Köln (Schiff)
In der Geschichte der deutschen Marine hat es bisher fünf Kriegsschiffe mit dem Namen Köln/Cöln gegeben.
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I. Kleiner (geschützter) Kreuzer Cöln (1909 bis 1914)
thumb|Der kleine deutsche Kreuzer SMS Cöln (I), versenkt am 28. August 1914 bei Helgoland
Der erste Kleine Kreuzer mit dem Namen SMS Cöln lief am 5. Juni 1909 in Kiel auf der Germaniawerft vom Stapel. Das Schiff war 130 m lang, 15 m breit, hatte einen Tiefgang von fünf Metern und eine Wasserverdrängung von 4350 Tonnen. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 26,8 Knoten. Bewaffnet war die SMS Cöln mit 12 Schnellfeuerkanonen des Kalibers 10,5 cm. Die Mannschaftsstärke in Friedenszeiten lag bei etwa 380 Mann.
Am 28. August 1914, kurz nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, lief die unter dem Kommando von Kapitän z. S. Meidinger stehende SMS Cöln mit Konteradmiral Maaß an Bord aus Wilhelmshaven aus, um die im Seegefecht bei Helgoland im Kampf mit überlegenen britischen Kriegsschiffen stehenden Kreuzern SMS Frauenlob und SMS Stettin zur Hilfe zu kommen. Als verhängnisvoll sollte sich erweisen, dass die ebenfalls in Wilhelmshaven liegenden deutschen Schlachtkreuzer aufgrund des niedrigen Wasserstands die Barre der Außenjade nicht passieren konnten. Zunächst stieß die SMS Cöln auf den britischen Kreuzer HMS Arethusa und acht Zerstörer, die im Gefecht mit dem deutschen kleinen Kreuzer SMS Mainz standen. SMS Cöln griff die Briten an, wurde dann aber von fünf britischen Schlachtkreuzern gestellt, die für die Deutschen völlig überraschend in den Kampf eingriffen. Da die überlegene Geschwindigkeit der britischen Schiffe ein Entkommen unmöglich machte, kämpften die beiden Kreuzer mit dem Mut der Verzweiflung gegen die erdrückende Übermacht. Gegen 14:30 Uhr versank die zum Wrack geschossene, brennende SMS Cöln in der Nordsee.
thumb|right|Wrack eines zerstörten Kutters der Cöln
Von den 485 Besatzungsmitgliedern von SMS Cöln überlebten etwa 200 Mann die Versenkung ihres Schiffs, doch nur der Obermatrose Neumann aus Köln konnte nach 76 Stunden aus der Nordsee gerettet werden. Das Wrack des zerstörten Kutters, von dem Neumann gerettet wurde, trieb auf Norderney an. Es wurde nach Köln überführt und dort zunächst zur Besichtigung ausgestellt. Es hängt in der Kölner Eigelsteintorburg
- Klasse: Cöln Klasse
- Kennung: -
- Rufzeichen: -
- Bauwerft: Germaniawerft Kiel
- Kiellegung: 1908 (?)
- Stapellauf: 5. Juni 1909
- Indienststellung: 1911 (?)
- Verbandszugehörigkeit: -
- Verbleib: Gesunken nach Gefecht in der Nähe von Helgoland am 28. August 1914
- Technische Daten: 4350 to, Länge 130 m, Breite 14 m, Leistung 29.036 wPS
II. Kleiner Kreuzer Köln (1916 bis 1919)
Die SMS Cöln lief am 5. Oktober 1916 in Hamburg in der Werft von Blohm & Voss mit der Baunummer 257 vom Stapel. Sie gehörte zu einer aufgrund der Kriegserfahrungen neu entwickelten Klasse Kleiner Kreuzer mit höherer Geschwindigkeit und schwererer Bewaffnung. Ihre Länge betrug 156 m, die Breite 14,5 m, der Tiefgang 6,4 m. Bei einer Wasserverdrängung von 5.600 Tonnen lag die Höchstgeschwindigkeit offiziell bei 24,5 Knoten, angeblich konnte sie jedoch bis zu 29 Knoten erreichen. Der Antrieb bestand aus zwei Sätzen von Turbinen, die sowohl mit Kohle als auch mit Öl befeuerbar waren und zwei Schrauben antrieben. Die Hauptbewaffnung bestand aus acht Schnellfeuerkanonen des Kalibers 15 cm, dazu Flugabwehrgeschütze, Torpedorohre und Legevorrichtungen für die 200 an Bord befindlichen Minen. Die Deckspanzerung und der seitliche Panzergürtel waren 6 cm dick, den Kommandoturm schützte eine 10 cm dicke Panzerung.
Aufgrund seiner späten Fertigstellung kam das Schiff nicht mehr zu nennenswerten Kriegseinsätzen. SMS Cöln gehörte zu dem nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in Scapa Flow internierten deutschen Flottenverband, der sich dort am 21. Juni 1919 selbst versenkte. Im Gegensatz zu den meisten anderen dort gesunkenen deutschen Kriegsschiffen wurde SMS Cöln nicht gehoben. Das in 35 m Wassertiefe auf der Steuerbordseite liegende Wrack ist heute ein beliebtes Ziel für Sporttaucher und gilt als eines der besten Tauchziele in Scapa Flow. Das Schiff ist weitgehend intakt, abgesehen davon, dass man bei Bergungsarbeiten die beiden vorderen Geschütztürme, die Schrauben und die Anker entfernt hat und im Heckbereich ein Loch in den Rumpf gesprengt wurde, um in den Maschinenraum zu gelangen. Die Bordwand der Backbordseite steigt bis in eine Tiefe von 20 m auf. Das Eindringen in das Innere des Schiffs gilt aufgrund der großen Mengen an dort abgelagertem Sediment als sehr gefährlich, da dadurch eine schlagartige Sichtverschlechterung eintreten kann. Am Wrack sollen sich bereits mehrere tödliche Tauchunfälle ereignet haben.
- Klasse: Cöln II Klasse
- Kennung:
- Rufzeichen:
- Bauwerft: Blohm und Voss, Hamburg
- Kiellegung:
- Stapellauf: 5.10.1916
- Indienststellung:
- Verbandszugehörigkeit:
- Außerdienststellung: 21.06.1919
- Verbleib: in Scapa Flow versenkt
- Technische Daten siehe: oben
III. Leichter Kreuzer Köln (1928 bis 1945)
- Klasse: Leichter Kreuzer
- Typart: Königsberg
- Bauwerft: Reichsmarinewerft Wilhelmshaven
- Kiellegung: 7. August 1926
- Stapellauf: 23. Mai 1928 / Die Taufrede hielt Konrad Adenauer, der damalige Oberbürgermeister Kölns.
- Indienststellung: 15. Januar 1930
- Baukosten: 36 Mio. RM
- Außerdienststellung: 5. April 1945
IV. Fregatte Köln (1961 bis 1982)
- Klasse: Köln-Klasse (F120)
- Kennung: F220
- Rufzeichen: DBRV
- Bauwerft: H.C. Stülcken & Sohn, Hamburg
- Kiellegung:
- Stapellauf:
- Indienststellung: 15. April 1961
- Verbandszugehörigkeit: 2. Fregattengeschwader, Wilhelmshaven
- Außerdienststellung:17. Dezember 1982
- Verbleib: Bis heute Verwendung als HULK in der Lehrgruppe Schiffssicherung, Neustadt
- Technische Daten siehe: F120
V. Fregatte Köln (1989 bis heute)
| thumb|400px|Fregatte Köln 1 |
| thumb|200px|Fregatte Köln 2 |
- Klasse: BREMEN-Klasse (F122)
- Kennung: F211
- Rufzeichen: DRAU
- Bauwerft: Bremer Vulkan
- Kiellegung: 16. Juni 1980
- Stapellauf: 29. Mai 1981
- Indienststellung: 19. Oktober 1984
- Verbandszugehörigkeit: 2. Fregattengeschwader, Wilhelmshaven
- Technische Daten siehe: F122
Literatur
- Karl-josef Baum, Josef Dollhoff: FÜNF SCHIFFE CÖLN/KÖLN'. Koehler Verlagsgesellschaft Herford, ISBN 3-7822-0449-2.
