterhalb der Hohenzollernbrücke) (eine Zeit lang an der Mülheimer Brücke) und führte dem Verlauf des Rheins folgend über Wesseling nach Bonn, wobei sie sich nie weiter als drei Kilometer vom Fluss entfernte. In Bonn führte sie zunächst über den Ellerbahnhof zum Rheinuferbahnhof, ab 1954 fuhren die Personenzüge den Ellerbahnhof nicht mehr an und erhielten eine vereinfachte Streckenführung. 1968 wurde die Trassenführung zwischen dem Bahnhof Bonn-West und Bornheim-Hersel wegen des Baus der A 565 und zur Anbindung der Trabantenstadt Bonn-Tannenbusch nochmals deutlich verändert.

Der Bau der Rheinuferbahn war bereits 1890 genehmigt worden, in Betrieb ging sie jedoch erst im September 1905 (zunächst nur Güterverkehr, ab Januar 1906 auch Personenverkehr). Sie war von Anfang an eine elektrifizierte Eisenbahn auf Regelspur, ab 1908 als durchgehend zweigleisige Hauptbahn. Anfangs für damals beachtliche 70 km/h zugelassen wurde die Strecke später für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h ausgebaut. Im Wettbewerb zur linken Rheinstrecke wurden dadurch attraktive Reisezeiten im Taktfahrplan zwischen Köln und Bonn ermöglicht. Schnellzüge bewältigten die Strecke (mit Zwischenhalt nur in Wesseling) in weniger als 30 Minuten. Zum Vergleich: Heute benötigt ein InterCity von Köln nach Bonn 21 Minuten, eine RegionalBahn 29-31 Minuten.

Mit diesen Besonderheiten und den eleganten elfenbeinfarbenen Elektrotriebwagen war die Rheinuferbahn besonders in der Anfangszeit eine weithin beachtete Ausnahmeerscheinung unter den Privatbahnen.

Querbahn

Die Querbahn verbindet die Bahnhöfe Brühl-Vochem & Brühl-Mitte mit Wesseling, den dortigen Raffinerien und dem Hafen in Köln-Godorf. Die Strecke Brühl – Wesseling ist elektrifiziert, hier gab es seit der Eröffnung im Jahre 1900 bis 1981 Personenverkehr, zuletzt unter der Liniennummer 19. Heute verkehren hier neben dem regen Güterverkehr Ein- und Ausrückfahrten des KVB-Betriebshofs in Wesseling.

Schwarze Bahn

Diese Strecke führte ab 1918 von der Vorgebirgsbahn in Hermülheim nach Berrenrath. Neben dem Güterverkehr gab es bis 1968 Personenverkehr mit Diesel- & Dampfzügen (daher der Name), zeitweise mit Endpunkt in Köln-Sülz.

Von 1972 bis 1987 war die Strecke teilweise elektrifiziert, damit die Züge der Villebahn (Werksbahn der Rheinbraun, an die sich sämtliche Werke des Industriegebiets Hürth-Knapsack anschlossen, mit Verbindung zur Nord-Süd-Bahn der Rheinbraun) auf der Strecke verkehren konnten. Die entsprechende Teilstrecke der Villebahn mußte Ende 1972 aufgegeben werden, weil der Braunkohlentagebau Theresia das Gelände, durch das die Strecke verlief, in Anspruch nahm.

Weitere Strecken

Neben den Personenverkehrsstrecken betrieben die KBE eine Reihe weiterer Streckenabschnitte, die nur für den Güterverkehr genutzt wurden und darum nicht elektrifiziert sind.

Hersel – Bonn-Bendenfeld

Im Bahnhof Hersel zweigt ein Gleis von der Hauptstrecke ab, das zunächst rund zwei Kilometer parallel zu ihr im Einschnitt verläuft, sich in Bonn-Tannenbusch von ihr entfernt, die linke Rheinstrecke unterquert und im Übergabebahnhof Bonn-Bendenfeld endet. Von hier aus gibt es direkte Verbindungen zum Bonner Güterbahnhof (mittlerweile stillgelegt) und zum SWB-Betriebshof in Bonn-Dransdorf.

Hersel – Bonn-Auerberg

Als Überbleibsel der früheren Rheinuferbahntrasse (bis 1968) führt ein Gleis ab dem Bahnhof Hersel geradeaus durch Bonn-Buschdorf und endet nach etwa drei Kilometern im Industriegebiet von Bonn-Auerberg.

Abzw. Köln-Klettenberg – Köln-Eifeltor

An der Abzweigstelle/Überleitstelle Köln-Klettenberg, kurz vor dem Übergang ins KVB-Netz, zweigt ein weiteres Verbindungsgleis ab, das in einem KBE-Übergabebahnhof am DB-Güterbahnhof Köln-Eifeltor endet.

Abzw. Köln-Klettenberg – Köln-Sülz

An der Abzweigstelle/Überleitstelle Köln-Klettenberg, s. o., zweigte ein weiteres Gleis zum Bf Köln-Sülz ab.

Brühl-Vochem - Schwadorf (Pingsdorfer Güterbahn)

Buschdorf - Hafen Bonn (Hafenbahn der Stadt Bonn)

Umstellung auf Stadtbahnbetrieb

Ab 1975 begann der Umbau der Rheinuferbahn zur Stadtbahn. Bei Bränden war ein Teil der Triebwagen zerstört worden, weswegen der Schnellzugbetrieb auf der Rheinuferbahn eingestellt wurde. Seit dem 12. August 1978 wird die Rheinuferbahn mit Stadtbahnwagen B befahren. Die nun als Linie 16 bezeichnete Bahn verkehrt durch den Kölner Stadtbahn-Innenstadttunnel bis zum Barbarossaplatz. Dort biegt sie auf die Ringe ab, um am Ubierring auf die alte Rheinuferstrecke zu stoßen. Die Strecke nördlich des Ubierrings und der Kölner Rheinuferbahnhof wurden stillgelegt. In Bonn wird die 16 in den neugebauten Stadtbahntunnel eingeführt und bis nach Bonn-Bad Godesberg verlängert.

In der Folge wurde auch die Vorgebirgsbahn zur Stadtbahn umgebaut. Am 26. Oktober 1985 verkehrte der erste Stadtbahnzug der Linie 18 von Bonn Hauptbahnhof bis Schwadorf, wo in einen KBE-Zug umgestiegen werden musste. Nun wurde auch der Bonner Rheinuferbahnhof aufgegeben. Seit dem 8. November 1986 ist die Strecke vollständig mit Stadtbahnwagen befahrbar.

Die Stadtbahnlinien wurden von der KBE gemeinsam mit KVB und SWB betrieben.

Auflösung

1992 endet die Geschichte der KBE mit der Umorganisation des Kölner Stadtwerkekonzerns. Die Busse der Gesellschaft wurden an die RVK abgegeben, die Stadtbahnwagen an die KVB. Das Streckennetz und der Güterverkehr übernahm die Häfen und Güterverkehr Köln (HGK).

Weblinks

See also: Köln-Bonner Eisenbahn, 1. August, 1. Juli, 12. August, 15. Februar, 1891, 1894, 1895, 1897, 1898